Pilze sammeln Hoffen auf Regen

Wer Pilze sammeln will, geht vielerorts noch leer aus. Der trockene Sommer ließ sie nicht sprießen. Doch bald startet die Saison. Tipps wie man zu einer leckeren Pilzpfanne kommt - ohne sich zu vergiften.
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Ein langer und trockener Sommer liegt hinter uns. Was für die einen ein Grund zur Freude war, lässt Pilzsammler um ihre Ausbeute bangen, denn Pilze brauchen Feuchtigkeit, um zu wachsen. "Die Sammelsaison fällt aber nicht aus", sagt Peter Karasch von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie, "sie ist in diesem Jahr nur kürzer."

Wie kurz sie ausfällt, ist regional sehr verschieden. Während die Trockenheit etwa in Brandenburg noch anhält, ist im Voralpenraum schon ausreichend Regen gefallen, um mit gut gefüllten Pilzkörben nach Hause zu gehen. Nur das Saisonende steht schon fest: Wenn der erste Frost kommt, ist Schluss.

Worauf Pilzsammler jetzt achten sollten:

Den Wetterbericht im Auge behalten

Wo es regnet, sprießen Pilze - allerdings mit etwas Verzögerung. "Saprobionten, also zersetzende Pilze, wie etwa die Wiesenchampignons brauchen etwa fünf bis zehn Tage, um zu wachsen", erklärt Pilzexperte Karasch. "Symbionten brauchen länger, etwa 10 bis 20 Tage." Zu ihnen zählen etwa Pfifferlinge oder auch Steinpilze, die in Gemeinschaft mit verschiedenen Baumarten leben.

Allerdings: Einzelne Regenschauer reichen nicht aus. Damit die in der Erde oder im Baumholz verborgenen Myzele Fruchtkörper bilden, muss es mehrmals ordentlich geregnet haben.

Nur sammeln, was man kennt

Bei günstiger Witterung kann man schon jetzt alle klassischen Herbstpilze finden, also etwa Parasole, Maronen, Birkenpilze oder die schon genannten Wiesenchampignons. Beim Sammeln braucht es jedoch viel Erfahrung. In Deutschland wachsen mehr als 150 giftige Pilzarten und manche sind von den gängigen Speisepilzen kaum zu unterscheiden.

Immer wieder halten unerfahrene Sammler den tödlich giftigen Knollenblätterpilz für einen essbaren Champignon. "Diese Verwechselung ist natürlich besonders tragisch", so Karasch. "Es gibt aber auch eine Reihe von weniger giftigen Champignonarten, die trotzdem fiese Magenverstimmungen hervorrufen können."

Um das zu verhindern, rät Karasch, sich nie allein auf Bestimmungs-Apps oder Bücher zu verlassen, sondern sich erfahrenen Pilzsammlern anzuschließen oder entsprechende Kurse zu besuchen. In jeder Region gibt es zudem Pilzsachverständige , die beim Bestimmen helfen können.

Für Neulinge gibt es eine Faustregel:

  • Lieber nur Pilze sammeln, auf deren Hutunterseite Röhren zu finden sind,
  • solche mit Lamellen stehen lassen.

Denn die 15 in Deutschland vorkommenden Giftpilzarten, deren Verzehr tödlich enden kann, gehören alle zu den Lamellenpilzen.

Pilze immer gut durchgaren

Selbstgesammelte Pilze sollten mindestens 20 Minuten lang erhitzt werden. Roh sind außer Zucht-Champignons nahezu alle Arten unbekömmlich oder sogar giftig. Sollten nach dem Verzehr auch nur die leisesten Anzeichen von Übelkeit auftreten, gilt es, sofort die Giftnotrufzentrale  anzurufen oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Falls vorhanden, restliche Pilze unbedingt mitnehmen, damit sie bestimmt werden können.

Video: Essen aus dem Wald - Pilze, Kräuter, Wild und Co.

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"Wer den Verdacht hat, sich vertan haben zu können, sollte die Sache auf keinen Fall abtun", so Peter Karasch. "Die tödlich giftigen Arten wie zum Beispiel die Knollenblätterpilze zeigen nämlich nach Erbrechen erst einmal Symptome einer leichten Besserung, bevor es dann richtig schlimm wird."

Mit Material von dpa
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