Ernährung WHO-Experten stufen Wurst als krebserregend ein

Die Internationale Agentur für Krebsforschung hat verarbeitetes Fleisch wie etwa Wurst als krebserregend eingestuft. Rotes Fleisch bezeichnen die Experten als "wahrscheinlich krebserregend".
Fleischtheke: Wurst laut WHO kein unbeschwerter Genuss

Fleischtheke: Wurst laut WHO kein unbeschwerter Genuss

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Tabak, Asbest, Dieselabgase - Wurst: Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat den Verzehr von verarbeitetem Fleisch als krebserregend eingestuft.

Es gebe genug Belege in Bezug auf Darmkrebs, berichten Experten im Fachblatt "Lancet Oncology"  der zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörenden Behörde. Zudem sei ein Zusammenhang mit Magenkrebs beobachtet worden. In die Kategorie verarbeitetes Fleisch fallen alle Produkte, die gepökelt, geräuchert, fermentiert oder durch andere Prozesse haltbar gemacht wurden.

Bei der Verarbeitung von Fleisch, wie auch beim Kochen oder Braten, können verschiedene Substanzen entstehen, die Krebs auslösen oder im Verdacht stehen, dies zu tun - etwa sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) oder heterozyklische aromatische Amine (HAA).

"Für den Einzelnen ist das Risiko klein, infolge des Fleischkonsums Darmkrebs zu entwickeln", sagt Kurt Straif von der IARC. "Aber das Risiko steigt mit der verzehrten Menge."

Rotes Fleisch - also das von Rind, Schwein, Lamm, Ziege und Pferd - stufen die Experten als "wahrscheinlich krebserregend" ein. In dieser Kategorie findet sich in den IARC-Listen zum Beispiel auch das Pflanzenschutzmittel Glyphosat, das nach Ansicht vieler Kritiker verboten werden sollte.

Die Belege dafür, dass der Verzehr dieser Fleischsorten beim Menschen Krebs auslöse, seien begrenzt, heißt es zur Erklärung in "Lancet Oncology". Einige großangelegte Studien hätten einen Zusammenhang zwischen Verzehr und Darmkrebs gezeigt, andere jedoch nicht.

Laut IARC bestehen auch mögliche Zusammenhänge mit dem Risiko für Bauchspeicheldrüsen- sowie Prostatakrebs.

wbr/Reuters
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