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Wirkung der Natur: Parks für die gute Laune

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Psychische Gesundheit So glücklich machen Parks

Spaziergänge mit der Liebsten, auf der Wiese in der Sonne liegen, Picknick im Grünen: Stadtmenschen brauchen die Natur. Doch wie stark ist der positive Effekt von Grünflächen auf die psychische Gesundheit wirklich? Das haben jetzt britische Forscher untersucht - und kommen zu verblüffenden Erkenntnissen.

Bäume, Sträucher, Gras und Vogelgezwitscher, in der Luft liegt der Geruch von feuchtem Waldboden oder frisch gemähtem Gras. All das kann Menschen glücklicher machen - wie sehr, das zeigt jetzt eine Studie im Fachmagazin "Psychological Science" (online noch nicht verfügbar).

Britische Forscher von der University of Exeter haben verglichen, wie sich das Leben in der Nähe von Parks oder Wäldern im Vergleich zu anderen Faktoren, wie etwa einer Hochzeit oder einer sicheren Arbeitsstelle, auf das Wohlbefinden auswirkt - mit erstaunlichem Ergebnis.

"Unsere Untersuchung basiert auf einer einfachen Beobachtung", erklärt Mathew White, Leiter der Studie. "In Zeiten, in denen Menschen näher an Grünflächen leben, ist ihre psychische Gesundheit und Zufriedenheit höher als in Jahren, in denen sie hauptsächlich von Gebäuden umgeben sind."

White und sein Team werteten Daten von etwa zehntausend Menschen in Großbritannien aus. 18 Jahre lang dokumentierten sie deren Wohnort, psychische Gesundheit und ihre Zufriedenheit. Dabei mussten die Studienteilnehmer in regelmäßigen Abständen angeben, wie gestresst und psychisch angegriffen sie sich in den vorangegangenen zwei bis drei Wochen gefühlt hatten. "Gleichzeitig haben wir gefragt wie zufrieden sie insgesamt mit ihrem Leben sind", erzählt der Umweltpsychologe White.

Anschließend verglichen die Forscher, wie groß der Effekt auf das Wohlbefinden durch die Nähe von Grünanlagen im Gegensatz zu anderen positiven Faktoren war. "Wir wussten schon vor der Untersuchung, dass etwa Verheiratete im Vergleich zu nicht Verheirateten weniger zu negativen Gedanken neigen und zufriedener sind", sagt White. Ähnlich positiv verändert sich auch das Wohlbefinden von Arbeitslosen, wenn sie einen Job finden.

Natur tut fast so gut wie heiraten

Der Vergleich verblüffte die Forscher: Eine Hochzeit trägt demnach nur dreimal so stark zum Wohlbefinden bei, wie ein Umzug in Parknähe. Und eine grüne Umgebung bringt etwa ein Zehntel der Zufriedenheit, für die ein neuer Arbeitsplatz sorgt.

"Das ist ein wirklich großer Effekt", sagt White. Ein Park sei für das Glück jedes Einzelnen zwar weniger bedeutend als eine Hochzeit oder ein neuer Job - mache für die Zufriedenheit und psychische Gesundheit aller Anwohner aber einen entscheidenden Unterschied. "Von einem Park inmitten einer Stadt können Tausende Menschen profitieren."

Die Ergebnisse, so die Studienautoren, dürften also auch Stadtplaner interessieren, die entscheiden müssen, ob in einer Region ein Park gebaut oder andere Infrastruktur eingerichtet wird, die etwa Jobs schafft. Einfacher macht das Studienergebnis deren Entscheidungen aber nicht.

"Das Problem bei solchen Studien ist, dass man nicht sicher sein kann, ob die Menschen zufriedener sind, weil Grünflächen in der Nähe sind", sagt White. "Oder ob zufriedenere Menschen dazu neigen, in die Nähe von Parks zu ziehen." Diese Fehlerquelle konnten die Wissenschaftler aber weitgehend abstellen, indem sie viele Menschen, die immer wieder ihren Wohnort wechselten, über einen langen Zeitraum begleiteten. Dass allein ein Umzug in Parknähe Menschen glücklich macht, beweist die Studie aber nicht.