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Expedition ÜberMorgen Die schlanken Kinder von Seinäjoki

Pastillen aus Birkenrinde im Kindergarten, Laufspiele und Klimmzüge im Matheunterricht: Die finnische Stadt Seinäjoki hat Übergewicht bei Kindern erfolgreich bekämpft

"Irgendjemand muss etwas ins Trinkwasser getan haben, das Kinder schlank macht."

Es ist ein kühler Aprilmorgen an der Seinäjoen Yhteiskoulu, auf dem Schulhof liegen noch Schneereste. In einer der Klassen pfeift Laura Jokiranta laut auf zwei Fingern - für ihre Schüler das Signal loszurennen.

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So mancher deutsche Biolehrer würde sich von Bewegungsspielchen im Unterricht empfindlich gestört fühlen. Doch Jokiranta baut sie fast täglich ein, genau wie die anderen Kollegen an der Schule in Seinäjoki, einem 60.000-Einwohner-Ort in Westfinnland. Sie sind Teil eines Präventionskonzepts, mit dem die Gemeinde Gesundheitsexperten weltweit beeindruckt.

Innerhalb von nur wenigen Jahren ist es gelungen, die Anzahl der übergewichtigen und fettleibigen Kinder deutlich zu reduzieren. Noch vor knapp sieben Jahren waren etwa 17 Prozent der Fünfjährigen betroffen - 2015 lag die Quote in dieser Altersklasse bei neun Prozent. Dass der Erfolg bei älteren Kindern nicht ganz so signifikant war, könne angesichts der kurzen Dauer des Programms nicht verwundern, erklärt Ulla Frantti-Malinen, die es koordiniert.

Von solchen Erfolgsraten können die Gesundheitsbehörden vieler Nationen nur träumen. Immer mehr Kinder werden immer dicker, vor allem in Ländern wie Mexiko und den USA. In Mexiko sind fast 30 Prozent der Kinder zu dick, in den USA sieht es ähnlich aus - ein schwerer Start ins Leben.

Hinzu kommt: Die Misere setzt sich oft im Jugend- und Erwachsenenalter fort und zieht Folgen wie Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach sich.

DICKE KINDER - EIN GLOBALES PROBLEM

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit 41 Millionen Kinder unter fünf Jahren übergewichtig oder sogar schon fettleibig sind. Das sind mehr als sechs Prozent. 1990 waren es noch 32 Millionen.

Laut den Ergebnissen der Kinder- und Jugendgesundheitsstudie (KiGGS) sind in Deutschland 15 Prozent der 3- bis 17-Jährigen übergewichtig. Ein Drittel von ihnen leidet sogar unter Adipositas. Die Folgen belasten bereits jetzt unsere Gesundheitssysteme. Durch ungesunde Nahrungsmittel wie zuckerhaltige Getränke und Fast Food sowie Bewegungsmangel haben in der jungen Altersgruppe Erkrankungen wie Diabetes stark zugenommen. So war es auch in Finnland: Als die Kurven beim Gewicht immer weiter nach oben gingen und es immer mehr Erwachsene mit Typ-2-Diabetes gab, schlug die staatliche Gesundheitsbehörde in Helsinki Alarm. Sie informierte die Gemeinden, um sie für das Problem zu sensibilisieren. Die Region Etelä-Pohjanmaa, zu der auch Seinäjoki gehört, war besonders stark betroffen, also setzten sich die Vertreter der örtlichen Institutionen 2013 zusammen und entwickelten ein eigenes Programm. Dass das Ergebnis so ein Erfolg werden würde, hielt damals niemand für möglich, doch selbst die WHO hat inzwischen über Seinäjoki berichtet.

Seitdem empfängt der Ort häufig Delegationen aus dem Ausland, in Zukunft will auch Südkoreas Hauptstadt Seoul das Seinäjoki-Konzept übernehmen, genau wie etliche andere finnische Gemeinden.

