Weibliche Lust »Als meine Tochter mich nach Gruppensex fragte, bin ich versteinert«

Sie hat Sex und will darüber reden, deswegen hat die Autorin Katja Lewina ein Buch geschrieben. Ein Gespräch über weibliches Begehren, Analsex und Scham.
Foto: Tina Gutierrez / plainpicture

SPIEGEL: Frau Lewina, es gibt bereits die Bücher »Sexuell verfügbar«, es gibt »Viva la vagina« und »Das beherrschte Geschlecht«. Nun kommt von Ihnen »Sie hat Bock« hinzu. Brauchen wir noch ein Buch über weibliche Lust?

Lewina: Würden Sie mich das auch fragen, wenn ich einen Liebesroman geschrieben hätte? Würden Sie wissen wollen, warum es die dreimillionste Liebesgeschichte braucht? Ich glaube, nicht. Die Liebe ist ein universelles Thema, wir können nicht genug darüber reden. Genauso wenig können wir genug über das weibliche Begehren reden.

SPIEGEL: Ich wollte damit nur sagen: Es scheint gerade wahnsinnig in zu sein, als Frau über Sex zu schreiben.

Lewina: Die weibliche Sexualität wurde über Jahrtausende von Männern unterdrückt, Frauen hatten keinerlei Möglichkeit, sich dazu zu äußern. Es stimmt, in den vergangenen Jahren fingen Frauen vermehrt an, erstmals offen über ihren Sex zu sprechen. Aber nur weil sich nun ein paar Stimmen erhoben haben, heißt das nicht, dass sie in diesem Augenblick wieder damit aufhören sollten.

SPIEGEL: Sie haben, so schreiben Sie, das weibliche Begehren entlang Ihrer eigenen »erotischen Biografie« erforscht. Was erzählen Sie über sich?

Lewina: Es geht darum, wie ich als Mädchen meine Sexualität entdeckt habe, in einer Zeit, in der ich vor lauter Tabus mit niemandem in meiner Familie darüber sprechen konnte. Es geht darum, wie ich meinen Körper kennengelernt habe in der Pubertät, es geht um guten und schlechten Sex, den ich hatte, um sexuelle Gewalterfahrungen, um den Moment, in dem ich festgestellt habe, wie wahnsinnig richtig es sich anfühlt, eine offene Beziehung zu führen. Heute bin ich verheiratet, habe drei Kinder und zusätzlich einen festen Freund. Auch darum geht es.

SPIEGEL: Entspricht jede Schilderung der Wahrheit?

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