Artikel • 11.9.2020

Immer auf der sicheren Seite: Die wichtigsten Studentenversicherungen

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Eine junge Frau brütet über ihren Notizblock

Nach der Schule ist bei vielen jungen Menschen vor dem Studium. Dann stellt sich häufig zum ersten Mal die Frage nach den eigenen Versicherungen – denn jeder will im Ernstfall gut abgesichert sein. Nicht jede Versicherung ist als Student notwendig. Aber welche Studentenversicherung auf jeden Fall abgeschlossen werden?

Die Top zwei: Diese Studentenversicherungen sind unerlässlich

Wer sich zum ersten Mal wirklich mit Versicherungen für Studenten beschäftigt, kann aufatmen, denn für das Studium sind prinzipiell nur zwei Versicherungen notwendig: Die Kranken- und die private Haftpflichtversicherung. Diese beiden Versicherungen sind keine reinen Studentenversicherungen, sondern auch vor und nach dem Studium unerlässlich. Für Studenten gibt es jedoch bei beiden Versicherungen tarifliche Besonderheiten.

Krankenversicherung für Studenten: Das gilt während des Studiums

Studenten an staatlichen und staatlich anerkannten Universitäten haben die Pflicht, eine Krankenversicherung abzuschließen. Dies gilt bis zum 30. Lebensjahr und auch für Auslands- und Urlaubssemester. Jedoch sind vor allem Studienanfänger meist über die Eltern krankenversichert. Denn bis zum 25. Lebensjahr besteht für Studenten die Möglichkeit, beitragsfrei in der Familienversicherung zu bleiben.

Ab dem 25. Lebensjahr oder einem Einkommen von über 435 Euro (oder 450 Euro bei Minijobs) im Monat , gilt bei der Krankenversicherung für Studenten die gesetzliche Versicherungspflicht. Studenten bezahlen bei der „studentischen Krankenversicherung“ je nach Krankenkasse unterschiedlich viel: der Beitragssatz ist überall gleich hoch, die Zusatzleistungen variieren jedoch von Kasse zu Kasse. Der Beitrag für die Studentenversicherung liegt deshalb ungefähr bei 70 bis 80 Euro monatlich. Die aktuell günstigsten Tarife für Studierende bieten die Techniker Krankenkasse, die HEK, die AOK Plus und die BARMER an.

Private Haftpflicht: Eine wichtige Studentenversicherung

Eine weitere Versicherung, die Studenten abschließen sollten, ist die private Haftpflichtversicherung. Wird diese jedoch als Studentenversicherung benötigt, folgt hier eine gute Nachricht: auch sie ist meist über die Eltern geregelt. Denn volljährige, unverheiratete Kinder haben in der Regel das Recht, bei ihren Eltern mitversichert zu bleiben.

Erst nach abgeschlossener Berufsausbildung oder dem Erreichen einer Altersgrenze von meist 25 Jahren, müssen sich Studenten selbst eine private Haftpflichtversicherung suchen, die sie in Schadensfällen absichert.

Tipp: Beim Abschluss ist es sinnvoll darauf zu achten, dass die Decksumme bei mindestens fünf Millionen Euro liegt, damit auch bei teuren Personenschäden keine finanzielle Katastrophen auf einen zukommen.

Eine Frau ist beim Verzweifeln und beißt in einen Bleistift

Für die weite Ferne: Studentenversicherung für das Auslandssemester

Viele junge Menschen verbringen während des Studiums einige Zeit im Ausland. Genau für diesen Zeitraum lohnt es sich, auch eine Auslandskrankenversicherung für Studenten abzuschließen. Denn in vielen Ländern, vor allem außerhalb der EU, kommt die Krankenversicherung nicht für Behandlungen auf, so zum Beispiel in den USA.

Oftmals bezahlt die Kasse zudem nur medizinisch notwendige Behandlungen für den Aufenthaltszeitraum – Grund genug, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Diese Versicherung für Studenten deckt unter anderem auch ambulante Behandlungen, Operationen oder Transportkosten innerhalb des jeweiligen Aufenthaltslands ab.

Je nach Bedarf kann dabei zwischen einem kurzen Versicherungszeitraum, beispielsweise bei einem Praktikum, oder einer Versicherung für längerfristige Aufenthalte gewählt werden. Daher sind auch die anfallenden Kosten sehr unterschiedlich. Sie liegen zwischen 350 und 1.300 Euro und richten sich nach dem Aufenthaltszeitraum.

Weitere Studentenversicherungen: Diese Versicherungen gibt es noch

Wer eine Kranken- und eine private Haftpflichtversicherung hat, ist bereits mit einem grundlegenden Versicherungsschutz ausgestattet. Dennoch ist es auch während des Studiums von Vorteil, im Ernstfall abgesichert zu sein. Hierbei ist der Abschluss folgender Studentenversicherungen empfehlenswert:

Berufsunfähigkeitsversicherung: Gerade zu Beginn günstig

Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert im Fall einer Krankheit oder eines Unfalls den Lebensunterhalt. Wird die Versicherung bereits im Studium abgeschlossen, sind geringe Beiträge und Bedingungen wahrscheinlich. Als Studentenversicherung kostet sie monatlich zwischen 20 und 50 Euro, Testsieger sind die Barmenia und die Allianz.

Unfallversicherung: Einmalzahlung im Ernstfall

Auch eine Unfallversicherung ist empfehlenswert. Diese greift bei Unfällen, die außerhalb der Universität passieren. Im Schadensfall entrichtet die Unfallversicherung eine Einmalzahlung, die beispielsweise für kosmetische Operationen oder bauliche Veränderungen vom Haus aufgewendet werden können. Der Kostenfaktor bei dieser Studentenversicherung beläuft sich je nach Deckungssumme auf jährlich circa 20 bis 100 Euro.

Hausratversicherung: Bei Feuer, Wasser, Blitz

Wer zu Beginn des Studiums auszieht und einen eigenen Haushalt gründet, kann außerdem über eine Hausratversicherung für Studenten nachdenken. Diese kommt für Schäden durch Feuer, bei einem Einbruch oder bei Wasserschäden auf. Die Kosten sind dabei unterschiedlich – günstige Tarife sind ab 5 Euro pro Monat erhältlich.

Kfz-Versicherung: Mit Auto ein Muss

Für alle Studenten, die ein Auto besitzen, ist eine Kfz-Versicherung ein Muss. Jedes Fahrzeug, das in Deutschland zugelassen wird, braucht mindestens einen Kfz-Haftpflichtschutz. Diese Versicherung trägt unter anderem die Kosten bei Unfällen – sowohl bei Fahrzeug- als auch bei Personenschäden. Studenten können ihr Auto allerdings auch über ihre Eltern versichern. Oft ist das kostengünstiger, da sich die Versicherungsbeiträge in der Regel nach schadensfreien Fahrjahren berechnen.

Studentenversicherungen ohne Not: Diese müssen nicht sein

Wer im Studium einen schmaleren Geldbeutel zur Verfügung hat, kann bei einigen angepriesenen Studentenversicherungen sparen. Denn manche Versicherung sind verzichtbar – besonders für Studenten. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Private Rechtschutzversicherung
  • Risikolebensversicherung
  • Glasversicherung
  • Private Altersvorsorge
  • Krankenhaustagegeldversicherung

Viele dieser Versicherungen greifen in sehr spezifischen Fällen – werden aber auch Studierenden oft empfohlen. Häufig gelten bei den Versicherungen für Studenten besonders günstige Tarife. Es ist daher nicht unbedingt schlecht, sie schon möglichst früh während des Studiums abzuschließen. Jedoch sind sie als Studentenversicherung nicht nötig.

Eine Gruppe von Studentinnen sitzen um einen Tisch und diskutieren

Absichern als Student: Nicht jede Studentenversicherung ist ein Muss

Wer sein Studium beginnt, sollte vor allem auf zwei Versicherungen setzen: die Kranken- und die private Haftpflichtversicherung. Die Krankenversicherung ist in Deutschland an den meisten Universitäten sogar Voraussetzung für eine Immatrikulation und kann somit nicht in Vergessenheit geraten. Wer sich noch zusätzlich absichern möchte, kann aus einem großen Angebot an Möglichkeiten wählen. Doch nicht jede Studentenversicherung ist immer sinnvoll. Das spart im Zweifel bares Geld.

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