Uno-Bericht für 51 Länder Nur sechs von zehn Frauen haben Zugang zu Verhütungsmitteln

Kondome, Pille, Spirale: Verhütungsmittel sind teuer - längst nicht jeder kann sie sich leisten. Laut einem Bericht könnten 200 Millionen Frauen weltweit ungewollt schwanger werden.
Kondome: Für viele Frauen weltweit sind sie unerschwinglich

Kondome: Für viele Frauen weltweit sind sie unerschwinglich

Foto: Andrii Zastrozhnov/ iStockphoto/ Getty Images

Viele Frauen auf der Welt können nicht darüber entscheiden, wen sie heiraten, mit wem sie Sex haben und wie viele Kinder sie bekommen. Eine Studie des Bevölkerungsfonds der Uno (UNFPA) beziffert nun, wie viele Frauen davon betroffen sind. Demnach haben mehr als 200 Millionen Frauen weltweit keinen Zugang zu Verhütungsmitteln, obwohl sie eine Schwangerschaft eigentlich verhindern wollen.

Die Analyse gilt für 51 Industrie- und Entwicklungsländer, für die solche Daten zur Verfügung standen. Demnach haben nur 57 Prozent der Frauen, die in einer Beziehung leben, Zugang zu Verhütungsmitteln und gesundheitlicher Versorgung und können frei über die sexuelle Beziehung zu ihrem Partner entscheiden.

Die größte Freiheit haben Frauen in den untersuchten Ländern demnach in der Ukraine und auf den Philippinen, wo 81 Prozent der Frauen über ihr Sexualleben und Schwangerschaften entscheiden können. In Mali, Niger und Senegal gilt das dagegen nur für sieben Prozent der Frauen - der niedrigste Wert im Vergleich zwischen den 51 untersuchten Ländern. Deutschland wurde in der Untersuchung nicht berücksichtigt.

Je ärmer die Frauen sind, zeigt der Bericht, desto kleiner ist ihre Chance, an die Mittel zu kommen - das gilt sowohl in Industrie- wie auch in Entwicklungsländern. UNFPA-Geschäftsführerin Natalia Kanem sagte, ohne diesen Zugang fehle den Frauen die Macht, Entscheidungen über ihren eigenen Körper zu treffen. Etwa, ob sie schwanger werden wollten. Deswegen könnten sie auch nicht ihre eigene Zukunft gestalten.

Insgesamt haben heute deutlich mehr Frauen Zugang zu Verhütungsmitteln als noch vor fünfzig Jahren. Waren es 1969 noch 24 Prozent, so erhöhte sich die Zahl auf 58 Prozent im Jahr 2019, schätzen die Forscher.

koe/dpa
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