Selfies vom Stillen Uno ruft Frauen zu "Brelfies" auf

Geht es nach den Vereinten Nationen, sollten sich alle stillenden Mütter fotografieren und die Bilder online posten. Die "Brelfies" sollen Stigmata bekämpfen - und natürlich Werbung machen.

Mutter mit fünf Tage altem Baby
DPA

Mutter mit fünf Tage altem Baby


Sind Sie gerade Mutter geworden? Und können Sie Ihr Kind stillen? Dann posten Sie ein "Brelfie" - das zumindest wünschen sich die Vereinten Nationen.

Bei dem Trend veröffentlichen Mütter Fotos von sich, auf denen sie ihr Baby stillen, in sozialen Medien wie Facebook oder Instagram. Das Teilen der Bilder sei ein guter Weg, um das Stigma zu bekämpfen, das noch mit öffentlichem Stillen verbunden sei, erklärten die Vereinten Nationen. Außerdem könne so auf den hohen Stellenwert von Muttermilch hingewiesen werden.

"Dazu kann man nur ermutigen", sagte auch die Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Fadela Chaib, als sie auf Brelfies angesprochen wurde.

Laut Unicef wird rund die Hälfte aller Babys weltweit - 77 Millionen Neugeborene - nicht innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt an die Brust ihrer Mutter gelegt. Dadurch würden ihnen wichtige Nährstoffe, Antikörper sowie der Haut-zu-Haut-Kontakt vorenthalten, der die Neugeborenen vor Krankheiten schütze.

Deutschland: Allergieärzte und Stillkommission nicht einig

Besonders wichtig ist Stillen - wenn es für die Mutter körperlich möglich ist - in Entwicklungsländern. Aber auch hierzulande empfiehlt die nationale Stillkommission, Babys im ersten Lebenshalbjahr ausschließlich Muttermilch zu geben und zunächst auch weiter zu stillen, wenn das Baby bereits Beikost bekommt.

Die Autoren der Leitlinie zur Vermeidung von Allergien hingegen würden schon früher von der reinen Muttermilch abweichen. Laut einer Aktualisierung sollten Mütter nur bis zum Ende des vierten Lebensmonats ausschließlich stillen. Anschließend sollte demnach aufgrund des steigenden Nährstoffbedarfs mit Beikost begonnen werden. "Eine Verzögerung der Beikosteinführung soll aus Gründen der Allergieprävention nicht erfolgen", heißt es da.

Die Muttermilch von Menschen ist äußerst komplex, sie enthält unter anderem mehr als 200 verschiedene Arten von Zuckermolekülen. Bei anderen Säugetieren sind es nur 10 bis 50. Der Zucker dient in den ersten Tagen nach der Geburt weniger dazu, das Kind satt zu machen. Stattdessen fördern die Moleküle wohl gezielt die Besiedelung des Darms der Neugeborenen mit Bakterien (mehr dazu lesen Sie hier).

irb/Reuters



insgesamt 66 Beiträge
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Seite 1
angst+money 29.07.2016
1.
Ich weiß ja auch, wie das als Mann ist wenn jemand in der Nähe stillt: man wird etwas verlegen und weiß nicht wo man hingucken soll. Für manche scheint sowas ja der Weltuntergang zu sein. Echte Männer bleiben natürlich cool.
c.m.johannsen 29.07.2016
2. Eine stillende Mutter stört,
denn sie passt nicht in unsere perfekte Welt. Sie erinnert uns daran, woher wir kommen und wer wir sind. Wer will das schon präsentiert bekommen? Da bricht die Natur in die coole Welt rein, die man sich mit Smartphone, Latte, Laptop usw. gebastelt hat. Und sie erinnert die ganzen Dinkies und überzeugten Singles daran, dass es noch andere Dinge im Leben gibt.
damp2012 29.07.2016
3. Leute, Leute, Leute..
... ist das überhaupt eine Diskussion wert? Ich finde das so banal! Wenn eine Mutter in der S-Bahn oder wo auch immer will stillen will, soll sie es tun. Wer hingucken oder weggucken will, soll es tun. Ob Mutter sich dann belästigt fühlt oder nicht - muss sie schon mit dem Hingucker oder sich selber ausmachen. Übrigens: c.m.johannsen - das ist ja wohl nun eine wirklich platte Aussage, oder?
mira.aleksic 29.07.2016
4. verwechselt:
Zeigen der Männerbrust ist doch nicht strafbar!
Frida_Gold 29.07.2016
5.
Sie setzen Brüste mit Penis und Vagina gleich? Ernsthaft? Wenn Sie das belästigt, haben Sie das Problem, nicht die Uno oder der Rest der Welt...
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