24 Sorten im Test Jede dritte Apfelschorle ist mangelhaft

In der warmen Jahreszeit schwören viele auf Apfelschorle als Durstlöscher. Die Qualität vieler Fertiggetränke ist laut Stiftung Warentest aber dürftig. Am besten schnitt das Produkt eines Discounters ab.

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Halb Apfelsaft, halb Wasser: Apfelschorle ist wohl in keinem Land so beliebt wie in Deutschland. Zahlreiche Hersteller bieten das Getränk bereits fertig gemischt an. Stiftung Warentest hat in der aktuellen Ausgabe 24 Produkte analysiert und ihren Geschmack bewertet sowie den Aromagehalt, die chemische Qualität, die Verpackung und die Herstellerangaben geprüft. Das Ergebnis: Keine einzige schnitt im Gesamturteil mit sehr gut ab.

Bei sechs Apfelsaftschorlen müssen die Hersteller laut chemischen Analysen zum Teil verdorbene Äpfel verwendet oder das Obst nicht sorgfältig verarbeitet haben. Das traf vor allem auf Schorlen aus Direktsaft zu. Die Apfelschorlen von Dennree und Ostmost enthielten laut den Testern besonders viele Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen wie Hefe. Die Tester bewerteten sie deshalb mit mangelhaft. Eine Gefahr für die Gesundheit bestehe jedoch nicht. In keiner der Schorlen wurden Keime nachgewiesen.

Keine gute Herstellungspraxis

Die Tester kritisierten zudem, dass etliche Saftschorlen aus Konzentrat zu wenig Aromen enthielten. Mehrere Hersteller setzten den Schorlen zwar teures "natürliches Apfelaroma" zu - allerdings nur in geringen Mengen. Dass Saftkonzentrat natürliches Aroma zugesetzt wird, ist normal - und sogar vorgeschrieben. Sonst dürfen die Hersteller ihr Produkt nicht als Saft verkaufen.

Zwei Bioschorlen von Aldi enthielten außerdem viel Methanol. Es entsteht, wenn den Äpfeln beim Pressen Enzyme beigegeben werden, um die Saftausbeute zu erhöhen. Ein hoher Methanolgehalt gefährde zwar nicht die Gesundheit, so die Tester, spreche aber für keine gute Herstellungspraxis.

Testsieger kostet 39 Cent pro Liter

Am besten schnitt die Wiesgart Apfelschorle von Aldi Nord ab. Mit 39 Cent pro Liter gehörte sie zudem zu den günstigsten untersuchten Apfelschorlen. Die Bestnote für den Geschmack bekam die Bioschorle Proviant aus Direktsaft. Das hat seinen Preis. Die Schorle kostet drei Euro pro Liter.

Am schlechtesten bewerteten die Tester die Schorlen von Ostmost, Dennree, Rhön Sprudel, Rewe Ja, Penny, Lift und die Real Tip Apfelschorle.

Die Tester hatten trotz aller Kritik auch Positives zu berichten. So fanden sich in keinem der Getränke Schadstoffe. Zudem bestanden alle Schorlen zu mindestens 50 Prozent aus Saft, Zucker wurde keinem der Produkte zugesetzt.

Allerdings enthalten Apfelsaftschorlen von Natur aus viel Zucker. Ein halber Liter Apfelsaft enthält etwa 54 Gramm Zucker und damit mehr als Cola (50 Gramm), betont Stiftung Warentest. Fertige Apfelsaftschorlen bringen es im Schnitt auf immerhin 28 Gramm Zucker pro halben Liter. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, pro Tag höchstens 25 Gramm Zucker zu sich zu nehmen.

Im Video: Stiftung Warentest - Wie ein Test abläuft

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koe

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insgesamt 85 Beiträge
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Seite 1
syracusa 27.03.2019
1.
Schade, dass der Vergleich zu selbstgemixter Schorle aus reinem Saft und Leitungswasser fehlt. Mir ist seit jeher unverständlich, warum Konsumenten zu fertiger Apfelschorle oder anderen Produkten wie "Nektar" greifen, wenn man sich das ohne jeden Aufwand und ganz nach eigenen Wünschen selbst herstellen kann.
dachauerthomas 27.03.2019
2. Stoffwechselprodukte von Hefe
Da wurde wohl etwas Alkohol gefunden, wie in jedem natürlichen Saft (0,5% zulässig)
cindy2009 27.03.2019
3. syracusa
Naja, das trifft doch auf alle Fertiggerichte zu. Manche Menschen sind eben einfach zu "faul".
Interzoni 27.03.2019
4. @ syracusa
Sie sagen es, das frage ich mich auch. Das fertige Zeugs ist viel zu süß. Was ist einfacher, als selbst eine Schorle zu machen? So viel Faul- oder Dummheit wird halt mit schlechter Qualität bestraft, mein Mitleid hält sich in Grenzen.
lab61 27.03.2019
5.
1/3-40% Direktsaft und den Rest mit gefiltertem Berliner Leitungswasser. Superlekcer und erfrischend. Und schmeckt immer noch zigmal mehr nach Apfel, als die fertiggemischten Produkte. Direktsaft bekommt man bei vielen Discountern auch zu günstigen Preisen. Ich mag den von Edeka. Warum da noch zu Saft aus Konzentrat greifen? Zuerst das Wasser zu entziehen, um es später wieder, nebst Aromazusätzen, reinzufüllen, ist doch nun wirklich gaga.
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