Artikel • 16.6.2020

Na dann Prost! Die besten Biersorten im Check

Von Alt- bis Zwickelbier

Bei Sonnenuntergang auf die Biersorte anstoßen

Deutschland ist eine Biernation. Allein im Jahr 2019 lag der Pro-Kopf-Konsum bei rund 100 Litern und bundesweit gibt es mehr als 1.500 Brauereibetriebe. Auch in vielen anderen Teilen der Welt wird der Gerstensaft liebend gern getrunken. Bierbrauen ist eine wahre Kunst und es existieren die unterschiedlichsten Biersorten und Biermarken. Wir wollen einen kleinen Überblick über die bekanntesten Bierarten bieten und haben die wichtigsten Fakten zusammengefasst.

Obergärige und untergärige Biersorten: Die Unterschiede

Grundsätzlich werden Biersorten in obergärig und untergärig aufgeteilt. Bei obergärigen Bieren schwimmt die Hefe bei der Gärung oben und die Herstellung erfolgt bei Temperaturen von bis zu 25 Grad. Im Gegensatz dazu sinkt die Hefe bei untergärigen Bieren nach unten und die Brautemperatur liegt bei 5-15 Grad.

Ein weiteres wichtiges Merkmal von Bieren ist die sogenannte Bittereinheit. Die Bitterkeit der Briesorten wird international einheitlich in IBU (International Bitterness Units) ausgedrückt. Je höher dieser Wert, desto bitterer das Bier. Die meisten kommerziellen Biere haben eine Bitterkeit von ca. 16 IBU. Auch die EBC-Werte sagen etwas über eine Biersorte aus – und zwar bezeichnen sie die Farbe bzw. die Farbstärke. Je höher der EBC-Wert, desto dunkler die Farbe des Bieres. 

Biersorten-Vielfalt im Detail
Ob hell, dunkel oder rot: jede Biersorte hat ihre typische Farbe

Altbier: Dunkle, nussig-malzige Biersorte

Das Altbier hat seinen Ursprung im Rheinland und gehört in dieser Region noch immer zu den absoluten Favoriten. Das kupferfarbene bis braune Bier verdankt seine dunkle Farbe dem „Münchner Malz“, das auch für den typischen nussig-malzigen Geschmack des Altbiers verantwortlich ist. Das Geschmacksprofil wird von der fruchtig-herben Note der Hefe und des Hopfens abgerundet und Altbier schmeckt das ganze Jahr über ausgezeichnet.

  • Obergärig
  • Alkoholgehalt: 4-5 Prozent
  • 25-40 IBU
  • 25-38 EBC
  • Bekannteste Biermarken: Diebels, Schlösser, Gatz, Frankenheimer

Berliner Weisse: Sauerbier für den Sommer

Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein helles Weizenbier, das mit Weizen- und Gerstenmalz gebraut wird. Neben Hefe gehören außerdem Milchsäurebakterien zu den Komponenten beim Brauen. Es ist ein leichtes Bier, das sich wunderbar für warme Temperaturen eignet. Die Berliner Weisse gehört zu den sogenannten Sauerbieren. Der säuerliche Geschmack des erfrischenden Getränks hat meist Fruchtaromen, während der Nachgeschmack eher trocken ist. Bei der Herstellung werden zum Beispiel Rhabarber, Erdbeeren oder Himbeeren vergoren.

  • Obergärig
  • Alkoholgehalt: 2-3 Prozent
  • 3-8 IBU
  • 5-8 EBC
  • Bekannteste Biermarken: BRLO Berliner Weisse, Weltmeister Weisse, Berliner Kindl

Bockbier: Bitteres Starkbier mit höherem Alkoholgehalt

Das Bockbier gehört zu den Starkbieren und ist eher ein Winterbier. Es wird mit Gerstenmalz gebraut und hat eine ausgeprägte süß-malzige Geschmacksnote, die an Rosinen erinnert. Es ist ein vollmundig schmeckendes bernsteinfarbenes, eher bitteres Bier. Es ist dickflüssiger als zum Beispiel Pilsener Bier, da Bockbier sehr stark eingebraut wird. Dies hat nicht nur einen geringeren Wasseranteil zur Folge, sondern auch einen etwas höheren Alkoholgehalt.

