Zigaretten Ärzte fordern Rauchverbot bei Autofahrt mit Kindern

In einem verrauchten Auto ist die Schadstoffbelastung höher als in einer verrauchten Bar, kritisiert die Bundesärztekammer. Die Experten fordern ein Qualmverbot fürs Auto, zumindest wenn Kinder mitfahren.
Rauchen am Steuer: Die Mitfahrer inhalieren mit

Rauchen am Steuer: Die Mitfahrer inhalieren mit

Foto: A3462 Marcus Führer/ dpa

Fahren Kinder mit, sollte das Rauchen im Auto bestraft werden, fordert die Bundesärztekammer (BÄK). Der Gesetzgeber solle dem Beispiel Englands folgen. Dort wird seit Anfang Oktober beim Rauchen im Auto ein Bußgeld fällig, wenn Kinder anwesend sind, erklärte Josef Mischo von der Ärztekammer. Es sei "dringend notwendig, Kinder und Jugendliche, die in Pkw mitfahren, wirksam vor Passivrauchen zu schützen".

Die Ärztevertreter unterstützen damit eine Forderung der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU), die sich ebenfalls für ein derartiges Rauchverbot im Auto ausgesprochen hatte.

"Kinder leiden unter dem Passivrauchen noch stärker als Erwachsene", erklärte Mischo. Es führe zu akuten und chronischen Atemwegserkrankungen, verschlimmere bereits vorhandenes Asthma und erhöhe den Bluthochdruck. Bei Kleinstkindern gehöre das Passivrauchen zudem zu den Hauptrisikofaktoren für den plötzlichen Kindstod. Hinzu kommt, dass Passivrauchen das Krebsrisiko erhöht. So erkranken beispielsweise Kinder, deren Eltern rauchen, häufiger an einem Tumor der Leber und wahrscheinlich auch an Leukämie.

Höhere Belastung als in verrauchter Bar

Im Auto sei die gesundheitliche Belastung besonders hoch, so Mischo. "Die Schadstoffkonzentration liegt sogar über der einer durchschnittlich verrauchten Bar", warnte er.

In England und Wales kostet Rauchen im Auto seit dem 1. Oktober 50 Pfund (67 Euro) Bußgeld, wenn Kinder anwesend sind. Offene Autofenster schützen nicht vor der Strafe. Schottland will im kommenden Jahr ein ähnliches Gesetz verabschieden.

Ähnliche Rauchverbote in Autos gelten auch in anderen Ländern, zum Beispiel in Südafrika, in Teilen Kanadas und der USA sowie in mehreren Territorien Australiens. Auch in Frankreich hatte die Nationalversammlung im Frühjahr als Maßnahme gegen das Passivrauchen für ein Rauchverbot in Autos im Beisein Minderjähriger gestimmt.

In Deutschland wurde in den vergangenen Jahren immer wieder über eine entsprechende Gesetzesregelung diskutiert. Bislang konnten sich die Befürworter eines solchen Rauchverbots in Pkw aber nicht durchsetzen - obwohl Krebsforscher dies seit Jahren fordern.

irb/AFP
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