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12. Dezember 2018, 11:16 Uhr

Hormone und Ernährung

Lassen sich Regelschmerzen wirklich wegessen?

Regelmäßiger Zyklus ohne Schmerzen - nur eine Frage der richtigen Ernährung, versprechen immer mehr Kochbücher. Doch die wissenschaftliche Beweislage ist dünn.

Grapefruit-Carpaccio mit Fencheltatar und Pistazien - klingt nach einer raffinierten Vorspeise. Gerichte wie diese sollen sich aber auch positiv auf den weiblichen Hormonhaushalt auswirken und etwa zyklusbedingte Beschwerden lindern. So steht es zumindest in dem Buch "Eat like a woman" von Andrea Haselmayr, Denise Rosenberger und Verena Haselmayr. Ihre Botschaft: Ein harmonischer Zyklus und eine möglichst schmerzfreie Periode sind möglich - mit gezieltem Essen und einer bewussteren Wahrnehmung dessen, was der Körper braucht.

Die drei Österreicherinnen sind nicht die Ersten, die so ein Konzept vermarkten. Für große Aufmerksamkeit sorgte schon vor Jahren das Buch "Woman Code" der Amerikanerin Alisa Vitti. Und es gibt noch weitere Ratgeber, die sich mit Essen für einen ausgeglichenen Hormonhaushalt beschäftigen. "Das ist allemal besser, als bei Regelbeschwerden eine Schmerztablette einzunehmen", findet Autorin Andrea Haselmayr.

Sie rät etwa bei Menstruationskrämpfen, magnesiumreich zu essen. Denn das wirkt krampflösend. In rohem Kakao zum Beispiel steckt nicht nur Magnesium, sondern auch das blutbildende Eisen. Auch Bananen enthalten Magnesium.

Ernährung und Fruchtbarkeit

Doch kann bestimmtes Essen Regelschmerzen wirklich bekämpfen oder sogar verhindern? Ärzte haben erhebliche Zweifel daran. Dass Frauen ihren Hormonspiegel oder Zyklus mit bestimmten Nahrungsmitteln beeinflussen können, lasse sich nicht verallgemeinern, sagt Andreas Pfeiffer, Ernährungsmediziner und Endokrinologe an der Charité Universitätsmedizin Berlin. "Hierfür ist derzeit die wissenschaftliche Beweislage zu dünn."

Hormone und Ernährung können sich jedoch beeinflussen. "Bekannt ist, dass etwa ein Mangel an Vitamin D, Eisen und Jod die Fruchtbarkeit herabsetzen kann", sagt Christian Albring, Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte. Über- und Untergewicht können sowohl bei Zyklusstörungen als auch bei unerfülltem Kinderwunsch beteiligt sein.

Bei vielen Frauen fallen während ihrer Tage zudem die Hormone ab, sagt Vanadin Seifert-Klauss, Endokrinologin an der Frauenklinik und Poliklinik der Technischen Universität München: "Sie haben dann manchmal Heißhunger auf etwas Kohlenhydratreiches." Manche Frauen griffen dann intuitiv zur Schokolade.

Bei leichteren Regelschmerzen können laut den Ärzten auch manche Tees Linderung verschaffen, die auch in vielen der Kochbücher empfohlen werden. Seifert-Klauss empfiehlt Frauen außerdem, achtsamer gegenüber sich selbst zu sein. Dazu gehöre auch, bewusst zu essen und herauszufinden, was einem guttut. "Hierbei kann auch ein Zyklus-Tagebuch helfen", sagt Hormonspezialistin Seifert-Klauss, "in der eine Frau notiert, was ihr in welcher Situation gut getan hat."

von Sabine Meuter/dpa/koe

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