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10. April 2015, 15:35 Uhr

TRX-Training

Bloß nicht hängen lassen

Liegestütze an Schlaufen? Sieht erst mal nicht so schwierig aus. Aber das Training an den TRX-Schlingen fordert jeden Muskel. Michaela Rose hat es getestet - und musste ein schnelles Urteil revidieren.

Auf den ersten Blick sind meine Muskeln etwas enttäuscht: Das soll unser heutiger Sparringspartner sein? Wenig herausfordernd baumeln zwei Gurte von einem Holzbalken an der Decke. Personal Trainer Patrick Schreiber drückt mir die beiden Gurtenden in die Hände und verordnet mir erst einmal ein Warm-up.

Kinderspiel, vermuten meine Muskeln. Und staunen nicht schlecht, als ich sie mit einer Ruderzug-Kniebeugen-Sprung-Kombi auf Temperaturen bringen soll. Und das auch noch in ungewohnt schräger Lage und mit Verdrehung.

Das sogenannte Sling- oder TRX-Training eröffnet neue Dimensionen: Mit Händen oder Füßen in den Schlaufen hängend trainiert der Sportler in Schräglage gegen die Schwerkraft. Mein Berliner Coach schwört darauf: "Dadurch können wir seitliche Bewegungen einbauen, die aus einem zweidimensionalen ein dreidimensionales und damit funktionales Training machen."

Das freie Baumeln macht's effektiv

Trotzdem ein Kinderspiel, unken meine Muskeln bei der ersten Übung. Ein Irrtum, wie ich merke. Mit den Händen in den Schlaufen und den Füßen irgendwo hinter mir am Boden stemme ich mich liegestützend in die gestreckte Schräglage. Da ich mit meinen Armen weniger Körpergewicht stemmen muss, sollten mir die Liegestütze in der Schräge eigentlich deutlich leichter fallen als am Boden. Was ich nicht bedacht habe: Ich muss nicht nur mich in die Höhe drücken, sondern gleichzeitig die wackeligen Schlaufen stabilisieren. Alles andere als leicht.

Oha, murmeln meine Muskeln - nun etwas beeindruckt. Trainer Patrick bittet mich nach einer Runde Bauchmuskel-Übungen unerbittlich in eine andere Liegestütz-Variante. Diesmal doch in der Waagerechten, die Hände wie üblich unter den Schultern positioniert. Dafür stecken jetzt meine Füße in den Schlaufen. Allein das Halten dieser Startposition ist ein Kraftakt, die Übung harte Ganzkörperarbeit. Nach jedem Liegestütz soll ich den Po weit nach oben in die Luft schieben und die Füße mit gestreckten Beinen zu mir heranziehen. Danach geht's direkt in den Unterarmstütz - diesmal soll ich die Knie unter dem Körper zur Brust ziehen.

Mir (und mittlerweile auch meinen Muskeln) wird klar: Das freie Baumeln in den Gurten ermöglicht völlig neue Bewegungen, bei denen vor allem Ganzkörperspannung gefragt ist. Das ist ebenso anstrengend wie praktisch, denn die zunächst verwirrend komplexen Übungen kräftigen den ganzen Körper auf einmal. Apropos verwirrend: Als Highlight meiner Trainingseinheit verordnet Patrick mir einbeinige Ausfallschritte. Ein Fuß in der Schlinge. Dazu Knie-Hand-Abklatschen. Und Hüpfer. Mehr geht nicht - ich bin platt. Und meine Muskeln alles andere als enttäuscht: Dieses Reinhängen lohnt sich!

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