21 Deos im Test Nur Aluminiumsalze mindern Schwitzen zuverlässig

Stiftung Warentest hat die Wirksamkeit von Deo-Rollern untersucht. Bei der Geruchsprobe schnitten die meisten gut ab, doch eine Alternative zu Aluminium scheint noch nicht gefunden. Teure Trendprodukte fielen durch.

Wer nur Schweißgeruch verhindern will, kann zu einem Deo ohne Aluminium greifen
PeopleImages/ Getty Images

Wer nur Schweißgeruch verhindern will, kann zu einem Deo ohne Aluminium greifen


Nach dem Duschen kurz über die Achsel streifen und die Frische bleibt den ganzen Tag: Das versprechen Deo-Roller. Stiftung Warentest hat 21 Produkte untersucht, das wichtigste Kriterium dabei: Schutz vor Achselgeruch. Für den Check bestellten die Tester zwanzig männliche und weibliche Testpersonen ins Labor und strichen eine ihrer Achseln mit einem Deo-Roller ein, die andere nicht. 24 Stunden später folgte der Geruchsvergleich durch speziell ausgebildete "Sniffer", die vor dem Riechtest im Labor nicht einmal Rasen mähen durften, um ihren Geruchssinn nicht zu beeinflussen. Welches Deo jeweils verwendet wurde, wussten sie nicht.

Das Ergebnis: Nur ein Deo fiel beim Geruchstest durch, der Deo-Stick von Ben&Anna für 13,30 Euro pro 100 Milliliter. Am besten schnitt das CD Deo Wasserlilie ab, gefolgt von der Greendoor Deo Creme, dem Nivea Fresh Natural 0% Aluminium Deodorant und dem Sebamed Balsam Deo Sensitive. Von den günstigen Deos wurde das Deodorant von Aldi Nord am besten bewertet. Es kostet 1,10 Euro pro 100 Milliliter und schnitt sogar etwas besser ab als das teuerste Produkt im Test, das La-Roche-Posay-Deo für 24,80 Euro pro 100 Milliliter.

Geruchs-Testerin bei der Arbeit
Janosch Boerckel/ Stiftung Warentest

Geruchs-Testerin bei der Arbeit

Nur Antitranspirante stoppen den Schweißfluss

Unter den 21 getesteten Produkten waren 14 Deodorants, die vor Achselgeruch schützen und sieben Antitranspirante, die zusätzlich den Schweißfluss hemmen sollen. Letztere enthalten meist Aluminiumsalze, die die Ausgänge der Schweißdrüsen verengen. Aluminium steht jedoch im Verdacht, Krankheiten wie Brustkrebs und Alzheimer zu begünstigen, wissenschaftlich bewiesen ist das jedoch nicht. Sicher ist aber, dass sich Aluminium im Körper anreichern kann und in großen Mengen giftig wirkt.

Laut Berechnungen des Bundesinstituts für Risikoforschung nehmen Menschen, die einmal am Tag ein Antitranspirant verwenden, bereits die Menge an Aluminium auf, die noch als unbedenklich gilt. Viele Anbieter verzichten deshalb auf Aluminiumsalze in Deos und setzen ihren Antitranspiranten Natron zu, das den Schweiß aufsaugen soll. Im Test konnten sie jedoch nicht mit den Aluminium-Schweiß-Blockern mithalten.

Um die Wirksamkeit zu überprüfen, setzten sich die Probanden zweimal für 20 Minuten in einen auf 38 Grad Celsius temperierten Raum, einmal mit und einmal ohne Deo-Schutz. Baumwollpads unter den Achseln sogen den Schweiß auf. Deren Gewicht verriet den Testern später, wie viel Schweiß geflossen war. Dabei schlossen die Aluminium-Antitranspirante so gut ab wie noch nie, schreiben die Tester.

