Artikel • 24.8.2021

Fahrrad Diebstahlschutz: Tipps für mehr Sicherheit

So halten Sie Langfinger fern

Schwarzes Cityrad mit pinkem Fahrradschloss an gelbe Wand gelehnt

Mehr als 700 Fahrräder werden pro Tag in Deutschland entwendet. Einmal verschwunden, tauchen sie nicht mehr auf. Im vergangenen Jahr konnten nur knapp 10 Prozent der Diebstähle von der Polizei aufgeklärt werden. Komplett verhindert werden kann ein Fahrrad-Diebstahl zwar nicht, aber zumindest erschwert - mit den folgenden Tipps.

Das richtige Fahrradschloss: Welches ist am besten geeignet?

Diebe haben schätzungsweise etwa drei Minuten, um ein Fahrradschloss zu knacken. Schaffen sie es nicht in dieser Zeit, ziehen sie weiter. Für minderwertige Schlösser benötigen sie nur einige Sekunden, im Handumdrehen sind die Kabel und Ketten mit simplen Werkzeug durchtrennt. Daher sollte unbedingt in ein stabiles Fahrradschloss investiert werden - fünf bis zehn Prozent des Fahrradneuwerts empfiehlt sich dabei als Richtwert.

Diese Arten von Fahrradschlössern gibt es:

1. Faltschloss

Das Faltschloss gehört zu den sichersten Schlössern auf dem Markt. Der Grund: Es wird aus besonders gehärtetem Stahl gefertigt. Um das zu knacken, reicht dem Dieb ein einfaches Werkzeug nicht aus. Er müsste schon mit einem schwereren Gerät zur Tat schreiten, das deutlich mehr auffallen würde.
Noch dazu ist das Faltschloss überaus praktisch. Es ist sehr kompakt und dadurch gut zu transportieren. Über eine spezielle, bereits integrierte Halterung kann das Faltschloss optimal am Fahrrad befestigt werden.

2. Bügelschloss

Das Bügelschloss trägt jede Menge zum Fahrrad Diebstahlschutz bei. Aufgrund seiner meist U-förmigen Biegung und des gehärteten Stahls gilt es als sicherstes Fahrradschloss. Es lässt sich lediglich mit einer Flex oder einem Schweißgerät durchtrennen - das ist dann doch zu aufwändig und auffällig. Das Bügelschloss kann zwar theoretisch über das Zylinderschloss geöffnet werden, bei hochwertigen Schlössern ist das jedoch ohne den passenden Schlüssel nicht möglich. Einziger Nachteil vom Bügelschloss: die fehlende Flexibilität.

3. Kettenschloss

Sehr beliebt bei der Wahl eines Fahrradschlosses ist das Kettenschloss. Ist es hochwertig und sowohl mit widerstandsfähigen Kettengliedern als auch einem guten Schließmechanismus ausgestattet, bietet es einen recht hohen Fahrrad Diebstahlschutz. Gegenüber anderen Fahrradschlössern hat es darüber hinaus noch einen entscheidenden Vorteil: Aufgrund seiner Flexibilität lässt es sich besser an Laternen oder Bäumen beispielsweise anbringen als starre Schlösser.

4. Kabelschloss

Dieses Fahrradschloss ist eher nicht zu empfehlen. Das dünne Kabel kann kurzerhand mit einem einfachen Seitenschneider durchtrennt werden. Da hilft auch ein guter Schließmechanismus nichts.

5. Rahmenschloss

Das Rahmenschloss taugt ebenfalls nicht als Fahrrad Diebstahlschutz. Es blockiert lediglich das Hinterrad und dient nur als Wegfahrsperre. Gestohlen werden kann das Fahrrad also trotzdem ohne Probleme. In Kombination mit einem anderen sichereren Fahrradschloss hingegen kann es aber zumindest vor dem Entwenden des Hinterrades schützen.

