Zika-Virus Spezialkondome sollen australische Olympioniken schützen

Zu den Olympischen Spielen in Rio will Australien seinen Athleten spezielle Kondome ins Reisegepäck legen. Eine antivirale Substanz auf der Gummihaut soll Zika-Viren abtöten.

Mitglieder des Olympiateams von Australien
Getty Images

Mitglieder des Olympiateams von Australien


Angesichts der Bedrohung durch das Zika-Virus sehen Experten dem Beginn der Olympischen Spiele in Brasilien im August mit Sorge entgegen. Da schon länger bekannt ist, dass das Virus auch über sexuellen Kontakt weitergegeben werden kann, wollen australische Sportfunktionäre ihrem Olympiateam nun einen besonderen Schutz zukommen lassen: 1500 Kondome sollen an die 134 Athleten verteilt werden. Dabei handele es sich aber nicht um normale Kondome, wie Teamchefin Kitty Chiller am Montag erklärte, sondern um "super-starke".

Das Gleitmittel an der Gummihaut soll antiviral wirken und so einen "fast vollständigen Anti-Viren-Schutz" gewährleisten, hieß es. Die Kondome werden vom größten Produzenten des Landes hergestellt, ein entsprechender Vertrag soll bereits unterzeichnet worden sein. "Gesundheit und Wohlbefinden unseres Teams haben Vorrang", sagte Chiller. Den Athleten werden während der Spiele aber auch vor Ort Präservative zur Verfügung stehen - die Organisatoren wollen in Brasilien 450.000 Kondome bereitstellen.

Das von Moskitos übertragene Zika-Virus wird für schwere Gesundheitsschäden bei Babys von infizierten Schwangeren verantwortlich gemacht. Es kann auch durch Sex übertragen werden - erst kürzlich wurde der erste Fall einer sexuellen Übertragung in Deutschland bekannt. Betroffen war ein Paar, das ungeschützten Sex hatte. Der Mann hatte sich Angaben des Robert Koch-Instituts zufolge bis Anfang April in Puerto Rico aufgehalten - und sich dort mit Zika angesteckt.

In erster Linie wird das Virus jedoch durch infizierte Mücken übertragen, die aber nicht in Deutschland heimisch sind. Männer können es auch mit ihrem Sperma weitergeben, da die Hoden zu den sogenannten immunprivilegierten Bereichen des Körpers zählen. Dort ist das Immunsystem herunterreguliert, um das empfindliche Gewebe zu schützen. Dadurch können dort auch Krankheitserreger besser überdauern.

Vergangene Woche riet die Weltgesundheitsorganisation Schwangeren von Reisen nach Rio de Janeiro ab und forderte alle Athleten auf, sich bei den Olympischen Spielen vor dem Virus zu schützen. Die Spiele finden vom 5. bis zum 21. August statt.

joe/AFP



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