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07. Januar 2013, 06:29 Uhr

Traumatherapie

Mit drei Phasen zurück ins Leben

Eine Therapie kann traumatisierten Menschen helfen, in den Alltag zurückzukehren und mit den Erinnerungen zu leben. Häufig reicht eine Stabilisierungsphase aus, in schwierigen Fällen folgen die Konfrontation mit dem Unglück und schließlich die Integration des Erlebten in die Lebensgeschichte.

Stabilisierung

Die Traumatherapie umfasst mehrere Phasen, die meist aufeinander aufbauen und sich gleichzeitig ergänzen. In der ersten, der sogenannten Stabilisierungsphase, versuchen Betroffene und Therapeuten, Fähigkeiten zur Regulation von Gefühlen und inneren Spannungen wiederzuerlangen. Es geht darum, das Erlebte zu begreifen und Erinnerungslücken zu schließen. Vielen Betroffenen hilft es, sich einen Rückzugsort vorzustellen, um Sicherheit zurückzugewinnen.

Um die Kontrolle über beherrschende Bilder des Traumas zurückzuerlangen, gibt es diverse Imaginationstechniken. Beispielsweise können Patienten versuchen, die Bilder in einen Tresor einzuschließen, so dass sie wieder selbst entscheiden können, wann sie die Erinnerung hervorrufen. Manchen hilft es, sich die wiederkehrenden traumatischen Bilder in Schwarzweiß vor Augen zu führen, damit das Gehirn bedrohliche Eindrücke der Vergangenheit zuordnet. Auch Entspannungstechniken wie Yoga oder Qigong können helfen.

Konfrontation

Bei vielen reicht die Stabilisierungsphase aus, um eine traumatische Erfahrung zu bewältigen. In schwierigeren Fällen ist eine sogenannte Traumaexposition sinnvoll. In dieser Phase wird der Betroffene noch mal mit dem Trauma konfrontiert, um langfristig die Symptome zu lindern. Der Patient ruft sich Bilder des Unglücks oder der Gewalttat in einem geschützten Raum unter Aufsicht des Therapeuten bewusst in Erinnerung. Die Methode ist nicht unumstritten und je nach Schwere des Traumas auch nicht immer sinnvoll.

Ziel der Traumaexposition ist es, die versprengt abgelegten Bilder, Gefühle, Gerüche oder Überzeugungen zu verbinden und es dem Gehirn so möglich zu machen, diese als zusammengehörige Informationen in einem "alten Film" abzuspeichern und als Vergangenheit zu archivieren.

Integration

In dieser Phase geht es um die Einordnung des Erlebten in die persönliche Lebensgeschichte. Was ist angemessene Trauer über das Geschehene? Von welchen Wünschen muss man sich verabschieden - beispielsweise, wenn man nach einem Unfall körperliche Fähigkeiten verloren hat? Wie geht man damit um, wenn Täter nicht zur Verantwortung gezogen werden können? Die aktuelle Überlebenssituation wird überprüft - was soll bleiben, was soll sich verändern? Die schwere Aufgabe dieser Phase ist es, sich mit der eigenen Vergangenheit auszusöhnen und sie zu akzeptieren.

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