  • Meist untergärig (Ausnahme z.B. Weizenbock)
  • Alkoholgehalt: 6-7 Prozent
  • 25-35 IBU
  • 30-40 EBC
  • Bekannteste Biermarken: Riegele, Hoppebräu, La Trappe, Schorschbock

Gose: Saure Biersorte für Kenner

Seinen Namen verdankt das Bier dem Flüsschen Gose im Harz, dessen Wasser die Menschen schon im 14. Jahrhundert verwendeten, um das Getränk zu brauen. In heutiger Zeit haben andere Biersorten die Gose verdrängt, sodass das Bier hauptsächlich bei Kennern bekannt ist. Kennzeichnend ist der salzig-säuerliche Geschmack, der der Verwendung von Kochsalz geschuldet ist. Auch Koriander ist ein Bestandteil des klassischen Gose-Biers. Das helle Getränk schmeckt erfrischend und eignet sich am besten für warme Jahreszeiten.

  • Obergärig
  • Alkoholgehalt: 4-5 Prozent
  • 15-20 IBU
  • 8-10 EBC
  • Bekannteste Marken: Skagen, Swingers, Elbe Gose, Badisch Gose

Kölsch: Das wohl Beste an Köln

Dieser deutsche Bierstil hat seinen Ursprung in Köln und gehört bis heute vor allem im Rheinländischen Gebiet zu den mit Abstand beliebtesten Biersorten. Das hellgelbe, klare Bier schmeckt unaufdringlich und leicht. Der Geschmack ist leicht hopfenbetont und zugleich malzig und sogar ein wenig fruchtig. Das süffige Bier ist ein wahrer Durstlöscher und ideal für die heißen Sommertage.

  • Obergärig
  • Alkoholgehalt: 4-5 Prozent
  • 18-25 IBU
  • 6-10 EBC
  • Bekannteste Marken: Bischoff Kölsch, Gaffel Kölsch, Ganser Kölsch, Gilden Kölsch
Ein Glas Kölsch vor dem Kölner Dom
Kölns schönste Seite: Ein Kölsch vor dem Kölner Dom

Märzen: Malziges Bier aus dem Süden

Das Märzenbier ist in Süddeutschland und in Österreich besonders beliebt. Der Geschmack des Märzens ist zugleich malzig wie hopfig – ideal, um die Süße des Malzes auszugleichen. Das Vollbier ist dunkelgelb bis bernsteinfarben. Die im Vergleich zum Pilsner intensivere Farbe kommt durch das Mehr an Malz zustande sowie vom Verwenden von dunklem Karamellmalz beim Brauen.

  • Untergärig
  • Alkoholgehalt: 5-6 Prozent
  • 15-25 IBU
  • 8-16 EBC
  • Bekannte Marken: Skt. Martinus Märzen, Hoffmann Festmärzen, Fürst Wallenstein Märzen

Pils: Beliebteste Biersorte Deutschlands

Das Bier nach Pilsner Brauart ist die beliebteste Biersorte der Deutschen. Es ist ein goldgelbes und klares Getränk, das einen betont hopfigen Geschmack hat. Die goldene Farbe verdankt das Alljahresbier der Malzsorte „Pilsner Malz“, die fürs Brauen verwendet wird. Das Verhältnis von Hopfen und Malz liegt in der Regel bei 60 zu 40. Es ist ein wenig bitterer und schmeckt herber als andere untergärige Biere.

  • Untergärig
  • Alkoholgehalt: 4-5 Prozent
  • 30-45 IBU
  • 4-6 EBC
  • Bekannteste Marken: Krombacher, Oettinger, Budweiser, Beck‘s

Porter: Vollmundige black power

Porter-Bier ist an seiner schwarzen Farbe und dem malzigen, süßlichen Geschmack zu erkennen. Der Nachgeschmack des vollmundigen Biers ist dagegen geprägt von Röstaromen. Porter ist in der Craft-Beer-Szene beliebt und heutzutage gibt es die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen, wie zum Beispiel das Coffee Porter oder das Chocolate Porter. Hervorragend schmeckt das Porter-Bier vor allem an heißen Sommertagen.

  • Obergärig
  • Alkoholgehalt: 4-6 Prozent
  • 20-40 IBU
  • 47-69 ECB
  • Bekannte Biermarken: Lausitzer Porter, Fuller’s London Porter, Störtebeker Hanse

Stout: Bittere Biersorte mit vollmundigen Geschmack

Charakteristisch für Stout-Biere ist ihre tiefschwarze Farbe und der vergleichsweise hohe Alkoholgehalt. Stout ist ein Ableger des Porter-Biers und entstand Anfang des 19. Jahrhunderts. Auch der malzige, karamellige Geschmack ist typisch für dieses vollmundige Starkbier, da Hopfen beim Brauen eine weniger wichtige Rolle spielt. Der Braustil ist komplex und zu den Bestandteilen können Kaffeebohnen, Chili und Schokolade gehören. Die Bitterkeit des Biers wird erst im Nachgeschmack spürbar, wobei es in dieser Hinsicht deutliche Unterschiede geben kann.

