Artikel • 28.9.2020

Fahrradversicherung: Warum es sich lohnt

Gut versichert auf zwei Rädern

Dreiräder wurde mit einem Schloss an einem Pfahl befestigt

Leipzig, Göttingen, Münster – was verbindet diese drei Städte? 2019 wurden hier pro 100.000 Einwohner die meisten Fahrräder gestohlen: in Leipzig 1.700, in Göttingen 1.444 und in Münster 1.374. Insgesamt wurden in Deutschland 2019 277.874 Fahrräder gestohlen. 1990 lag dieser Wert noch bei fast 600.000. Die Diebstähle gehen also offiziell zurück. Doch wird eine hohe Dunkelziffer vermutet und die Versicherungswirtschaft geht von einem Schaden von rund 100 Millionen Euro jährlich aus. Aber nicht jeder hat eine Fahrradversicherung abgeschlossen. Warum dies aber sinnvoll ist und welche Anbieter es gibt, verraten wir hier.

Wird eine Fahrradversicherung benötigt? Es kommt darauf an

Ob eine Fahrradversicherung benötigt wird, kann nicht pauschal beantwortet werden. Es hängt hauptsächlich davon ab, was für ein Fahrrad genutzt wird und wie viel Wert es für den Besitzer hat. Nicht unwichtig ist außerdem, wo das Fahrrad sein zu Hause hat. Denn während Leipzig ein kleines Eldorado für Fahrraddiebe zu sein scheint, ist Karlsruhe verhältnismäßig sicherer (hier werden „nur“ 643 Fahrräder pro 100.000 Einwohner gestohlen).

Wer sein Fahrrad außerdem nicht auf der Straße lässt und es etwa nur in der Freizeit für Ausflüge nutzt, kann auf eine Versicherung verzichten. Wer das Rad allerdings in seinem Alltag nutzt, für den kann eine Versicherung ideal sein. Denn ein Fahrrad ist schneller gestohlen, als wir meinen möchten. Und rund um die Uhr kann niemand auf sein Fahrrad aufpassen.

Nicht unwesentlich ist außerdem, wie viel das Fahrrad tatsächlich wert ist. Bei einem einfachen Fahrrad für 200 Euro lohnt sich eine Versicherung nicht. Bei einem Rennrad für 1.500 Euro aber lohnt sich eine Versicherung allemal.

Wichtig: Viele Versicherungen erstatten das Geld nach einem Diebstahl nur, wenn das Fahrrad mit einem anerkannten Fahrradschloss abgeschlossen wurde. Dem Dieb darf es also nicht zu leicht gemacht werden. Schlösser von Abus, welches u.a. bei Radonline zu finden ist, erfüllen in der Regel diese Kriterien und sollten deshalb verwendet werden. Es lohnt sich außerdem beim Fahrradschlosskauf auf Prüfsiegel zu achten, entweder das ADFC-Siegel (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V.) oder das VdS-Siegel (Vertrauen durch Sicherheit). Ist ein Fahrrad mit einem Schloss mit einem dieser Prüfsiegel an einen festen Gegenstand angeschlossen, dann greift eigentlich immer die Versicherung.

Ein Rennrad lehnt an der Wand in der Nacht

Fahrradversicherung-Vergleich: Wer bietet was?

Es gibt viele Versicherungen, die auch das Fahrrad mitversichern. Es gibt sogar solche, bei denen das Fahrrad alleine versichert werden kann. Wir zeigen, welche Versicherungen es so gibt, was sie kosten und was alles versichert ist.

Wertgarantie: Die wohl beliebteste Fahrradversicherung

Wer sich schon einmal mit Fahrradversicherungen beschäftigt hat, der ist bestimmt über die Versicherung von Wertgarantie gestolpert. Das Unternehmen mit Sitz in Hannover, das sich auf Spartenprodukte spezialisiert hat, bietet seit 1995 eine Fahrradversicherung an.

Wertgarantie bietet zwei Pakete an: Variante A ab 9 Euro/Monat und Variante B ab 89 Euro/Jahr. Je teurer das Fahrrad, umso teurer wird auch die Versicherung. Angenommen das Fahrrad kostet 1.000 Euro, dann würde der Komplettschutz mit Variante B 139 Euro/Jahr kosten und mit Variante A 15 Euro/Monat.

Beide Pakete versichern folgendes:

  • Materialfehler
  • Konstruktionsfehler
  • Produktionsfehler
  • Reparaturkosten
  • Unsachgemäße Handhabung
  • Vandalismus
  • Fall- und Sturzschäden
  • Unfallschäden
  • Diebstahl des Fahrrad
  • Teilediebstahl

Bei Variante A ist außerdem der Verschleiß, Abnutzung und Alterung der Reifen und Schläuche ab dem siebten Monat mitversichert.

