Rückrufaktion in Supermärkten Molkerei warnt vor gefährlichen Bakterien in Reibekäse

Edeka, Real, Kaiser's Tengelmann, Kaufland, Lidl, Netto: Die größte Molkerei Deutschlands ruft Reibekäse aus vielen Supermarktketten zurück, der mit Listerien verseucht sein könnte. Die Keime können schwere Erkrankungen auslösen.
Supermarktregal mit abgepacktem Käse: Reibekäse vorsorglich aus dem Verkehr gezogen

Supermarktregal mit abgepacktem Käse: Reibekäse vorsorglich aus dem Verkehr gezogen

Foto: Daniel Roland/ AP

Deutschlands größter Molkereikonzern ruft verschiedene Arten von Reibekäse wegen des Befalls mit gesundheitsgefährdenden Bakterien zurück. Betroffen sei Reibekäse, der bei den Supermarktketten Edeka, Real, Kaiser's Tengelmann, Kaufland, Lidl und Netto in Beuteln verkauft worden sei, teilte das Deutsche Milchkontor (DMK) am Mittwoch in Bremen mit.

Demnach sind die Bakterien in folgenden Fällen festgestellt worden:

  • Pizzakäse, Gratinkäse, Mozzarella, Emmentaler, Gouda und Edamer
  • mit Mindesthaltbarkeitsdatum zwischen Ende Dezember und Mitte Januar
  • 200-Gramm-Verpackungen; eine detaillierte Auflistung finden Sie hier. 

Der Käse sei im DMK-Werk Georgsmarienhütte hergestellt, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Wenn Packungen der genannten Art im Haushalt seien, sollten Kunden diese entweder vernichten oder in die Verkaufsstelle zurückbringen. Dort erfolge ein Umtausch oder eine Kostenerstattung. Ausschließlich betroffen seien jene Packungen, die im Werk Georgsmarienhütte produziert sind - alle übrigen Produkte aus dem Hause DMK entsprächen den Qualitätsstandards.

DMK zufolge ist der geringe Befall mit Listeria monocytogenes bei den genannten Verpackungen festgestellt worden, als eine routinemäßige Kontrolle durchgeführt wurde.

Gefahr einer Listeriose

Die festgestellten Werte lägen jedoch unterhalb der gesetzlichen Schwellen. Es könne dennoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Grenzwerte bis zum Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums überschritten würden.

Die Listerienart könne bei Menschen mit schwachem Immunsystem zu schweren Erkrankungen wie Entzündungen des Gehirns führen, schreibt DMK.

Mit Listerien verseuchte Lebensmittel sind am Geruch oder Geschmack nicht als belastet zu erkennen. Nach einer Infektion kommt es beim Menschen in der Regel zunächst zu Durchfall und Bauchschmerzen. Im weiteren Verlauf lösen die Bakterien aber auch schwere Symptome aus, darunter hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Lähmungen und Benommenheit.

Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Infektion können bis zu zwei Monate vergehen. Für Schwangere, Babys und ältere oder geschwächte Menschen, kann eine Listeriose tödlich sein. Wenn die Infektion rechtzeitig festgestellt wird, ist sie jedoch mit Antibiotika behandelbar.

DMK betont, der Rückruf der Ware erfolge rein vorsorglich. Das Unternehmen hat für Verbraucheranfragen eine Hotline eingerichtet: 0251 - 2656 7371

cib/AFP
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