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14. September 2015, 13:43 Uhr

Geburten in Deutschland

Fast jedes dritte Kind kommt per Kaiserschnitt

Ob ein Baby in Deutschland per Kaiserschnitt zur Welt kommt, hängt stark vom Bundesland ab. 2014 war die Wahrscheinlichkeit im Saarland fast doppelt so hoch wie in Sachsen.

Fast jedes dritte Kind in Deutschland kommt per Kaiserschnitt zur Welt. Allerdings ist die Operationsrate in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich, berichtet das Statistische Bundesamt. Im Jahr 2014 war sie demnach im Saarland mit 40,2 Prozent am höchsten. Die wenigsten Kaiserschnittentbindungen gab es mit 24,2 Prozent in Sachsen.

Insgesamt blieb der Anteil der Frauen, die per Kaiserschnitt entbunden haben, gegenüber 2013 unverändert: 31,8 Prozent der 692.096 Krankenhausentbindungen des vergangenen Jahres waren Kaiserschnitte.

Der Deutsche Hebammenverband befürwortet den Eingriff nur, wenn er medizinisch notwendig ist. "Wir halten Wunschkaiserschnitte nicht für sinnvoll", sagte Sprecherin Nina Martin. Sie spricht von einer unterschiedlichen Geburtskultur, die in den einzelnen Bundesländern praktiziert werde.

Es gibt nur wenige medizinische Gründe, die einen Kaiserschnitt unabdingbar machen. Dazu zählt, wenn das Kind quer zur Längsachse der Mutter liegt oder der Mutterkuchen vor dem Muttermund. In vielen Fällen ist der Kaiserschnitt eine Option, aber nicht immer ein Muss, etwa bei einer Beckenendlage, hohem Geburtsgewicht, Zwillingsgeburten oder einem vorangegangenen Kaiserschnitt.

Andere G eburtshilfen werden selten angewandt

Nur ein verschwindender Anteil der Frauen entscheidet sich für eine Geburt außerhalb eines Krankenhauses, zum Beispiel in einem Geburtshaus oder zu Hause. Von den 717.565 Kindern, die 2014 zur Welt kamen, wurden nur 11.391 nicht im Krankenhaus geboren. Die Zahl der geborenen Kinder ist höher als die Zahl der Geburten, da es Mehrlingsgeburten gibt.

Insgesamt gab es 2014 mehr Babys, nämlich 31.929 Säuglinge oder 4,7 Prozent mehr als im Jahr 2013. Damit stieg auch die Zahl der Krankenhausentbindungen um den gleichen Prozentwert. 99,7 Prozent der 2014 geborenen Kinder kamen lebend zu Welt. Eine Saugglocke wurde bei 5,8 Prozent der Entbindungen eingesetzt, eine Geburtszange bei 0,4 Prozent.

wbr/dpa

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