Schmerzhafte Hauterkrankung Was tun gegen Schwangerschaftsakne?

Von wegen neun Monate lang rosige Haut: Pickel, Pusteln und Akne kennen viele Frauen nicht nur aus der Pubertät. Bei einigen kommen sie während der Schwangerschaft wieder. Was man dagegen tun kann.

Pickel in der Schwangerschaft: Wenn die Hormone verrückt spielen
Eva Katalin/ Getty Images

Pickel in der Schwangerschaft: Wenn die Hormone verrückt spielen


Geschmeidiges Haar, zarte Haut und dazu ein dicker Bauch - eine Schwangerschaft soll Frauen schöner und attraktiver machen: Das weibliche Hormon Östrogen, das der Körper in dieser Zeit vermehrt produziert, verlangsamt den Haarausfall, die Haut lagert Wasser ein, Fältchen im Gesicht verschwinden. Gleichzeitig wird die Haut besser durchblutet, das Gesicht schimmert in einem rosafarbenen Teint. So weit die Theorie.

In der Praxis allerdings kann sich längst nicht jede Schwangere dieser makellosen Schönheit erfreuen: Denn gerät der Hormonhaushalt in den neun Monaten aus dem Gleichgewicht, reagieren manche Frauen sensibel auf Testosteron, das die Talgproduktion anregt. Zwar hält Talg die Haut geschmeidig. Produziert der Körper aber zu viel davon, verstopft er die Poren.

Das Resultat: Mitesser, Pickel und Pusteln - kurz: Schwangerschaftsakne. Gefährlich ist das nicht, aber unangenehm und mitunter sogar schmerzhaft. Weil einige der wirksamen Medikamente schädlich für das ungeborene Kind sind, müssen sich Schwangere genau informieren, was sie tun können. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist Schwangerschaftsakne?

Akne ist eine entzündliche Hauterkrankung, die meist im Gesicht, im Dekolleté oder auf dem Rücken auftritt. 90 Prozent der Betroffenen litten bereits während der Pubertät darunter. Wie viele schwangere Frauen genau betroffen sind, ist bis heute nicht belegt, Experten halten die Erkrankung in dieser Gruppe für selten. Bei manchen zeigen sich nur kleinere Hautunreinheiten in Form von Mitessern oder kleineren Pickeln. Die allein sind aber noch kein Indiz für eine Schwangerschaftsakne. Wer sich unsicher ist, sollte einen Dermatologen aufsuchen.

Was sind die Ursachen?

Für die Erkrankung gibt es unterschiedliche Auslöser: Neben der Genetik spielen auch Lebensstil und Stress eine entscheidende Rolle. Wer raucht, sich ungesund ernährt oder übergewichtig ist, hat ein höheres Risiko. Und hormonelle Veränderungen spielen eine wichtige Rolle. Vom Testosteron etwa ist bereits bekannt, dass es in der Pubertät Hautunreinheiten und Akne auslöst.

Gehen die Unreinheiten wieder weg?

Wie gewöhnliche Hautunreinheiten während der Pubertät verschwindet auch die Schwangerschaftsakne wieder. Wann das passiert, ist unterschiedlich. Bei manchen Frauen bessert sich das Hautbild bereits nach dem ersten Drittel der Schwangerschaft, andere müssen bis zur Geburt des Kindes warten.

Kann man selbst etwas gegen die Schwangerschaftsakne tun?

Dermatologen empfehlen, die betroffenen Stellen am Körper zweimal täglich am besten mit Wasser zu reinigen. Zusätzlich raten sie zu hautschonenden Reinigungsmitteln wie seifenfreien Syndets und rückfettenden Cremes. Auch Peelings können helfen. Verschlimmert sich die Akne, können Ärzte Schwangeren mitunter auch den Wirkstoff Benzoylperoxid verschreiben. Eine genaue Nutzen-Risiko-Bewertung ist dann dringend erforderlich.

Das sollten Sie vermeiden

Genau wie bei Akne in der Pubertät sollten Schwangere Pickel und Pusteln auch jetzt nicht aufkratzen oder ausdrücken. Sonst entstehen Narben. Oberflächlicher Talg wird beim Ausdrücken zwar entfernt, der Rest verlagert sich allerdings in die tieferen Hautschichten. Entzündungen sind dann schwerer zu behandeln.

Besser ist es daher, die Haut regelmäßig mit Pflegeprodukten zu reinigen. Dabei sollten Schwangere allerdings auf ölbasierte und fettige Pflegeprodukte verzichten. Und bei der Auswahl der Pflegeprodukte ist Vorsicht geboten: Mittel, die Tretinoin oder Adapalen enthalten, können Fehlbildungen bei Neugeborenen zu verursachen. Auch von einer Therapie mit Antibiotika raten Ärzte ab.

Ähnliches gilt für den Wirkstoff Isotretinoin. "Verschiedene Studien belegen, dass dieser Wirkstoff das Baby schwer schädigen oder zu einer Fehlgeburt führen kann. Grundsätzlich sollten Schwangere keine Akne-Produkte oder Medikamente ohne Rücksprache mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin verwenden", sagt Uta Schlossberger, Dermatologin aus Köln.

Darf ich mich trotzdem weiter schminken?

Ja, schminken ist erlaubt. Schwangere, die zu Hautunreinheiten neigen, sollten allerdings auf komedogene Mittel, also Schminke mit öligen Substanzen, verzichten. Und sie sollten vor dem Schlafengehen alles gründlich abschminken.

ctl/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.