3-D-Modell Fötus aus dem Drucker

Eine japanische Firma bildet Skulpturen von ungeborenen Kindern nach - mit einem 3-D-Drucker. Als Vorlage dienen Aufnahmen von Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft. Das Erinnerungsstück ist im durchsichtigen Block zu haben oder als Mini-Version als Handy-Anhänger.
Fötus-Modell in 3D: Weiße Skulptur in durchsichtigem Block

Fötus-Modell in 3D: Weiße Skulptur in durchsichtigem Block

Foto: YOSHIKAZU TSUNO/ AFP

Ultraschallbilder des ungeborenen Kindes? Bald reichen die Aufnahmen möglicherweise nur noch für ein müdes Gähnen. Denn eine japanische Firma geht nach dreidimensionalen Ultraschallaufnahmen und Filmen des ungeborenen Kindes noch ein Stück weiter: Auf Wunsch können sich werdende Eltern ihren Nachwuchs als 3-D-Modell nachbilden lassen.

Die Figuren, die die Firma am Dienstag vorstellte, werden anhand von Ultraschall- und Magnetresonanzbildern hergestellt. Die weiße Skulptur des reifenden Körpers ist in einen durchsichtigen Block eingelassen, so dass der Eindruck eines im Fruchtwasser schwimmenden Fötus entsteht.

"Weil man nur einmal im Leben mit einem bestimmten Kind schwanger ist, haben wir von Schwangeren viele Anfragen nach solchen Modellen bekommen", sagte Tomohiro Kinoshita von der Firma Fasotec. Die Frauen wollten "die Gefühle und Erfahrungen dieser Zeit" nicht vergessen. Als Zusatz zum neun Zentimeter großen Modell gibt es eine Mini-Version als Handy-Anhänger - diese sind bei japanischen Frauen beliebte Accessoires.

Die Aufnahmen aus dem Mutterleib werden vorzugsweise im letzten Schwangerschaftsdrittel gemacht, damit die Merkmale des Kindes schon möglichst genau zu erkennen sind. Der Preis: 100.000 Yen (937 Euro). Eine einfachere Version, bei der nur das Gesicht des Fötus zu sehen ist, soll ab Dezember zum halben Preis angeboten werden.

Dass werdende Eltern immer mehr über ihre ungeborenen Kinder wissen und das Unsichtbare sichtbar machen wollen, ist ein seit Jahren nicht nur in den USA sondern auch hierzulande wachsender Trend: Der 3-D-Ultraschall als Fötus-Party, Babywatching in der Shopping-Pause oder Accessoires wie ein kuscheliger Teddybär, der auf Bauchdruck die fetalen Herztöne abspielt, sind nur einige der sonderbaren Nebenprodukte einer immer besser werdenden Ultraschallmedizin. Ärzte und Hebammen stehen der Kommerzialisierung der Schwangerschaft allerdings kritisch gegenüber.

3-D-Drucker arbeiten ähnlich wie Tintenstrahldrucker. Der Unterschied ist, dass sie mehrere Schichten eines Materials übereinanderlegen, wodurch die räumliche Form entsteht. Das japanische Unternehmen stellt auch für medizinische Forschungszwecke Modelle von Organen und anderen Körperteilen her, mit denen beispielsweise Operationen vorbereitet werden können. Bei den Modellen wird nach Angaben der Firma auch die Konsistenz des Objektes - hart oder weich - nachgebildet.

irb/AFP
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.