"Pure Caffeine 200 mg" Behörde warnt vor gefährlichem Schlankheitsmittel

Das Gesundheitsministerium in NRW hat eine giftige Substanz in Abnehmpillen aus dem Internet entdeckt. Betroffen sind Mittel mit der Bezeichnung "Pure Caffein 200 mg". Die darin nachgewiesene Substanz DNP kann zu Atemnot und Multiorganversagen führen - im schlimmsten Fall sogar zum Tod.
Pillen: Nahrungsergänzungsmittel aus dem Internet können gefährlich sein

Pillen: Nahrungsergänzungsmittel aus dem Internet können gefährlich sein

Foto: Matthias Hiekel/ picture alliance / dpa

Düsseldorf - Das NRW-Gesundheitsministerium hat eindringlich vor der Einnahme von Schlankheitsmitteln gewarnt, die über das Internet mit der Bezeichnung "Pure Caffeine 200 mg" als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden. Darin sei die giftige Substanz 2,4-Dinitrophenol (DNP) nachgewiesen worden, teilte das Ministerium am Donnerstag in Düsseldorf mit. Es handle sich in dem Fall um eine bewusste Verbrauchertäuschung, da DNP nicht als Inhaltsstoff angegeben werde.

Die Substanz sei toxisch und stehe im Verdacht, Krebs auszulösen. Da DNP sich im Körper anreichere, könnten auch geringe Dosierungen lebensbedrohliche Wirkungen wie Atemnot, Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen, rasante Überhitzung des Körpers und Multiorganversagen hervorrufen. Der Behörde zufolge kam es in den letzten Jahren zu mehreren Todesfällen nach der Einnahme von DNP.

Im Internet werden Nahrungsergänzungsmittel mit DNP häufig als Fettverbrenner vermarktet. Vor allem in der Bodybuilderszene sind sie offenbar gefragt. Die Arzneimitteluntersuchungsstelle NRW in Münster hatte einen Gehalt von etwa 300 Milligramm 2,4-Dinitrophenol pro Tablette nachgewiesen. Wer den Verdacht habe, Produkte mit DNP eingenommen zu haben, solle dringend einen Arzt kontaktieren oder die Giftnotrufzentrale  anrufen, heißt es.

Weitere "Fatburner", die im Internet als wahre Wunder im Kampf gegen Übergewicht gepriesen werden, sind Pillen mit dem Wirkstoff Synephrin. Doch auch davor warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eindringlich: Insbesondere Übergewichtige und Menschen mit erhöhtem Blutdruck sollten demnach die Finger von den Nahrungsergänzungsprodukten lassen - vor allem dann, wenn diese mit Koffein kombiniert sind oder mit Energydrinks gemischt werden. Ansonsten drohen Nebenwirkungen wie Pulsrasen und erhöhter Blutdruck - im schlimmsten Fall sogar ein Herzinfarkt.

Bis zu 6,7 Milligramm Synephrin pro Tag gelten dem BfR zufolge als unbedenklich. Doch viele Produkte, die im Internet angeboten werden, enthalten ein Vielfaches dieser Menge.

Anders als bei Arzneimitteln ist für Nahrungsergänzungsmittel keine Zulassung notwendig, um auf den Markt zu kommen. Behörden überprüfen weder ihre Unbedenklichkeit noch ihre Wirksamkeit und Qualität.

cib/dpa