China 67-Jährige bringt angeblich natürlich gezeugtes Kind zur Welt

Eine 67-Jährige und ihr 68-jähriger Mann haben Medienberichten zufolge Nachwuchs bekommen - als älteste junge Eltern Chinas. Die 40-jährige Schwester des Neugeborenen brach demnach den Kontakt zu ihren Eltern ab.

In China gilt die Zwei-Kind-Politik: Nun hat eine 67-Jährige ihr drittes Kind zur Welt gebracht (Symbolbild)
iStockphoto/ Getty Images

In China gilt die Zwei-Kind-Politik: Nun hat eine 67-Jährige ihr drittes Kind zur Welt gebracht (Symbolbild)


In China hat eine 67-Jährige Medienberichten zufolge eine gesunde Tochter per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. "Das Kind wurde uns beiden vom Himmel geschenkt", sagte der 68-jährige Vater der Nachrichten-Website Guancha.cn zufolge, deren Reporter das Paar im Krankenhaus in der Stadt Zaozhuang besucht haben will.

Die Geburt am Freitag sei ohne Komplikationen verlaufen, Mutter und Kind seien wohlauf, hieß es demnach. Das Mädchen befinde sich aktuell noch auf der Intensivstation. Der Zustand der Mutter sei in etwa vergleichbar mit anderen Schwangeren, sagte eine betreuende Krankenpflegerin.

Als die 67-Jährige im April ins Krankenhaus gegangen sei, um sich wegen zahlreicher Beschwerden untersuchen zu lassen, habe sie eigentlich gedacht, diese würden mit ihrer Menopause zusammenhängen. Doch sie habe erfahren, dass sie im dritten Monat schwanger war. Das Paar habe es zunächst nicht glauben können und sei auch beschämt gewesen, erzählt der Mann der Website zufolge. Doch sie hätten gegen den Rat des Krankenhauses beschlossen, das Kind zu bekommen, da es "ein Geschenk des Himmels" sei.

Dennoch habe sich das Paar im Vorfeld einige Sorgen gemacht: "Meine Frau ist seit längerer Zeit kränklich: Sie hatte einen Hirninfarkt, hohen Blutdruck, Arthritis und Diabetes", sagte der Vater des Kindes. Sie habe viele Medikamente nehmen müssen. "Sie hatte Angst, dass unsere Tochter nicht gesund sein würde."

40-jährige Schwester bricht Kontakt zu Eltern ab

Wie die staatliche Zeitung "Global Times" berichtete, habe das Mädchen mit dem Namen Tianci eine 18 Jahre ältere Nichte und zwei Geschwister, die rund 40 Jahre älter sein sollen. Berichten zufolge soll eine der Schwestern den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen haben, als sie von der Schwangerschaft ihrer Mutter erfuhr. "Mir ist es egal, was meine anderen Kinder sagen", sagte der Vater nun der "Global Times".

Im Twitter-ähnlichen Kurzbotschaftendienst Weibo rief die Geburt des Kindes Kritik hervor. Nutzer warfen den Eltern Egoismus vor. "In ihrem fortgeschrittenen Alter sind sie nicht in der Lage, sich um ein Kind zu kümmern, und der Druck wird auf den älteren Geschwistern lasten", schrieb ein Nutzer. Andere Nutzer fragten, ob das Paar wegen seines Verstoßes gegen die seit 2016 geltende Zwei-Kind-Politik bestraft werden würde.

Durch die Einführung der Zwei-Kind-Politik ist die Geburtenrate in der Volksrepublik nicht so stark angestiegen wie erwartet. Allerdings entscheiden sich nun mehr ältere Chinesinnen für ein zweites Kind.

Auch wenn die Berichte es suggerieren und das Paar dies selbst behauptet, blieb eine medizinische Aussage dazu offen, ob die Eltern das Kind tatsächlich auf natürlichem Weg gezeugt haben. In Mitteleuropa haben Frauen im Durchschnitt mit 52 Jahren ihren letzten Eisprung, danach reifen keine Eizellen mehr heran. Frauen mit Kinderwunsch in diesem Alter sind daher auf künstliche Befruchtung und Eizellenspende angewiesen.

Eine Schwangerschaft jenseits der Menopause kann problematisch sein, da das Herz-Kreislauf-System und der gesamte Organismus mit dem Alter schwächer werden und die Hormonumstellung auch die Geschlechtsorgane stark verändert. Die Gebärmutter ist ein hormonabhängiger Muskel, in dem sich vor der Menopause die Schleimhaut zur Einnistung der befruchteten Eizelle aufbaut und die Schleimhaut wieder abgestoßen wird, wenn keine Schwangerschaft eintritt. Nach der Menopause verändern sich die Hormonkonzentrationen und damit der Gebärmuttermuskel.

Trotz der erhöhten Risiken gibt es immer wieder Berichte über Mütter über 50. Vor rund drei Jahren wurde etwa eine Inderin zum ersten Mal mit 70 Jahren Mutter. Ein bekannter Fall in Deutschland ist die Vierlingsgeburt von Annegret Raunigk mit 65 Jahren. Beide Frauen wurden künstlich befruchtet.

kry/AFP



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