Depression im Alter Oma braucht Hilfe

Ist die Großmutter depressiv, braucht sie Unterstützung von der Familie. Was können Angehörige tun, wie sollten sie sich am besten verhalten?
Frau im Pflegeheim: Symptome einer Depression können leicht mit denen einer Demenz verwechselt werden

Frau im Pflegeheim: Symptome einer Depression können leicht mit denen einer Demenz verwechselt werden

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Sind Ältere depressiv, benötigen sie oft doppelt Hilfe. Die Familie sollte sie dabei unterstützen, aus ihrer Starre herauszukommen. Angehörige können etwa gemeinsame Spaziergänge mit dem Betroffenen unternehmen und darauf achten, dass dieser seine Körperpflege nicht vernachlässigt. Zudem sollten sie ihre Hilfe bei der Suche nach einem Therapeuten anbieten. Darauf weist die Fachzeitschrift "Pro Alter"  (Ausgabe Mai/Juni 2015) des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) hin.

Depressionen sind bei Senioren besonders gefährlich: Betroffene ziehen sich oft ins Bett zurück und verlieren dadurch schnell an Kraft oder essen und trinken zu wenig, erklärt Ulrich Hegerl vom Bündnis gegen Depression in der Zeitschrift. Vor Kurzem hatten Experten berichtet, dass ältere Menschen besonders suizidgefährdet sind, wobei Depressionen einen großen Risikofaktor darstellen.

Oft ist es schwierig, eine Depression bei Älteren als solche zu erkennen: Die Symptome können leicht mit denen einer Demenz verwechselt werden. Das gilt etwa für Sprechhemmungen, Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen. Eine Depression ist auch bei Senioren gut behandelbar - etwa mit Medikamenten oder einer Psychotherapie beziehungsweise einer Kombination von beidem.

Den Betroffenen im Alltag beistehen

Wichtig ist, dass Angehörige sich gut über das Thema informieren. Denn eine Depression ist für den Erkrankten und ebenso für Außenstehende schwer nachvollziehbar. Je mehr man darüber weiß, desto mehr Verständnis kann man für Betroffene aufbringen. Auch der Austausch mit anderen Menschen, die ein depressives Familienmitglied haben, kann helfen. Denn depressive Phasen können nach wenigen Tagen vorbei sein, aber auch wochenlang anhalten.

Haben ältere Menschen Depressionen, ist es wichtig, die Betroffenen zu bestärken, indem man ihnen sagt, dass sie alltägliche Aufgaben durchaus noch bewältigen können.

Gerade im Alltag brauchen Betroffene Hilfe: Je nachdem, wie schwer die Depression ist, können ihnen selbst Kleinigkeiten schwerfallen. Wenn der Betroffene etwa im Haushalt nichts macht, sollte die Familie das nicht als Zeichen dafür werten, dass er nicht will. Es zeigt vielmehr, dass der Betroffene aktuell nicht in der Lage dazu ist. Komplexe Dinge unterteilt man am besten in kleinere und somit überschaubarere Aufgaben.

wbr/dpa