SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

01. August 2015, 15:59 Uhr

Keime auf Geflügelfleisch

Mangelnde Hygiene in Schlachthöfen alarmiert Regierung

Der Verzehr von Geflügelfleisch ruft immer häufiger Krankheiten hervor. Grund dafür ist nach SPIEGEL-Informationen mangelnde Sauberkeit beim Töten und Zerlegen der Tiere. Das Gesundheitsministerium ist besorgt.

Das Hühnerfleisch kommt direkt aus den Schlachthöfen und ist alles andere als gesund: Nach SPIEGEL-Informationen erkranken immer mehr Deutsche an Darminfekten. Im vergangenen Jahr infizierten sich 71.000 Personen mit dem Campylobacter-Keim, der häufig durch den Verzehr von Geflügelfleisch übertragen wird. 2004 waren es nur 55.803. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Schriftliche Frage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die dem SPIEGEL vorliegt. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Im Gesundheitsministerium hält man mangelnde Hygiene in den Schlachthöfen für den Grund der gestiegenen Infektionen. So habe sich die Zahl des verunreinigten Hähnchenfleischs "deutlich erhöht". Bei Stichproben aus dem Jahr 2013 fand sich der Keim auf 52,3 Prozent aller untersuchten Hähnchen. Im Jahr 2011 war das nur bei 40,9 Prozent der Fall.

"Das ist ein alarmierender Zustand. Erreger werden durch eine mangelhafte Schlachthygiene vom Tier auf den Menschen übertragen", sagt der agrarpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, Friedrich Ostendorff, dem SPIEGEL.

Im Gesundheitsministerium sieht man das ähnlich: Es sei "zwingend erforderlich", die Hygieneanforderungen in den Betrieben konsequent anzuwenden. Die Schlachthöfe müssten nach Möglichkeiten suchen, "die Kontaminationsrisiken weiter zu verringern". Campylobacter-Keime können beim Menschen entzündliche Durchfälle auslösen.

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung