Artikel • 14.4.2020

Ecodesign: Große Wertschöpfung, minimale Umweltbelastung

Nachhaltiges Möbeldesign

Moderne Wohnlandschaft im Ecodesign

In Zeiten der Ressourcenknappheit durchdringt das Thema Nachhaltigkeit jeden gesellschaftlichen Bereich. Bei den Überlegungen, den Alltag nachhaltiger zu gestaltet, rücken Möbel und Einrichtung stärker in den Fokus. Die Rede ist von Ecodesign. Was es hiermit auf sich hat verraten wir im Artikel.

Langlebig, recyclebar, zeitlos. Einfach ausgedrückt: Ecodesign

Ecodesign oder sustainable Design bedeutet, mit den vorhandenen Ressourcen und den Menschen als Teil des Produktionsprozesses bewusst umzugehen. Es müssen ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Belange berücksichtigt werden.

Ein nachhaltiges Möbelstück etwa muss, um als Ökodesign-Möbelstück durchzugehen, Kriterien wie Langlebigkeit, Recycling-Möglichkeiten und Zeitlosigkeit erfüllen. Designer müssen den kompletten Prozess im Blick haben – von der Auswahl der Materialien, über den Produktionsort und die Transportwege über die Verpackung bis zu den späteren Re- und Upcycling-Möglichkeiten.

Ist das ein nachhaltiges Möbelstück? Das muss berücksichtigt werden

Nicht jedes Möbelstück ist ein Ecodesign-Möbelstück. Es müssen mehrere Kriterien erfüllt sein:

  • Materialien: Für ein nachhaltiges Möbelstück kommen nur Materialien infrage, die eine gute Ökobilanz haben. Bei der Verwendung von Holz stellt sich beispielsweise die Frage, ob das Holz aus einem aufgeforsteten Wald kommt. Außerdem soll der Produzent auf eine Behandlung der Möbel mit Klebstoffen und chemischen Lacken verzichten.
  • Produktionsbedingungen: Nachhaltige Möbel müssen unter sozial gerechten Produktionsbedingungen gefertigt werden, das heißt, es werden faire Löhne gezahlt und menschenwürdige Arbeitsbedingungen garantiert. Kinderarbeit ist im gesamten Produktionsprozess tabu.
  • Verpackung: Umweltschonende und nachhaltige Materialien müssen auch für die Verpackung verwendet werden. Schränke, die vollständig in Kunststoff-Folie eingepackt werden, büßen einen Großteil ihrer Nachhaltigkeit ein.
  • Langlebigkeit: Ein langlebiges und reparaturfreundliches Design ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Möbelstücke lange ihren Zweck erfüllen. Daher verzichten Öko-Möbel meist auf komplexe Bauteile. Sie bestehen aus schlichten, robusten Formen und Materialien.
  • Transportwege: Nachhaltige Produktion bedeutet, lange Transportwege zu vermeiden. Hersteller wie Magis lassen beispielsweise alle Produkte im Umkreis von 200 Kilometern vom Hauptfirmensitz produzieren. Dadurch verbessert sich der CO2-Fußabdruck und es ist eine strenge Kontrolle der Arbeitsbedingungen möglich.
  • Recycling: Idealerweise sind alle Teile eines Möbelstückes im Anschluss recyclebar.

Außer dem Ecodesign können noch weitere Kriterien berücksichtigt werden. Eine pflegeleichte Oberfläche spart den Reinigungsaufwand mit Wasser und Putzmitteln. Gibt es die Möglichkeit zum Upcycling, steigt die Nachhaltigkeitsbilanz ebenfalls. Es gibt beispielsweise Kinderstühle, die sich mit ein paar Handgriffen in einen praktischen Maltisch verwandeln.

Ein bisschen Zukunft wagen: Smarte Ökomöbel

Die Designer haben bei der Herstellung von Ökomöbeln große Visionen. Sie arbeiten an Textilien, die Strom leiten, erzeugen oder speichern können. Vielleicht wird es in naher Zukunft Möbel geben, deren textile Oberflächen kleine Solarmodule enthalten, die Energie erzeugen. Der Innovationskraft sind keine Grenzen gesetzt.

Ecodesign Stühle

Mit Ecodesign nicht auf dem Holzweg sein

Viele Möbel werden aus Holz hergestellt. Die Ökobilanz von Holz hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Besonders nachhaltig sind heimische Hölzer, die wieder aufgeforstet werden können. Echtholz, Massivholz oder Vollholz, das nicht mit chemischen Lacken behandelt wird, stehen bei Ökodesignern ganz oben auf der Liste. Massivholz ist robuster als Sperrholzmöbel, die nur eine geringe Lebensdauer haben und kaum einen Umzug überstehen.