Aber was machen die Finnen richtig? Die Antwort ist vielschichtig und hat vielleicht auch ein wenig mit der finnischen Mentalität zu tun, die Dinge auf eine unkomplizierte, sehr pragmatische Weise anzugehen.

Und sie beginnt bereits im Mutterleib.

DAS FINNISCHE SYSTEM

Bereits um 8 Uhr morgens sitzen die ersten Schwangeren auf den Fluren eines rotgeklinkerten Flachbaus und warten auf den Beginn der sogenannten neuvola-Sprechstunde. Gesundheitsberaterin Liisa Mikkola betritt einen der schmucklosen Räume und erzählt von ihrer Arbeit. "99 Prozent aller Finnen kommen zu uns, fast jeder nutzt neuvola", sagt die ehemalige Krankenschwester.

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So läuft es in Seinäjoki

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Direkt übersetzen lässt sich der Begriff nicht, neuvo ist das Wort für "Ratschlag", die Endung la bezeichnet einen "Ort". Seit Jahrzehnten sind die Zentren in Finnland auf die Betreuung von jungen Eltern und deren Nachwuchs bis ins Kleinkindalter spezialisiert. Auch schon bei der Familienplanung und während der Schwangerschaft berät neuvola, denn wie sich die Frau in dieser Zeit ernährt und verhält, beeinflusst die spätere Gesundheit des Kindes.

Im Vergleich zu den deutschen Früherkennungsuntersuchungen U1-U9 wird ebenfalls mehr angeboten: Auch Hausbesuche stehen auf dem Programm, zudem kommen die Frauen deutlich häufiger zur neuvola.

Als das Gesundheitsamt von Seinäjoki 2013 alle am Programm beteiligten Experten an einen Tisch holte, war auch Mikkola mit dabei. Seitdem widmet sie dem Kampf gegen Übergewicht und für eine bessere Ernährung von Kleinkindern wesentlich mehr Energie als jemals zuvor. Aber Veränderungen durchzusetzen, ist gar nicht so einfach, sagt sie. Schließlich haben nicht die Kinder Schuld an ihrem Gewicht, sondern deren Eltern.

"Bei der Ernährungsberatung gehen wir sehr sensibel vor und betonten nur das Positive. Wir sagen nicht: Sie essen sechsmal Hamburger pro Woche, das ist ganz schlecht. Sondern: Toll, Sie essen einmal pro Woche Gemüse, machen Sie das doch noch häufiger." Das würde deutlich mehr motivieren.

Auch die Betreuung in den Schulen von Seinäjoki koordiniert Mikkola mit ihrem Team. Jede Einrichtung hat eine eigene Schulkrankenschwester, einige sogar einen eigenen Schularzt. "Unser Ziel ist, aus gesunden Kindern gesunde Erwachsene zu machen", sagt Mikkola.

Durch das engmaschige Netz aus Beratung, Früherkennung und Prävention ist das neuvola-System erfolgreich und gleichfalls nachhaltig. Auf Veränderungen der Kinder kann das Gesundheitspersonal durch den regelmäßigen Kontakt und die große Akzeptanz schnell reagieren.

DER ZUCKERFREIE KINDERGARTEN

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Wie schwierig es ist, schlechte Gewohnheiten zu ändern, musste auch der britische TV-Koch Jamie Oliver erfahren, dessen Leben sonst eine einzige Erfolgsstory ist: Vor einigen Jahren wollte er das Schulessen in Großbritannien gesünder gestalten und Softdrinks, Pizza, Chicken Nuggets oder anderes Ungesunde aus den Kantinen verbannen.

Zwar erzielte das Programm langfristig Erfolge. Doch gut kam es nicht an.

Viele Schüler hatten keine Lust auf die von der Regierung mit vielen Millionen ausgestattete "Feed me better"-Kampagne und boykottierten Olivers Rezepte. Einige Mütter brachten ihrem Nachwuchs sogar das geliebte Fast Food in der Pause an den Schulhof.

