Die richtige Schlafhygiene Kein Schlaf ohne Ohrstöpsel!

Gut zu schlafen, fällt vielen Menschen schwer. Dabei braucht man für den perfekten Schlaf nur ein paar einfache Mittel. So wie eine Schlafbrille, Ohrstöpsel - und ein Käsebrot.
Schlafbrille und Ohrstöpsel: Manche schlafen lieber mit Hilfsmitteln

Schlafbrille und Ohrstöpsel: Manche schlafen lieber mit Hilfsmitteln

Foto: Corbis

Schlafen ist das Wichtigste im Leben. Manche Leute behaupten, ich ginge dafür über Leichen. Ich sage: Man kann eben nicht immer Rücksicht auf die Gefühle anderer Menschen nehmen, wenn es darum geht, die Welt zu verbessern. Denn genau das tue ich, indem ich schlafe. Nie richte ich weniger Schaden an.

Schon als ich ein Kind war, pflegte meine Mutter zu Freunden und Verwandten zu sagen: "Wenn er schläft, ist er lieb." Das gilt für alle Menschen. Wer schläft, kann keinen Unsinn machen. Alle sollten der Welt mindestens sieben Stunden Pause von sich gönnen oder auf jeden Fall so viel, dass sie nicht missmutig durch die Welt rennen. Ich brauche 7,5 Stunden, sonst bin ich unerträglich für mich selbst und andere. Es ist deshalb niemandem angeraten, meinem Schlaf im Wege zu stehen.

Aus dem neuen SPIEGEL ONLINE-Buch "Vertragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker?"

Mit den lustigsten und fiesesten Geschichten aus dem Patientenleben. Außerdem beantworten Experten Fragen, die wir uns alle stellen: Wie schützt man sich vor Erkältungen? Mit welchen Tricks macht man seinen Schlaf erholsamer? Das Buch zur Kolumne "Vertragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker?" (Rowohlt) enthält viele unveröffentlichte Beiträge - und ist ab sofort im Handel.Amazon Shop-Link: Frederik Jötten, Jens Lubbadeh "Vertragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker?" 

Als mein Bruder und ich im Urlaub einmal ein Zimmer teilten, habe ich ihn abends angeschrien: "Hast du noch nie was von Schlafhygiene gehört? Mach jetzt endlich den Fernseher aus und leg dich hin, du Glotz-Junkie - ich muss pennen!" Wir hatten die Diskussion täglich, er brüllte: "Du durchgedrehter Penn-Diktator!" Am Ende fügte er sich doch - weil er die Entschlossenheit in meinen müden Augen gesehen hat.

So wenig Störfaktoren wie möglich

Schlafhygiene bedeutet nämlich zuallererst, dass man dann schlafen geht, wenn man müde ist. Man muss sofort handeln, ohne auf die richtige Uhrzeit zu warten oder darauf, dass Menschen, die mit einem das Schlafzimmer teilen, ins Bett wollen. Wer schlafen will, hat ein Recht auf Ruhe, das sollte ins Grundgesetz aufgenommen werden! Wenn man seine Müdigkeit übergeht, wird man nämlich wieder wach und kann später nicht einschlafen.

Schlafhygiene heißt zudem, dass man störende Faktoren möglichst ausschließt (zum Beispiel laute Brüder im Zimmer) und, falls das nicht geht, sich entsprechend wappnet. Schließlich kann immer irgendein Idiot auf der Straße vor dem Haus hupen oder im Treppenhaus die Tür knallen. Selbst die Person, die einem am nächsten liegt, kann auf einmal anfangen, im Traum zu sprechen oder noch schlimmer, zu schnarchen. Das Risiko ist viel zu groß, dass man davon aufwacht und nicht mehr einschläft. Also kein Schlaf ohne Ohrstöpsel!

Aber Schlafhygiene beginnt schon lange bevor man ins Bett geht (mehr über die wichtigsten Regeln für einen guten Schlaf lesen Sie hier). Es ist essentiell, dass zwischen der letzten Mahlzeit und dem Schlafen nicht zu viel Zeit vergeht, höchstens drei Stunden, wenn das letzte Mahl des Tages sparsam war. Viele Menschen denken, dass man dick wird und schlecht schläft, wenn man spät isst - das ist Quatsch. Außerdem: Der Löwe isst und legt sich dann schlafen, was könnte also physiologisch sinnvoller sein, als es genauso zu machen? Man muss ja nicht gleich wie ein Löwe ein halbes Gnu im rohen Zustand verschlingen, das könnte den Schlaf dann doch erschweren.

Aber ein Käsebrot vor dem Schlafengehen ist perfekt. Zusätzlich zu dem Effekt, dass man was im Magen hat, enthalten alle Milchprodukte, also auch Käse, die Aminosäure Tryptophan, die den Schlaf fördert. Ich behaupte nicht, dass ein Käsebrot alle Schlafprobleme löst. Aber manchmal hilft es.

Schlafhygiene braucht Übung!

Auch wichtig: die Dunkelheit im Schlafzimmer. Licht verringert die Produktion von Melatonin, das Hormon, das uns müde macht. Ich schlafe deshalb grundsätzlich mit Schlafbrille. Wenn ich nachts mal aufs Klo muss, mache ich kein Licht, sonst wäre ich sofort hellwach! Ich habe gelernt, mich im Dunkeln zu bewegen. Zugegeben, manchmal, wenn ich bei Freunden zu Besuch bin, gibt es schwierige Situationen. Menschen erschrecken, wenn sie mir nachts im Dunklen begegnen - ich nicht, denn ich trage ja Schlafbrille.

LESERAUFRUF: Vertragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker?

Und wie steht es mit Ihnen? Haben Sie schlechte, skurrile, witzige oder eindrucksvolle Erfahrungen mit den Halbgöttern in Weiß gemacht? Schicken Sie uns bis zum 30. November Ihre Arzt- oder Apothekergeschichte. Die beste gewinnt ein Buch und wird auf SPIEGEL ONLINE veröffentlicht.Freimachen Leseraufruf: freimachen@spiegel.de Vertragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker: Die Kolumnisten auf Facebook 

Eine Freundin stand mal verzweifelt am frühen Morgen vor ihrer Toilettentür, ich war im Bad. Sie rüttelte an der Tür - geschlossen. Und kein Licht leuchtete durch den Türspalt. "Hat da irgendein Idiot von außen abgesperrt?", hörte ich sie fluchen. Ich hatte kein Licht gemacht, mir reichte natürlich das rote Lämpchen der elektrischen Zahnbürste, um mich zu orientieren. Natürlich antwortete ich ihr nicht, meine eigene Stimme hätte mich aufgeweckt. Ich wartete, bis sie auf dem Weg zur anderen Toilette der Wohnung war und schlich mich dann wieder ins Bett.

Es ist nicht immer einfach, eine gute Schlafhygiene zu leben. Aber wenn ich morgens ausgeruht aufstehe, weiß ich: Es hat sich gelohnt.

REGELN FÜR EINEN PERFEKTEN SCHLAF - FRAGEN AN DEN EXPERTEN

Wie erreicht man eine gute Schlafqualität?Was ist eine gesunde Schlafhygiene?Welche Hilfsmittel sind für einen guten Schlaf sinnvoll?

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.