Schutz vor Covid-19 Stiko will »zeitnah« über Impf-Empfehlung für Kinder unter fünf entscheiden

Ab sechs Monaten können Kinder laut EU-Arzneimittelbehörde sicher gegen Covid-19 geimpft werden. Die Stiko hat bislang noch keinen Rat zum Thema erteilt, will aber in den kommenden Wochen beratschlagen.
Stiko-Vorsitzender Thomas Mertens

Stiko-Vorsitzender Thomas Mertens

Foto: David Young / dpa

Nachdem die Ema die Zulassung der Coronaimpfstoffe für Kinder unter fünf Jahren empfohlen hat, will die Ständige Impfkommission (Stiko) zügig über eine Empfehlung für Eltern und Ärzte beraten. Die Stiko beschäftige sich »aktuell mit einer Empfehlung für die Covid-19-Impfungen für Kinder unter fünf Jahren«, sagte der Kommissionsvorsitzende Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Stiko-Mitglied Fred Zepp sagte, mit einem Ergebnis sei »zeitnah in den nächsten Wochen zu rechnen«. Die Stiko berate über die vorliegenden Studiendaten, sagte Zepp, der als Kindermediziner an der Universität Mainz tätig ist. Sie berücksichtige bei ihrer Entscheidung auch das aktuelle Infektionsgeschehen in dieser Altersgruppe.

Die EU-Arzneimittelbehörde Ema hatte am Mittwoch den Weg frei gemacht für zwei Coronaimpfstoffe für Babys ab sechs Monaten. Mit den Vakzinen der Hersteller Pfizer/Biontech und Moderna könnten auch solche Kinder vor einer Coronainfektion geschützt werden, teilte die Behörde in Amsterdam mit. Weitere Hintergründe, auch zu einer Auswertung über die Verträglichkeit der Coronaimpfung im Vergleich zu anderen Vakzinen für Kleinkinder, lesen Sie hier .

Geringe Krankheitslast bei Kindern

Die Stiko-Empfehlung für ältere Kinder zwischen fünf und elf Jahren zeige indessen Wirkung, sagte Zepp. »Knapp jedes vierte Kind im Alter zwischen fünf und elf Jahren ist mittlerweile mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft worden.« Nach Einschätzung der Stiko reiche für gesunde Kinder aktuell eine Einmal-Impfung.

»Wir sehen bisher bei kleinen Kindern keine hohe Krankheitslast durch die Omikron-Variante«, sagte Zepp. »Da sich viele Kinder bereits mit Omikron infiziert haben, sind sie durch die Kombination von Einmal-Impfung und Infektion in diesem Herbst und Winter zunächst gut geschützt.« Kinder mit eigenen, schwerwiegenden Risikofaktoren dagegen sollten neben der vollständigen Grundimmunisierung bis zu zwei Auffrischungsimpfungen bekommen.

jme/AFP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.