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Schwangere bei Gymnastik
Schwangere bei Gymnastik
Foto: MaaHoo Studio / Stocksy

Inkontinenz bei Müttern Workout für den Beckenboden

Jede zehnte Frau trägt bei der Geburt ihrer Kinder Beckenbodenschäden davon. Was raten Gynäkologen?
Von Veronika Hackenbroch aus DER SPIEGEL 3/2020

Als sie nach 14 Stunden Wehen ihre Tochter in den Armen hielt, war Simone Schumacher aus Düsseldorf überglücklich und sehr stolz auf sich. Es sei eine "Traumgeburt" gewesen, erzählt sie, ganz natürlich, ohne Periduralanästhesie, ohne Kaiserschnitt.

Dreieinhalb Tage hielt dieses Glücksgefühl an. Dann brach für Schumacher, die ihren wirklichen Namen hier nicht lesen mag, eine Welt zusammen. "Ich war auf Toilette gewesen", erzählt sie, "und plötzlich hatte ich das Gefühl, einen übervollen Tampon in mir zu haben, der dabei ist rauszurutschen."

Schumacher sah nach und entdeckte ein Stück Fleisch zwischen ihren Beinen. "Ich habe es instinktiv wieder reingedrückt", erzählt sie, "aber es kam wieder heraus."

Es war ihre Gebärmutter.

Schumacher, eine sportliche, schlanke Frau Anfang dreißig, hatte einen Gebärmuttervorfall. Ihr Bandapparat und ihr Beckenboden, ein mehrschichtiger Muskeltrichter, waren bei der Geburt der Tochter so gedehnt und beschädigt worden, dass sie die Gebärmutter nicht mehr in ihrer Position halten konnten. Auf einer Seite, stellte sich später heraus, war einer der Muskeln sogar ganz vom Beckenknochen abgerissen.

Schumacher war verzweifelt. "Ich habe mich von meinem Körper völlig im Stich gelassen gefühlt", sagt sie. Drei Tage lang konnte sie nur noch weinen.

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