Ähnliches hatte auch Pauliina Sivusalmi erwartet, als in ihrem Kindergarten Tikkuvuori vor einigen Jahren das Essen gesünder werden sollte

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Die Automaten mit Xylitol-Pastillen, die im Speisesaal von Sivusalmis Kindergarten stehen, dürften in deutschen Einrichtungen noch völlig unbekannt sein: Xylitol ist ein Zuckerersatzstoff, der aus Baumrinde gewonnen werden kann - in Finnland meist aus Birken.

Er dient nicht nur als süßer Abschluss nach dem Essen, sondern soll auch vor Karies schützen. Der Stoff wird deshalb auch in Zahnpflegekaugummis verwendet - in Seinäjoki beteiligen sich auch die Zahnärzte an dem Programm.

ROT LERNT BESSER

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An der Seinäjoen Yhteiskoulu ist gerade die Mittagspause vorbei, die Schüler strömen aus der Mensa in die Klassen. Schulleiter Jari Noponen hat mit ihnen gegessen, nun steht er auf und zeigt auf ein buntes Plakat, das im Treppenhaus an der Wand hängt. Es stammt aus einer Studie des US-Neurowissenschaftlers Charles H. Hillman  und zeigt die Hirnaktivität in zwei Schädeln unmittelbar vor einem Lerntest.

Diese Grafik aus einer Bewegungsstudie hat Noponen aufgehängt. Der Schädelquerschnitt mit der roten Färbung zeigt die höhere Hirnaktivität, die sich mit Bewegung erzielen lässt.

Der linke Proband saß 20 Minuten einfach nur da, bevor sein Gehirn gefordert wurde - hier sind die aktiven Regionen mit eher moderaten Farbverläufen von grün bis gelb gekennzeichnet. Der andere Proband hat sich vor dem Test 20 Minuten auf einem Laufband bewegt - hier zeigt tiefes Rot auf der Aufnahme die viel höhere Aktivität. Aus dem Rot zieht Noponen all seine Motivation: "Ich liebe dieses Bild", sagt er.

Noponen war Sportlehrer, bevor er vor knapp 15 Jahren Schulleiter wurde. Schon immer war er der Meinung, dass der Sportunterricht allein nicht ausreicht, um den Schülern genug Bewegung zu verschaffen. "Unsere Kinder bewegen sich zu wenig. Sie sitzen viel, wenige kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad, dafür sind die Wege hier in Finnland manchmal einfach zu weit. Einige meiner Schüler kommen mit dem Trecker zur Schule", sagt er.

Obligatorisch an Noponens Schule ist auch eine Pause, bei der die Schüler vor die Tür an die frische Luft müssen - selbst im finnischen Winter.

Im Geografieunterricht der neunten Klasse steht Matti auf und macht an einem Turngerät an der Wand ein paar Klimmzüge, sein Lehrer schaut bewundernd zu. Ein deutscher Kollege wäre entsetzt. Hier freuen sich alle über die Fitness der Schüler - jeder kann sich mitten im Unterricht an die Stange hängen, wenn ihm gerade nach ein wenig Bewegung ist. Entgegen den Erwartungen sagen viele Lehrer sogar, dass ihre Schüler seither insgesamt ruhiger seien.

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Inzwischen zweifelt kaum einer mehr an Noponens Ideen, schließlich haben sie der Schule Preise eingebracht. 2013 war die Seinäjoen Yhteiskoulu Finnlands Schule des Jahres. Aber der Erfolg kam nicht über Nacht. "Am Anfang habe ich mich wie Don Quichotte gefühlt, der gegen Windmühlen kämpft", sagt er. Doch inzwischen haben Kollegen wie Laura Jokiranta Spaß daran, sich immer wieder neue Bewegungskonzepte auszudenken, egal für welchen Unterricht. "Wenn einer brennt, dann zünden die anderen nach", erklärt Noponen.

