Jahrbuch Sucht Die verheerenden Folgen von Alkohol und Tabak

Alle sieben Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch durch Alkoholkonsum oder durch den kombinierten Konsum von Alkohol und Tabak. Das beklagt die Hauptstelle für Suchtfragen in ihrem aktuellen Jahresbericht.
Schädliche Sucht: 34 Prozent der 18- bis 64-jährigen Männer sind Raucher

Schädliche Sucht: 34 Prozent der 18- bis 64-jährigen Männer sind Raucher

Foto: FERDINAND OSTROP/ ASSOCIATED PRESS

Berlin - Wie gefährlich die legalen Drogen Alkohol und Tabak sind, legt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in ihrem Jahrbuch 2014 dar. Nach Angaben der DHS sterben hierzulande jährlich 100.000 bis 120.000 Menschen an den Folgen des Zigarettenkonsums. 74.000 Menschen versterben frühzeitig durch Alkoholkonsum beziehungsweise die Kombination von Alkohol- und Tabakkonsum.

Dem aktuellen "Jahrbuch Sucht" zufolge  sind circa 1,8 Millionen Menschen in Deutschland alkoholabhängig. Etwa zehn Millionen haben ein problematisches Trinkverhalten.

Im vergangenen Jahr trank jeder Deutsche im Schnitt 9,5 Liter Reinalkohol, was rund 20,5 Gramm pro Tag entspricht. Das ist nur geringfügig weniger als 2012. Enthalten war diese Menge in durchschnittlich 105,5 Litern Bier, 20,4 Litern Wein und 5,4 Litern Spirituosen.

Damit liegt Deutschland laut der Untersuchung beim Alkoholkonsum auf Platz 5 der 34 Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Nur in Luxemburg, Frankreich, Österreich und Estland wird nach DHS-Angaben mehr getrunken.

Die Grenzwerte für einen relativ risikoarmen Alkoholkonsum gesunder Erwachsener liegen nach DHS-Angaben für Frauen bei nur zwölf Gramm und für Männer bei 24 Gramm reinen Alkohols pro Tag. Ein 0,3-Liter-Glas Bier enthält rund 13 Gramm reinen Alkohol, ein 0,2-Liter-Glas Wein rund 16 Gramm.

Keine Entwarnung beim Tabakkonsum

Trotz seit Jahren sinkender Raucher-Zahlen sehen die Suchtexperten auch beim Tabakkonsum keinen Grund zur Entwarnung. Demnach rauchen immer noch 34 Prozent der 18- bis 64-jährigen Männer und 26 Prozent der 18- bis 64-jährigen Frauen.

Risikofreie Konsummengen gebe es weder für Alkohol noch für Tabak, mahnte die DHS. Je mehr konsumiert werde, desto höher steige das individuelle Risiko, zu erkranken oder vorzeitig zu sterben.

Die DHS nennt mehrere Möglichkeiten, dem Konsum legaler Suchtmittel entgegenzuwirken: Neben Preisanhebungen durch Steuererhöhungen zählen dazu eine zeitliche Begrenzung des Verkaufs sowie effektive gesetzliche Regulierungen der Werbung.

wbr/AFP