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Ju-Jutsu: Treten wie beim Karate, fallen wie beim Judo

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Ju-Jutsu Ab auf die Matte

Mehr Sport zu treiben, das ist einer der häufigsten Vorsätze fürs neue Jahr. Es muss ja nicht immer Joggen sein. SPIEGEL ONLINE stellt zum Jahreswechsel ein paar exotischere Sportarten vor. Diesmal: Ju-Jutsu.

Worum geht es?

Zunächst einmal, einen Angreifer abzuwehren - mit fast allen Mitteln. Ju-Jutsu ist Selbstverteidigung und Zweikampfsport, der Elemente aus Judo (Würfe, Würge- und Festlegetechniken) und Karate (Abblocken, Schläge und Tritte) in sich vereint. Ju-Jutsu  heißt übersetzt nachgebende oder auch sanfte Kunst. Die waffenlose Selbstverteidigung asiatischen Ursprungs wurde vormals Jiu-Jitsu  genannt. Es geht darum, mit möglichst geringem Krafteinsatz und unter Ausnutzung der Bewegung und Kraft des Gegners Angriffe erfolgreich abzuwehren. Der Sportler, Ju-Jutsuka genannt, kommt dabei ohne schmutzige Tricks aus und soll seinen Gegner nicht verletzen.

Für wen soll das gut sein?

Die Sportart eignet sich grundsätzlich für alle, die keine Angst vor Körperkontakt haben. In den meisten Gruppen sind Frauen und Männer, alte und junge, große und kleine, dicke und dünne, starke und schwache Menschen. Eben weil Ju-Jutsu so vielfältig ist, kann sich jeder Techniken suchen, die ihm Spaß machen und die er gut beherrscht. Bei den Übungen werden die Partner immer gewechselt.

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Ju-Jutsu: Treten wie beim Karate, fallen wie beim Judo

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Das Training gibt Sicherheit im Alltag: Jeder Ju-Jutsuka lernt, wie er hinfällt, ohne sich zu verletzen. Und wenn man bedroht wird, weiß man, wie man sich wehren könnte. Weglaufen, das lernen die Sportler auch, bleibt aber immer die bessere Option. Ganz nebenbei werden beim Ju-Jutsu sämtliche Muskelgruppen trainiert. Die meisten Trainer schalten Kraft- und Konditionsübungen zwischen die einzelnen Kampfelemente.

Was kostet das?

Nicht viel: Ju-Jutsu ist ein günstiger Sport. In vielen deutschen Städten bieten Ju-Jutsu-Schulen oder -Vereine  für rund 10 bis 25 Euro im Monat Training an. Viele verleihen bei Probetrainings die Anzüge, genannt Keikogi oder Gi, bestehend aus Jacke und Hose. Wer dabeibleiben will, kann sich so ein Outfit für rund 60 Euro kaufen.

Was bringt daran Spaß?

Der Kick, wenn eine Faust auf einen zurast - und man genau weiß, wie man reagieren muss. Die Genugtuung, wenn ein schwererer Gegner zu Boden geht. Der Stolz auf die eigenen Fortschritte. Die Entspannung, wenn man nach dem Training erschöpft, aber glücklich unter der Dusche steht und mit den anderen Ju-Jutsukas quatscht.

Für alle, die den Sport ein wenig ehrgeiziger angehen wollen, gibt es zwei Varianten: Wer gern an seiner Technik feilt, kann die Prüfungen ablegen und bekommt als Belohnung eine neue Gürtelfarbe - von weiß über, gelb, orange, grün und blau zu braun. Danach kommen die Meistergrade, erst schwarz, dann rot.

Wer lieber richtig kämpft, kann das bei Wettkämpfen ausleben. Der Kampf gliedert sich in drei Phasen: In Phase eins versuchen die Sportler beispielsweise durch Schläge und Tritte, in Phase zwei durch Würfe und in Phase drei durch Festlegetechniken zu punkten. Hier gewinnt, wer die meisten Punkte ergattert. Allerdings kann es hier schon mal passieren, dass man einer Faust nicht mehr rechtzeitig ausweicht.

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