Gerichtsurteil Krankenkasse muss nicht für Katze zahlen

Eine psychisch kranke Frau hat ihre Krankenkasse gebeten, die Kosten für ihren Hund und ihre Katze zu übernehmen. Die Tiere würden ihr Lebensmut geben. Vor Gericht konnte sie mit dem Argument nicht punkten.

Katze (Archivbild)
DPA

Katze (Archivbild)


Die gesetzliche Krankenkasse muss nach Auffassung des Sozialgerichts Dortmund nicht für Unterhaltskosten eines Hundes oder einer Katze aufkommen. Das entschied das Gericht in der nordrhein-westfälischen Stadt in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss, mit dem es die Klage einer Versicherten abwies.

Die Frau befindet sich in psychotherapeutischer Behandlung und wollte erreichen, dass die Krankenversicherung ihr die laufenden Kosten für die Haltung eines Hundes und einer Katze erstattet. Die Krankenkasse hatte dies zuvor abgelehnt. (Az. Do E 940-806)

Durch die Sorge um die Tiere habe die Frau wieder Lebensmut gewinnen können, sagt sie. Im Falle einer Abgabe der Tiere sei aus nervenärztlicher Sicht eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes zu befürchten.

Doch nach Einschätzung des Gerichts ist die Gesetzeslage eindeutig. Die Kosten für Haustiere seien der "privaten Lebensführung" zuzuordnen, erklärte es. Dass sich Tiere aufgrund genereller sozialer Funktionen positiv auf die Psyche des Versicherten auswirkten, mache sie nicht zum Teil einer Krankenbehandlung. Sie seien "nicht als Hilfs- oder Heilmittel im Sinne der gesetzlichen Vorschriften zu qualifizieren". Dass sie sich auch positiv auf die Psyche der Versicherten auswirken mögen, mache sie noch nicht zum Teil einer Krankenbehandlung

Ausnahmen gelten nach Auffassung des Gerichts nur für Blindenhunde.

wbr/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.