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12. Juni 2017, 13:22 Uhr

Erziehung

Wie Kinder ein gesundes Essverhalten lernen

Nur füttern, bis das Baby satt ist. Nicht bei jedem Quengeln Essen anbieten. Ein paar Regeln können das Essverhalten von Kindern positiv beeinflussen.

Eltern können schon früh die Weichen dafür stellen, dass ihr Kind ein gesundes Essverhalten entwickelt. Beispielsweise achten sie am besten bereits bei Babys auf Hunger- und Sättigungssignale.

Das gilt etwa bei Fläschchen: Portionsangaben auf den Packungen seien nur Orientierungswerte, erläutert das Netzwerk "Gesund ins Leben". Schon Säuglinge könnten regulieren, wie viel Milch sie trinken.

Feste Essenszeiten einführen

Füttern Eltern ihr Baby nur, wenn es Hunger signalisiert, schulen sie so langfristig ein gesundes Essverhalten des Kindes. Beispielsweise sollte ein Baby die Flasche nicht austrinken müssen. Wenn es aufhört zu trinken, den Sauger loslässt und den Kopf wegdreht, heißt das in aller Regel: Es hat genug.

Außerdem lernen Kinder idealerweise früh feste Essenszeiten kennen, empfiehlt die Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Es ist besser, wenn Eltern nicht ständig etwas zu essen anbieten. Kinder sollten beispielsweise im Buggy kein Brötchen in die Hand bekommen, raten die Experten.

Wer weint, hat nicht immer Hunger

Essen hat oft mit Emotionen zu tun. Quengelt das Baby beispielsweise wirklich, weil es Hunger hat? Oft sind Babys müde oder wollen Aufmerksamkeit. Bekommen sie stattdessen etwas zu essen, verknüpfen sie das miteinander. Essen wird zur Belohnung und zum Trostspender.

Das Gleiche gilt für den gemeinsamen Fernsehabend der Familie: Werden jedes Mal Chips dazu gegessen, verbinden Kinder das positive Zusammensein mit dem Essen. Generell sollten Süßigkeiten und Knabberkram aber nicht verboten werden - das macht sie bloß besonders reizvoll.

Vorbild sein

Kinder davon zu überzeugen, statt Pommes doch lieber die Karotten zu essen, ist allerdings oft schwierig. In der Bildergalerie finden Sie ein paar Tipps, wie es gelingen kann. Unter anderem sollten Eltern Vorbild sein. "Eltern überzeugen ihre Kinder nicht von einer gesunden Ernährung, indem sie Wasser predigen und Wein trinken", sagt Petra Schulze-Lohmann von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Einschneidende Verbote, etwa der vollständige Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel, sollten Eltern nicht ohne Rat vom Kinderarzt einführen. Die Pädiater warnen, solche Diäten seien meist medizinisch nicht notwendig und bergen Risiken. Nur wenn bei einem Kind tatsächlich eine Nahrungsunverträglichkeit oder Allergie vom Arzt diagnostiziert wurde, ist der Verzicht sinnvoll.

wbr/dpa

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