Geburt mit 40 plus Deutschlands Mütter werden immer älter

Die Zahl der Babys in Deutschland steigt: Im vergangenen Jahr kamen 787.500 Kinder zur Welt, berichtet das Statistische Bundesamt. Beim Alter der Mütter gibt es einen deutlichen Trend.

In Hamburg und Berlin kamen 2018 gemessen an der Einwohnerzahl besonders viele Kinder zur Welt
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In Hamburg und Berlin kamen 2018 gemessen an der Einwohnerzahl besonders viele Kinder zur Welt


In Deutschland wurden im vergangenen Jahr mehr als 787.500 Kinder geboren. Damit ist die Zahl der Babys im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: 2017 kamen rund 2600 Kinder weniger zur Welt, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit.

Auffällig ist demnach die Zunahme an Müttern, die bei der Geburt ihres Kindes 40 Jahre oder älter sind. 2018 war diese bei 42.800 Entbindungen der Fall - mehr als fünf Prozent aller Geburten. Mit 88 Babys pro 1000 Frauen sei die Zahl der Geburten in dieser Altersgruppe zwar noch immer relativ gering, schreiben die Statistiker. Im Vergleich zu 1990 habe sich die Zahl aber fast vervierfacht.

Der Trend zur späteren Mutterschaft hat verschiedene Gründe: Dazu gehört, dass mehr Frauen arbeiten und den Kinderwunsch deshalb nach hinten schieben. Aber auch der medizinische Fortschritt ermöglicht, später Mutter zu werden, als es früher der Fall war, etwa durch Hormontherapien oder künstliche Befruchtungen.

Biologisch gesehen liegt das ideale Alter für eine Schwangerschaft zwischen 20 und 30 Jahren. Wer sich gesund ernähre, regelmäßig bewege und auf Nikotin verzichte, habe aber auch noch mit über 35 gute Chancen, problemlos schwanger zu werden, heißt es auf der Homepage des Berufsverbands der Frauenärzte.

Babysegen in Hamburg und Berlin

Im Jahr 2018 gab es auch regionale Unterschiede bei der Zahl der Neugeborenen:

  • Die meisten Babys pro Einwohner wurden 2018 in den Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen geboren. In Hamburg kamen 12 Kinder pro 1000 Einwohner zur Welt, in Berlin und Bremen waren es jeweils 11 Neugeborene pro 1000 Einwohner.
  • Besonders wenige Babys hingegen wurden in den neuen Ländern (bis auf Sachsen) sowie im Saarland geboren. Dort lag die Zahl bei nur acht Babys pro 1000 Einwohner.
  • Alle anderen Bundesländer lagen mit neun oder zehn Babys pro 1000 Einwohner im Mittelfeld.

Die Unterschiede spiegeln vor allem verschiedene Altersstrukturen der Bevölkerung wider. Werden diese herausgerechnet, bekommen Frauen in den neuen Bundesländern noch etwas mehr Kinder als Frauen in den alten Bundesländern:

  • Während die zusammengefasste Geburtenziffer in den neuen Bundesländern ohne Berlin bei 1,6 lag,
  • betrug sie im früheren Bundesgebiet ohne Berlin 1,58.

Diese Zahl gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekäme, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre wie das aller Frauen zwischen 15 und 49 im betrachteten Jahr.

Im Video: Schwangerschaft statt Menopause - Die Ü50-Mütter

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irb/dpa



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