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Science Photo Library/ Getty Images

Handhygiene 30 Sekunden, die Leben retten

Bloß schnell ein bisschen Wasser drüber? Dann können Sie es gleich sein lassen. Worauf es beim Händewaschen ankommt: Gründlichkeit. Und Seife.

30 Sekunden können lang sein, aber sie machen den Unterschied. Mit einer Reihe von Fotos hat die Schauspielerin Kristen Bell ("Veronica Mars", "Frozen") gezeigt, wie wichtig gründliches Händewaschen ist: 20 bis 30 Sekunden lang, mit warmem Wasser, Seife und an allen Stellen, wie es Ärzte empfehlen.

Auf dem ersten von sechs Bildern ist eine ungewaschene Hand zu sehen, die zuvor mit einer speziellen Creme eingerieben wurde. Diese Creme macht Keime unter UV-Licht sichtbar. Die Hand leuchtet quasi weiß. Kein Wunder: Im Normalfall befinden sich auf jedem Quadratzentimeter unserer Hand um die hundert Keime.

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Für das zweite Bild wurden die Hände kurz mit Wasser abgespült und danach abgeschüttelt. Der Effekt ist fast null. Lediglich ein paar Stellen sind sauber. Ein kurzes Händewaschen ohne Seife bringt auch noch keine große Veränderung (Bild drei). Erst durch die Reinigung mit Seife verschwinden die weißen Stellen auf der Haut. Nach sechs Sekunden Händewaschen mit Seife ist bereits ein deutlicher Unterschied zu erkennen. 15 Sekunden liefern fast das gewünschte Ergebnis, doch erst nach einer halben Minute ist die Hand wirklich keimfrei.

Herkömmliche Seife reicht aus

Die Art der Seife ist dabei nicht entscheidend. Standardprodukte reinigen genauso gut wie teure antibakterielle Seifen. Das haben Forscher der Korea University in Seoul vor einiger Zeit bewiesen. In ihrem zweiteiligen Experiment  kamen sie zu dem Ergebnis, dass Produkte mit dem keimabtötenden Inhaltsstoff Triclosan nicht effektiver sind als normale.

Mit welcher Technik sich Menschen die Hände waschen, spielt hingegen schon eine Rolle. Die Dauer ist ein Faktor. Was sonst noch zu beachten ist, zeigt dieses Video aus einem Krankenhaus in Iran. Zum Beispiel werden oft die Daumen, Handkanten und Handgelenke vergessen.

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Frauen beherzigen diese Empfehlungen laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) übrigens mehr als Männer. In einer 2015 durchgeführten Umfrage gaben die weiblichen Befragten deutlich häufiger an, sich die Hände zu waschen. Dafür sprechen auch Beobachtungsstudien der London School of Hygiene & Tropical Medicine mit rund 250.000 Menschen. Auf Raststättentoiletten benutzte demnach nicht einmal jeder dritte Mann Wasser und Seife, bei den Frauen waren es immerhin 64 Prozent.

Um die 30-Sekunden-Regel zu verinnerlichen, empfehlen Ärzte, beim Händewaschen gedanklich zweimal "Alle meine Entchen" zu singen. Wer es nicht so mit Kinderliedern hat, findet hier acht weitere Handwaschsongs  - von A-ha bis zur Five Man Electrical Band.

löw