  • Obergärig
  • Alkoholgehalt: 7-9 Prozent
  • 25-60 IBU
  • 60-80 EBC
  • Bekannte Biere: Guinness, Schönrämer „Imperial Stout“, Mikkeller „Black Hole“, Berliner Berg „Dry Irish Stout“
Ein Guinness der Biersorte Stout im Fokus
Die bekannteste Stout-Biersorte ist das irische Guinness

Trappistenbiere: Biersorte aus dem Kloster

Trappisterbiere gehören ebenso wie die Gose zu den allgemein weniger bekannten Bierarten. Zugleich sind die Biere bei Kennern heißbegehrt. Hinter den Trappistenbieren steht kein Braustil im eigentlichen Sinne, sondern eher ein Prädikat. Nur, wenn ein Bier in einem der 11 Trappistenklöster oder in der unmittelbaren Umgebung gebraut wurde, darf es diese Bezeichnung tragen. Aktuell gibt es mehr als 40 Biersorten mit diesem Prädikat. Viele von ihnen sind dunkle Starkbiere, die einen hohen Alkoholgehalt aufweisen. Viele von ihnen schmecken eher malzig-süßlich und haben oftmals eine fruchtige Note.

  • Meist obergärig
  • Alkoholgehalt: 6-13 Prozent
  • 11-30 IBU
  • 15-50 EBC
  • Bekannteste Biere: Westvleteren, Rochefort Trappist, LaTrappe Quadruple, Achel Trappist

Weizenbier: Aromatisch, trüb, malzig

Um diese Bezeichnung tragen zu dürfen, muss Weizenbier aus Malz gebraut werden, das aus mindestens 50 Prozent Weizen besteht. Die goldgelbe bis dunkelbraune Farbe des Weizenbiers weist eine Trübung auf, die durch die enthaltene Hefe verursacht wird. Dunkle Weizenbiere haben einen höheren Alkoholgehalt als helle. Weizenbiere haben verschiedene Aromen, wie zum Beispiel Muskatnuss-, Vanille-, Nelken- und Bananen-Aroma. Dunkle Hefeweizen können Schokoladen- und Malz-Aromen haben.

  • Obergärig
  • Alkoholgehalt: 5-6 Prozent
  • 0-20 IBU
  • 20-60 EBC
  • Bekannte Weizenbiermarken: Erdinger, Paulaner, Schneider Weisse, Glaabsbräu

Zwickelbier/Kellerbier: Biersorte mit Potential

Zwickelbier ist eine Biersorte, die alles in allem ein Nischendasein fristet, auch wenn es immer beliebter wird. Einzig im fränkischen Raum ist das Kellerbier verbreitet. Zwickel ist ein bernsteinfarbenes Bier, das eher fruchtig schmeckt und geschmacklich ein wenig an Äpfel und Birnen erinnert. Zwickelbier ist trüb, da es beim Brauen nicht gefiltert wird. Die Bezeichnung Kellerbier kommt daher, da es im Regelfall direkt aus dem Keller serviert wird. Zwickelbier hat wenig Kohlensäure, ist süffig und im Vergleich zu anderen Biersorten nicht lange haltbar.

  • Untergärig
  • Alkoholgehalt: 4-6 Prozent
  • 25-35 IBU
  • 16-26 EBC
  • Bekannte Biermarken: Aktien Zwick’l, Alt-Bamberg Zwickl, Aufsesser Zwickl
Die Biersorte Weizenbier oder Weißbier
Nicht nur in Deutschland eine bliebte Biersorte: das Weizenbier

Die Welt der Biersorten: Da kann der Sommer kommen!

Die vielen Biersorten machen sicher Lust auf ein kühles Glas Bier, das erfrischt und lecker schmeckt. Bei all der Vielfalt wird jeder die perfekte Biersorte entdecken und auch den Freunden bei einer gemütlichen Runde die ausgefallensten Kreationen präsentieren. Na, denn: Prost!

Weitere interessante Artikel