Generell gilt für das Ecodesign: Möbel dürfen keine Lackschichten und auch keine Kunststoffanteile haben. Designer müssen sich dabei die Frage stellen, wie sie Holzabfälle sinnvoll weiterverwenden können.

Aber nicht nur das eigentliche Möbelstück muss nachhaltig sein, um dem Ökodesign zu entsprechen. Auch Bezüge und Polster müssen aus natürlichen Rohstoffen wie Wolle, Hanf oder Bio-Baumwolle gefertigt werden.

Bessere Orientierung dank Siegel

Es gibt eine Vielzahl an Siegeln, die einen Hinweis auf ein ökologisches Design geben. Anbei haben wir eine kleine Auswahl getroffen.

  • FSC Siegel: Dieses Siegel prüft speziell bei Holzmöbeln den Verarbeitungs- und Produktionsprozess. Außerdem ist mit einer Zertifizierung gewährleistet, dass faire Arbeitsbedingungen herrschen.
  • ÖkoControl: Das Siegel prüft Polstermöbel, Matratzen und Massivholzmöbel darauf, ob sie die wichtigsten Standards für Ökomöbel einhalten. So dürfen die Rohstoffe nicht aus Raubbau stammen und Bezüge sowie Textilien müssen aus Bio-Baumwolle hergestellt sein.
  • Das Goldene M: Möbel für den Wohnbereich, die schadstofffrei sind, sind mit diesem Siegel versehen.

Unser Tipp: Es ist beim Kauf von Eco-Möbeln wichtig, nicht blind auf das Siegel zu vertrauen, sondern selbst Informationen über den Shop, die Herstellungs-, Verpackungs- sowie Transportbedingungen einzuholen.

Lasset es Ecodesign-Möbel regnen!

Nachhaltige Möbelhäuser gibt es überall. Um in Deutschland Ecodesign-Möbel zu kaufen, müssen sich die Möbelhäuser natürlich in Deutschland befinden. Dadurch werden die Transportwege kurzgehalten. Shops wie Westwing oder Home24 haben ein gut sortiertes Sortiment an Ökomöbeln.

Daneben gibt es Shops, die komplett auf das Ecodesign umgestellt haben. Der Avocadostore beispielsweise hat sich auf Eco-Fashion und Green Lifestyle spezialisiert. Kunden erhalten hier Möbel aus recycelten Materialien, die in Behindertenwerkstätten oder Gefängnissen produziert werden. Es entstehen daraus schlichte, zeitlose, widerstandsfähige und praktische Möbel.

Der Waschbär-Onlineshop bietet neben einem großen Textil- und Kleidungssortiment auch Möbel im Ecodesign an. Die Hersteller entwickeln Raumsparlösungen, Naturbettwaren und Naturmatratzen sowie Holzmöbel, die überwiegend in Deutschland aus Erlenholz gebaut werden. Das Unternehmen besitzt für jedes Produkt hauseigene Artikelpässe, die jeden Herstellungsschritt nachvollziehbar machen.

Beispiel gefällig? Das ist ein Ecodesign-Tisch

Anhand eines Tisches aus dem Avocadostore lässt sich die Herstellung eines nachhaltigen Möbelstückes gut nachvollziehen.

Dieser Tisch ist ein zeitloses Möbelstück, das sich in nahezu jede moderne Wohnlandschaft integrieren lässt. Selbst wenn die Couch oder das Sideboard ausgetauscht werden, passt es durch seine abwechslungsreiche Oberfläche noch immer in den Raum. Alle Rohstoffe stammen aus Deutschland und wurden in einer deutschen Tischlerei im Münsterland und von einem deutschen Metallbauer verarbeitet.

Der Tisch besteht aus 100 % Massivholz und ist deshalb besonders widerstandsfähig. Das Holz und das Metall können später geschreddert bzw. eingeschmolzen und wiederverwertet werden. Die Tischplatte wurde mit Naturholzölen bearbeitet und mit natürlichem Wachs versiegelt.

Zeitlos und modern - Ecodesign-Tisch

Ecodesign ist der Trend beim Möbelkauf

Eine schadstoffarme und abfallvermeidende Möbelherstellung aus nachhaltigen Materialien ist in Zeiten der Klimaveränderung ein bedeutendes Thema. Ökomöbel stehen im Design den klassischen Möbeln in nichts nach. Im Gegenteil: sie sind zeitlos, praktisch, langlebig und sondern keine Gifte ab.

Mittlerweile haben sich einige Shops auf den Verkauf von Ökomöbeln spezialisiert. Labels erleichtern außerdem die Orientierung. Der Kauf eines Möbelstückes im Ecodesign setzt ein Statement gegen die Ressourcenknappheit und die Klimaveränderung und ist längst bei Designern, Produzenten und Konsumenten angekommen. Somit kann jeder zu einer nachhaltigeren Welt beitragen.

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