Die Natron-Deos konnten dagegen nicht überzeugen. Das feste Deo T'eo des Naturkosmetikherstellers Lush fiel komplett durch. Zudem verschwieg der Beipackzettel, dass das Deo den allergenen Duftstoff Isoeugenol enthält. Die Tester bewerteten es deshalb mit mangelhaft. Ebenfalls schlechte Kritik bekam der Murnauers Kristall-Deo-Stick, der nur aus dem Aluminiumsalz Ammonium Alum besteht, aber laut Hersteller trotzdem keine schweißhemmende Wirkung hat. Wer Wert auf Naturprodukte legt, dem empfehlen die Tester das Alterra Deo Balsam und das Alverde Sensitiv Deo.

koe



insgesamt 35 Beiträge
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Seite 1
Beja-Flor 22.05.2019
1. Entspricht nicht meiner Erfahrung - und im Freundeskreis
Ich benutze seit über 10 Jahren Lavera Does ohne Alu-Zusatz und bin absolut zufrieden mit der Wirksamkeit. Manchmal verwende ich sie am Morgen und Abend, wenn ich noch mal unterwegs bin, aber die Deos in den verschiedenen Variationen, wie Lavendel, Rose etc. wirken einfach sehr gut. Das soll jetzt keine besondere Werbung für Lavera sein. Ich weiß, dass Freunde mit anderen Bio-Deos auch zufrieden sind und niemals wieder ein Deo mit Alu verwenden würden, Kein Mensch weiß bislang, was das angereicherte Aluminium über die Jahre im Körper macht. Es gibt schon genügend andere Quellen im Alltag, das muss man es sich nicht auch noch täglich auf die Haut schmieren.
ad2 22.05.2019
2. Gute Erfahrungen ohne Aluminium
Ich bin als Sportler hochzufrieden mit Nicht-Alu-Varianten und frage mich auch, warum der moderne Plastik-Industriezeit-Mensch keinesfalls ein bißchen schwitzen will und dafür seine Gesundheit ruiniert? Schwitzen ist keine Krankheit des Körpers, sondern ein sinnvoller Vorgang, der die Leistungsfähigkeit steigert und gut für die Haut ist.
alwinovicz 22.05.2019
3. Alminium bei Hyperhidrose unverzichtbar
@ Kommentar 1 und 2: Mag sein, dass aluminiumfreie Deos für viele Menschen ausreichend sind, aber eben nicht für Menschen, die überdurchschnittlich schwitzen und sehr darunter zu leiden haben, dass sichtbarer Schweiß überdeutlicher Ausprägung außerhalb des Sports in unserer Gesellschaft nicht besonders gut ankommt. Aluminiumhaltige Deos bringen da zumindest eine Linderung, und das ist schonmal ein Anfang. Das kann man bitte gern einfach zur Kenntnis nehmen, dass der "Durchschnittsschwitzer" eben nicht der einzige Typus ist, der Deos benutzt. Danke.
eigene_meinung 22.05.2019
4.
Lieber stinken als Alzheimer! Im Ernst: Wer sich gar nicht erst diesen Deo-Scheiß angewöhnt, schwitzt auch nicht übermäßig. Regelmäßig waschen, am besten mit natürlicher Seife (Kernseife auf Basis von Pflanzenölen) genügt.
MartinJenne 22.05.2019
5. Bitte!
Zitat von alwinovicz@ Kommentar 1 und 2: Mag sein, dass aluminiumfreie Deos für viele Menschen ausreichend sind, aber eben nicht für Menschen, die überdurchschnittlich schwitzen und sehr darunter zu leiden haben, dass sichtbarer Schweiß überdeutlicher Ausprägung außerhalb des Sports in unserer Gesellschaft nicht besonders gut ankommt. Aluminiumhaltige Deos bringen da zumindest eine Linderung, und das ist schonmal ein Anfang. Das kann man bitte gern einfach zur Kenntnis nehmen, dass der "Durchschnittsschwitzer" eben nicht der einzige Typus ist, der Deos benutzt. Danke.
Die Deos wurden höchstwahrscheinlich unter "Durchschnittsbedingungen" an "Durchschnittsmenschen" getestet, das Ergebnis gilt also nicht zwingend für kranke Menschen. Da braucht man/frau nicht gleich den erhobenen Zeigefinger rausholen. Ansonsten: zur Kenntnis genommen.
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