Die vielen kleinen Komponenten des Seinäjoki-Projekts sind ohne zusätzliche finanzielle Mittel erfolgreich - Geld aus Helsinki gab es nicht. Den Erfolg macht ein Ineinandergreifen der verschiedenen Institutionen aus, das betonen alle Akteure - von der Schule bis zu neuvola. Man blockiert sich nicht gegenseitig, man streitet nicht um Ressourcen. Kritiker könnten anmerken, dass man ja nicht wisse, welche der vielen Maßnahmen genau effektiv seien. Doch fragt man Noponen nach dem Geheimnis, ist seine Antwort purer Pragmatismus. "Keine Ahnung, ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es funktioniert", sagt er. "Und das zählt."

DAS WUNDER VON NORDKARELIEN

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Es ist es nicht das erste Mal, dass in Finnland ein Präventionsprogramm ausgesprochen erfolgreich ist. Pekka Puska ist so etwas wie die graue Eminenz der finnischen Präventionsgeschichte, seine Arbeit hatte großen Einfluss auf die Volksgesundheit.

Bereits als 27-Jährigem wurde dem späteren WHO-Chef für Prävention und Gesundheitsförderung die Verantwortung für ein Projekt übertragen, das Aufsehen erregte: In der damaligen Provinz Nordkarelien nahe der Grenze zu Russland starben in den Siebzigerjahren reihenweise Männer mittleren Alters an Herzinfarkten - nirgendwo auf der Welt war die Rate so hoch. Stark übergewichtig waren die Männer indes nicht, die meisten arbeiteten körperlich hart, viele als Bauern oder Holzfäller.

Bis 2006 konnten Puska und sein Team die Rate um sagenhafte 85 Prozent senken, denn sie hatten die Wurzel des Übels erkannt: Die Männer nahmen Unmengen von Butter und Fleisch zu sich und rauchten stark. "Damals setzte sich erst langsam die Erkenntnis durch, welche Rolle diese Faktoren spielen", sagt Puska. Für ihn machte es wenig Sinn, nach besseren Behandlungsmethoden für Herzinfarktpatienten zu suchen. Er wollte verhindern, dass die Menschen überhaupt welche bekamen.

Aber wie ändert man den Lebensstil einer ganzen Generation?

Statt nur Vorträge vor Fachpersonal darüber zu halten, dass man Zigaretten und Butter meiden sollte, setzten Puska und sein Team direkt bei den Menschen an. "Wir haben sehr viel Arbeit in den Gemeinden gemacht", sagt er. Er schulte die Mitglieder der Martta Organisation, eines großen Frauenverbandes, und riet ihnen, statt Butter pflanzliches Öl und Gemüse statt Fleisch zum Kochen zu verwenden. Puska verfügt über eine Menge Charisma, er konnte die Frauen überzeugen. In Finnland ist seitdem sogar ein Gericht nach ihm benannt, der "Puska Eintopf" - natürlich enthält er reichlich Gemüse.

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Zudem baute Puska Kontakte zur Nahrungsmittelindustrie auf und pflegte sie. Ein Wurstfabrikant etwa ließ sich überzeugen und verwendete fortan weniger Salz. Auch bei der Reduzierung des Zigarettenkonsums nahm Puska Einfluss, seit 1978 gibt es keine Tabakwerbung mehr in Finnland. Zudem wurden unter den Gemeinden kleine Wettbewerbe veranstaltet: Wer den Cholesterinspiegel am stärksten senken konnte, gewann einen Preis.

Rückblickend sieht er den Erfolg vor allem in der direkten Kommunikation von Mensch zu Mensch. "Man muss versuchen, die Meinungsmacher zu überzeugen. Wenn das gelingt, wird sich die Botschaft von selbst weiter verbreiten", sagt er. So war es auch in Seinäjoki. Dort kennt jeder die Erfolgsgeschichte von Puska, seine Ideen finden sich auch im Programm der Stadt wieder. Und so könnte es auch anderswo sein.

