Selfies vom Stillen Uno ruft Frauen zu "Brelfies" auf

Geht es nach den Vereinten Nationen, sollten sich alle stillenden Mütter fotografieren und die Bilder online posten. Die "Brelfies" sollen Stigmata bekämpfen - und natürlich Werbung machen.
Mutter mit fünf Tage altem Baby

Mutter mit fünf Tage altem Baby

Foto: Frank Leonhardt/ picture-alliance/ dpa/dpaweb

Sind Sie gerade Mutter geworden? Und können Sie Ihr Kind stillen? Dann posten Sie ein "Brelfie" - das zumindest wünschen sich die Vereinten Nationen.

Bei dem Trend veröffentlichen Mütter Fotos von sich, auf denen sie ihr Baby stillen, in sozialen Medien wie Facebook oder Instagram. Das Teilen der Bilder sei ein guter Weg, um das Stigma zu bekämpfen, das noch mit öffentlichem Stillen verbunden sei, erklärten die Vereinten Nationen. Außerdem könne so auf den hohen Stellenwert von Muttermilch hingewiesen werden.

"Dazu kann man nur ermutigen", sagte auch die Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Fadela Chaib, als sie auf Brelfies angesprochen wurde.

Laut Unicef wird rund die Hälfte aller Babys weltweit - 77 Millionen Neugeborene - nicht innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt an die Brust ihrer Mutter gelegt. Dadurch würden ihnen wichtige Nährstoffe, Antikörper sowie der Haut-zu-Haut-Kontakt vorenthalten, der die Neugeborenen vor Krankheiten schütze.

Deutschland: Allergieärzte und Stillkommission nicht einig

Besonders wichtig ist Stillen - wenn es für die Mutter körperlich möglich ist - in Entwicklungsländern. Aber auch hierzulande empfiehlt die nationale Stillkommission, Babys im ersten Lebenshalbjahr ausschließlich Muttermilch zu geben und zunächst auch weiter zu stillen, wenn das Baby bereits Beikost bekommt.

Die Autoren der Leitlinie zur Vermeidung von Allergien hingegen würden schon früher von der reinen Muttermilch abweichen. Laut einer Aktualisierung  sollten Mütter nur bis zum Ende des vierten Lebensmonats ausschließlich stillen. Anschließend sollte demnach aufgrund des steigenden Nährstoffbedarfs mit Beikost begonnen werden. "Eine Verzögerung der Beikosteinführung soll aus Gründen der Allergieprävention nicht erfolgen", heißt es da.

Die Muttermilch von Menschen ist äußerst komplex, sie enthält unter anderem mehr als 200 verschiedene Arten von Zuckermolekülen. Bei anderen Säugetieren sind es nur 10 bis 50. Der Zucker dient in den ersten Tagen nach der Geburt weniger dazu, das Kind satt zu machen. Stattdessen fördern die Moleküle wohl gezielt die Besiedelung des Darms der Neugeborenen mit Bakterien (mehr dazu lesen Sie hier).

irb/Reuters