New York Achtung, Ihr Essen ist zu salzig!

Eine zu salzhaltige Ernährung kann gefährliche Folgen für Herz und Kreislauf haben. In New York müssen bestimmte Restaurants sehr salzige Gerichte jetzt mit einem Warnsymbol versehen.

Corbis

Zahlreiche Restaurants in New York müssen ihre Gäste nun vor zu salzigen Speisen warnen. Mit einem kleinen Salzstreuer-Symbol soll auf Gerichte hingewiesen werden, die 2,3 oder mehr Gramm des vor allem in Salz vorkommenden Natriums enthalten. Das teilte die New Yorker Gesundheitsbehörde jetzt mit.

Die Millionenmetropole ist die erste Stadt in den USA, die eine solche Regel einführt. Die neue Maßnahme betrifft alle Restaurants, die zu einer Kette mit mindestens 15 Filialen gehören. Lokale, die sich drei Monate nach der Einführung nicht daran halten, droht eine Strafe von 200 US-Dollar.

Zuvor hatte New York unter anderem Rauchen in Parks und an Stränden verboten. Schon dem früheren Bürgermeister Michael Bloomberg waren Gesundheitsregeln ein Anliegen gewesen. Sein Nachfolger Bill de Blasio setzt den Kurs jetzt fort. Ein geplantes Verbot von Riesenbechern mit zuckrigen Getränken hatten US-Getränkehersteller und Fastfood-Anbieter 2013 allerdings einige Stunden vor Inkrafttreten gestoppt.

Auch die Deutschen ernähren sich zu salzig

Die 2,3 Gramm Natrium, ab denen Speisen mit dem Salzstreuer-Symbol versehen werden müssen, entsprechen etwa einem Teelöffel oder knapp sechs Gramm Salz. Das ist die von vielen Experten empfohlene tägliche Maximalmenge für Erwachsene. 2010 fand eine Studie heraus, dass New Yorker eher 3,2 Gramm Natrium am Tag zu sich nehmen.

Auch die Deutschen ernähren sich zu salzig: Laut der Nationalen Verzehrstudie II aus dem Jahr 2008 nehmen deutsche Männern etwa 3,2 Gramm und Frauen etwa 2,4 Gramm Natrium täglich zu sich. Umgerechnet sind das zwischen 6 und 8 Gramm Kochsalz. Bei einer zu salzhaltigen Ernährung drohen ein steigender Blutdruck und ein wachsendes Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfälle.

Wo genau die Grenzwerte für den täglichen Salzkonsum liegen sollten, ist schon länger ein Streitthema unter Forschern. Während die Weltgesundheitsorganisation (WHO) maximal fünf Gramm empfiehlt, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu sechs Gramm Salz pro Tag.

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Empfehlung der DGE ausreichend ist. Außerdem ist es wahrscheinlich, dass nicht nur eine große tägliche Salzmenge, sondern auch eine sehr niedrige (weniger als drei Gramm pro Tag) ungesund sind.

Ernährungsquiz

ruh/dpa/AP/Reuters



insgesamt 43 Beiträge
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lukapp 01.12.2015
1. Vegane Frikadellen bei Aldi
Hatte mal nach der Arbeit ordentlich Appetit, bin zu Aldi. Abgepackte Frikadellen. Dann dacht ich an das viele Fett und: "Warum nicht mal vegan?" Lag direkt daneben. Schmeckte auch ganz passabel --- leider mit Blick auf die Inhaltsstoffe dann doch ein bisschen geschockt: 25% Kochsalz. 25% auf alles ... das gab's bis dahin nur bei einem pleitegegangenen Heimwerkermarkt.
winterlied 01.12.2015
2. Salz
Das Salz per se ungesund ist, ist keineswegs erwiesen. Manche Menschen sind offenbar ziemlich resistent gegen Salz im Essen. Also wieder Gängelung.
felisconcolor 01.12.2015
3. Mittlerweile
bekommt man fast überall nur noch fades salzarmes Zeug auf den Tisch. Da ist es schon fast ein Genuss sich mal irgendwo eine schöne Portion Fritten reinzuziehen. Und damit habe ich sicher nicht meinen Mittelwert des Salzkonsums überschritten. Wie sagte mal ein irischer Comedian (mochte immer guten Whiskey und starke Zigaretten auch auf der Bühne) Sein Arzt hätte ihn gesagt der Whiskey und die Zigarette dazu würden sein Leben immer um ein Jahr verkürzen... er habe dann mal nachgerechnet und wäre irgendwo bei Karl dem Großen heraus gekommen.
matt4866 01.12.2015
4. Pauschalloesungen sind schlecht
Die Aktion in NY ist purer Aktionismus des unfaehigen Buergermeisters - einen Maximalwert festzulegen hat wenig Sinn, wenn nicht auch zwischen ganz unterschiedlichen Menschen Bauarbeitern (harte koerperliche Arbeit) und Bueroangestellten differenziert wird. Zu wenig Salz ist sehr schaedlich - auch deswegen wird keine Gesundheitsbehoerde einen niedrigen Grenzwert festlegen. Bei gesunden Menschen wird der Salzueberschuss ueber den Urin abgebaut. Ueber das Salzmangelgebiet "Altenheim" und die zu beobachtende Demenzzunahme bei extremer Salzdiaet sprechen wir beim naechsten Mal.
westerwäller 01.12.2015
5. Nein, erwiesen ist, dass Salz ...
Zitat von winterliedDas Salz per se ungesund ist, ist keineswegs erwiesen. Manche Menschen sind offenbar ziemlich resistent gegen Salz im Essen. Also wieder Gängelung.
... lebensnotwendig ist, ebenso wie Wasser ... Und der Salzanteil, den man durch Leitungswasser und ungesalzene Lebensmittel zu sich nimmt ist unter ungünstigen Bedingungen so gering, dass es zu ernsthaften Gesundheitsschäden kommen ... Beispielsweise beim Aufenthalt in sehr heißen Gegenden. Nicht4 umsonst nehmen Menschen, die sich in der Wüste auhalten müssen, Salztabletten zu sich.
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