WIE DEUTSCHLAND GEGEN ÜBERGEWICHT KÄMPFT

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Auch Deutschland hat genug Probleme mit Kindern und Jugendlichen, die immer mehr Zeit sitzend vor dem Computer verbringen oder Fast Food und Limonade lieben. Präventionsprogramme haben es langfristig schwer hierzulande, selbst wenn sie erfolgreich sind. Lange haben sich Krankenkassen auf das Verteilen von Aufklärungsflyern verlassen und sind ihrem Präventionsauftrag mit wenig Elan nachgegangen.

"Nur Infomaterialien zu verteilen, bringt gar nichts", sagt der Kinderarzt Helge Hebestreit. Er hat ein Präventionsprogramm an über 20 Kindergärten  mit 30 Minuten Bewegung pro Tag ausgearbeitet, das 2007 im Raum Würzburg ein Jahr lange getestet wurde. Ziel war es, die Kleinen bereits vor Schuleintritt zu prägen und ihnen möglichst viel Spaß an Bewegung zu vermitteln.

Das gelang. "Die Motorik hat sich durch das Programm messbar verbessert, auch die Aktivität ist gestiegen." Zudem wurden die Eltern mit eingebunden, die Kinder erhielten kleine Bewegungshausaufgaben - etwa das Zähneputzen auf einem Bein. Doch ob Hebestreit wie geplant eine weitere Untersuchung durchführen kann, um den Erfolg des Programms an noch mehr Kindern zu messen, ist unklar - dafür müssten weitere Kindergärten teilnehmen. "Es hapert an der flächendeckenden Umsetzung", sagt er.

Bewegungserziehung schon im Kindergarten

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Schon die Entwicklung der Studie war extrem aufwendig. "Schließlich muss das Konzept für jeden der vielen unterschiedlichen Kindergartenträger anwendbar sein," sagt er. In den Schulen sei es etwas einfacher, da gebe es immerhin nur eine Landesbehörde. Aber auch hier hat Hebestreit schlechte Erfahrungen gemacht. Als er ein Anschlussprojekt an den Schulen anschieben wollte, sei das Thema im Kultusministerium versandet.

Auf eine bundesweite Umsetzung eines Programms - sei es auch noch so erfolgreich - kann kaum ein deutscher Präventionsmediziner hoffen. Dafür ist der deutsche Föderalismus, in dem das Schulsystem Ländersache ist, einfach zu kompliziert. Dass es die Finnen mit ihrem zentralen System der Einheitsschule, auf die die Schüler bis zur neunten Klasse gehen, einfacher haben, glaubt auch Puska. "Alle gehen hier zur gleichen Schule", sagt er.

Finnland sei deutlich weiter als Deutschland, sagt Hebestreit. Dort werde Präventionsmedizin schon lange betrieben und genieße einen hohen politischen Stellenwert. "Die Krankenkassen haben sich lange nur für die Kranken zuständig gefühlt", sagt er. "Inzwischen hat sich das zum Glück geändert." Denn das neue Präventionsgesetz macht Gesundheitsvorsorge nun eindeutig zur Aufgabe der Kassen.

Die Ergebnisse aus dem finnischen Städtchen wundern Hebestreit nicht. "Eine Gemeinde kann ohne Zweifel viel erreichen, wenn sie an mehreren Stellschrauben gleichzeitig dreht", sagt er. "Und wenn alle an einem Strang ziehen."

In Seinäjoki ist das passiert, auch wenn man nicht so richtig weiß, was genau den Erfolg ausmacht. Auch im Gesundheitsamt sagen manche: "Irgendjemand muss etwas ins Trinkwasser getan haben, das Kinder schlank macht."

Impressum

Videos: Janita Hämäläinen

Redaktion: Heike Le Ker

Koordination: Jule Lutteroth, Anna Behrend

Fotoredaktion: Lisa Meinen, Carina Wendland, Eva Charlotte Lensing

Programmierung und Grafiken: Michael Niestedt, Aida Marquez Gonzalez, Frank Kalinowski

Dokumentation: Almut Cieschinger, Vasilios Papadopoulos

Schlussredaktion: Julia Mateus

Dieser Bericht ist Teil des Projekts Expedition #ÜberMorgen.