Feldversuch Niederlande erproben Corona-taugliche Veranstaltungen

Live statt online: Ab Montag sollen in den Niederlanden erste Veranstaltungen mit Publikum und in geschlossenen Räumen erprobt werden. Ziel ist es, vertrauenswürdige Konzepte zu entwickeln.
Vor der Pandemie: die Editors im Amsterdamer Ziggo Dome (2013)

Vor der Pandemie: die Editors im Amsterdamer Ziggo Dome (2013)

Foto: Greetsia Tent / WireImage

Trotz der Pandemie Kabarettprogramm und Fachtagungen: In den Niederlanden soll das erprobt werden. Dafür sollen am Montag im Beatrix-Theater in Utrecht rund 500 Teilnehmer zu einer Fachtagung zusammenkommen. In der folgenden Woche soll dort dann eine Kabarettshow mit Publikum stattfinden. Das berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP.

Auch Fußballspiele mit jeweils 1500 Zuschauern sowie Shows im Amsterdamer Ziggo Dome und Freiluftveranstaltungen in einem Ferienpark seien vorgesehen – jeweils mit umfangreichen Vorsichtsmaßnahmen.

Darauf haben sich die Veranstaltungsbranche, das Gesundheitsministerium, weitere Behörden und wissenschaftliche Einrichtungen der Niederlande im Rahmen der Initiative Fieldlab Events  verständigt. Ziel sei es, sichere und vertrauenswürdige Konzepte für Veranstaltungen mit Publikum zu entwickeln.

Diese Woche erst wurde die wegen der Corona-Pandemie verhängte Ausgangssperre in den Niederlanden bis zum 2. März verlängert. Das teilte die Regierung in Den Haag mit. Bürger dürfen sich damit auch in den kommenden Wochen von 21 Uhr bis 4.30 Uhr nicht ohne wichtigen Grund draußen aufhalten. Seit 23. Januar gilt die abendliche Ausgangssperre, um die Zunahme von Neuinfektionen vor allem mit Mutationen des Coronavirus zu stoppen. Proteste gegen diese bislang schärfste Corona-Maßnahme waren in den ersten Tagen der Ausgangssperre eskaliert. Es hatte Krawalle in mehreren Städten gegeben.

Auch alle übrigen Corona-Maßnahmen waren zuvor bereits bis zum 2. März verlängert worden, wie die Schließung von Schulen, Läden und Gaststätten. Nur die Grundschulen dürfen seit diesem Montag wieder Schüler empfangen – allerdings blieben viele Schulen noch wegen des heftigen Winterwetters geschlossen.

Die Erprobung der sicheren Veranstaltungen unterliegt dabei strengen Regeln. So müssen alle Beteiligten über einen maximal 48 Stunden alten Corona-Negativtest verfügen. Bei der Ankunft werden sie zu möglichen Symptomen befragt und es wird Fieber gemessen. Bei Verdachtsmomenten werden Schnelltests vorgenommen. Jeder Teilnehmer wird verpflichtet, sich fünf Tage danach einem weiteren Corona-Test zu unterziehen.

Zudem müssen alle während der Veranstaltung einen Bewegungssensor bei sich tragen, damit nachverfolgt werden kann, wo sie sich in der Zeit aufgehalten haben. Zu dem Feldversuch gehört auch, dass einige Zuschauer Masken tragen und andere Gesichtsschutzschirme. Die ermittelten Daten sollen dann von mehreren Forschungseinrichtungen ausgewertet werden.

ipp/dpa
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