Fahhrad mit einem Kettenschloss an Laterne festgemacht

Smarter Fahrrad Diebstahlschutz: Diese technischen Innovationen gibt es

Denkt man an die Sicherheit seines Fahrrads, fallen einem zuerst die klassischen Fahrradschlösser ein. Doch es gibt inzwischen auch neue, smarte Gadgets, die den Fahrrad Diebstahlschutz erhöhen. Hier einige Beispiele:

  • Es gibt Fahrradschlösser mit einer integrierten Fahrrad Alarmanlage. Vergreift sich ein Fremder an dem Schloss, ertönt ein bis zu 100 Dezibel lautes Signal. Das schreckt den Dieb ab und macht zudem die gesamte Umgebung auf den Vorfall aufmerksam.
  • Besonders interessant ist auch diese Erfindung: ein Bügelschloss der Marke Skunklock. Versucht ein Dieb das Fahrradschloss aufzuknacken, versprüht es ein übelriechendes Gasgemisch. Damit soll der Dieb schnell vom Fahrrad vertrieben werden.
  • Konnte das Bike trotz sehr gutem Fahrradschloss gestohlen werden, muss es noch nicht unbedingt verloren sein. GPS-Tracker können dabei helfen, es wiederzufinden. Sie zeichnen dauerhaft die Position des Rades auf und können sie per App übermitteln. Sind die GPS-Tracker versteckt im Rahmen einlaminiert oder zum Beispiel im Rücklicht integriert, werden sie vom Dieb nicht erkannt.

Weitere Tipps zum Schutz vor Fahrraddiebstahl

Abgesehen von hochwertigen Fahrradschlössern und anderen innovativen Gadgets zum Fahrrad Diebstahlschutz gibt es noch einige weitere Dinge, die jeder Fahrradbesitzer beachten sollte.

Anschließen statt nur Abschließen

Es ist wichtig, das Fahrrad nicht nur in sich abzuschließen, per Rahmenschloss zum Beispiel, sondern es auch an einem festen Gegenstand anzuschließen - sonst kann es einfach weggetragen werden. Selbst wenn das Fahrrad nur kurz aus den Augen gelassen wird, sollte es gut befestigt werden. Dafür eignen sich unter anderem Laternen oder Geländer.

Gut sichtbar abstellen

Dunkle, vermeintlich versteckte Ecken laden Diebe dazu ein, Fahrräder zu stehlen. Dort können sie sich nahezu ungestört daran zu schaffen machen. Deshalb sollten Räder am besten immer an einem belebten Ort angeschlossen werden - gut einsehbar und hell. Vor den Augen anderer Menschen sind Diebe etwas vorsichtiger.

Wichtige Merkmale notieren

Es ist immer von Vorteil, alle notwendigen Informationen zum Fahrrad, wie die Rahmennummer, das Modell oder besondere Merkmale, zu hinterlegen. Dafür bietet sich ein Fahrradpass an, der mittlerweile auch als App erhältlich ist. Wird das Bike gestohlen, bietet er eine gute Hilfestellung für die Polizei.
Ebenfalls hilfreich ist es, das Rad codieren zu lassen - das geht beim ADFC oder der Polizei. Die Codierung erhöht die Chance auf Aufklärung und schreckt zudem Diebe ab.

Bügelschloss als Fahrrad Diebstahlschutz am Hinterrad

Routine vermeiden

Wer mit dem Fahrrad häufig zum selben Ort fährt, wie der Arbeit zum Beispiel, der sollte es öfter an einer anderen Stelle parken. Diebe beobachten ihre Objekte nämlich gerne über einen längeren Zeitraum hinweg. Steht das Rad dann immer zur selben Zeit am selben Ort, begünstigt das einen Fahrrad Diebstahl. Besser ist es als Fahrradhalter, unberechenbar zu sein.

Individuelle Elemente

Je individueller das Bike gestaltet ist, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass es gestohlen wird. Tuning wirkt abschreckend auf Kriminelle. Sie werden es nur schwer wieder los, weil es mehr auffällt und leichter zu erkennen ist als ein gewöhnliches Rad ohne besondere Merkmale.

Versicherung abschließen

Gerade für neue und teure Fahrräder bietet es sich an, eine Fahrradversicherung abzuschließen. Sie sichert nämlich selbst Diebstähle ab, die unterwegs passieren. Manchmal reichen auch Hausratversicherungen aus. Sie zahlen zumindest dann, wenn das Bike aus dem Haus oder Keller gestohlen wird.

Es Dieben möglichst schwer machen: Mit dem Fahrrad Diebstahlschutz gelingt's

Hat es ein Dieb auf ein bestimmtes Fahrrad abgesehen, kann leider nicht zu 100 Prozent verhindert werden, dass er es klaut. Mit den vorgestellten Maßnahmen jedoch hat er es zumindest etwas schwerer. Ist das Bike mit einem vernünftigen Schloss befestigt, wird er mehr Zeit benötigen, um es zu entwenden. Steht es dann noch an einem hellen, belebten Ort, an dem der Dieb nicht so viel Zeit hat, kann es durchaus passieren, dass er irgendwann entnervt von seinem Vorhaben ablässt.

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