DA direkt: Hausratsversicherung mit extra-Fahrradversicherung

Bei der Versicherung DA direkt kann zwar nicht eine Fahrradversicherung abgeschlossen werden, allerdings kann das Fahrrad in der Hausratsversicherung mitversichert werden. Wird diese nicht abgeschlossen, gilt der Diebstahlschutz nur, wenn das Fahrrad aus der Wohnung, der Garage, dem Keller oder dem Fahrradkeller gestohlen wurde.

Bei der DA direkt hängen die Kosten der zusätzlichen Fahrradversicherung vom Wert des Fahrrads ab bzw. für wie viel Geld das Fahrrad versichert werden soll. Ist das Fahrrad z.B. 1.000 Euro wert, kostet die Versicherung 41,67 Euro.

Allerdings gilt zu bedenken, dass nur der Fahrraddiebstahl versichert ist. Reparaturen oder sonstige Leistungen sind nicht enthalten. Wer also auch diese mitversichern möchte, dem kann die DA direkt nicht empfohlen werden.

HanseMerkur: Umfassender Schutz fürs eigene Fahrrad

Bei HanseMerkur besteht die Möglichkeit eine eigene Fahrradversicherung abzuschließen. Diese beinhaltet neben dem Fahrraddiebstahl auch Schutz bei Beschädigung und Verschleiß sowie eine Unfall- und Pannenhilfe. Die Versicherung wird gemeinsam mit dem HanseMerkur-Tochterunternehmen BD24 Berlin Direkt Versicherung AG angeboten.

Das Versicherungsunternehmen bietet zwei Pakete an: den Tarif Rundum sowie den Tarif Premium. Im Tarif Rundum sind folgende Leistungen beinhaltet:

  • Diebstahlversicherung
  • Beschädigungs- und Reparaturschutz
  • Schutzbrief
  • weltweiter Schutz (Pannen- und Unfallhilfe aber nur in Europa)
  • maximale Deckungssumme von 10.000 Euro
  • das Fahrrad darf bei Abschluss der Versicherung maximal sechs Monate alt sein

Für ein Fahrrad, das z.B. für 1.000 Euro versichert werden soll, kostet die Versicherung jährlich 58,80 Euro.

Beim Tarif Premium, sind neben den Leistungen des Tarif Rundum, noch eine Reise-Gepäckversicherung mitenthalten. Dieser Extraschutz würde bei demselben Beispiel zusätzlich sechs Euro kosten – insgesamt also 64,80 Euro.

Fahrrad mitversichern lassen bei der BavariaDirekt

Ähnlich wie bei der DA direkt bietet die BavariaDirekt keine eigene Fahrradversicherung an, allerdings kann zusätzlich zur Hausratsversicherung eine Versicherung gegen Fahrraddiebstahl abgeschlossen werden. Diese beinhaltet allerdings nur den Diebstahl des Fahrrads – alles andere ist nicht mitversichert. Außerdem muss das Fahrrad mit einem Schloss zum Zeitpunkt des Diebstahls gesichert gewesen sein.

Wie hoch die Entschädigung beim Fahrraddiebstahl ausfällt, hängt von der Versicherungssumme ab und ob eine Selbstbeteiligung von 150 Euro gewünscht ist oder nicht. Die Entschädigung beträgt dabei 1-5 Prozent der Versicherungssumme:

  • bis 455 Euro: 1 Prozent
  • bis 910 Euro: 2 Prozent
  • bis 1.365 Euro: 3 Prozent
  • bis 1.820 Euro: 4 Prozent
  • bis 2.275 Euro: 5 Prozent

Wie viel diese Zusatzversicherung kostet hängt vom Wert des Fahrrads ab und reicht von 20,80 Euro jährlich (Wert bis 455 Euro) bis 51,20 Euro jährlich (Wert bis 2.275 Euro), mit Selbstbeteiligung. Ohne dieser kostet die Versicherung von 34,67 Euro jährlich (Wert bis 455 Euro) bis 85,34 Euro jährlich (Wert bis 2.275 Euro).

Hepster: Fahrradversicherung individuell einstellbar

Wer selbst entscheiden möchte, welche Leistungen die eigene Fahrradversicherung umfassen soll, der ist bei Hepster bestens aufgehoben. Denn hier kann ausgesucht werden, ob nur der Diebstahl oder auch der Verschleiß und Beschädigungen versichert werden sollen. Es können auch nur Verschleiß und Beschädigung versichert werden.

Zunächst wird der Kaufpreis des Fahrrads angegeben (z.B. 751-1.000 Euro) und dann, welche Leistung es sein darf. Je nach dem variieren auch die Kosten:

  • nur Diebstahl: 53,63 Euro jährlich
  • nur Beschädigung/Verschleiß: 15 Euro jährlich
  • Diebstahl und Beschädigung/Verschleiß: 58,07 Euro jährlich

Wichtig: Verschließschäden haben eine Wartezeit von drei Monaten und die Versicherung gilt nur bei Fahrrädern, die nicht älter als drei Jahre sind.

Eine Frau und ein Mann genießen die Aussicht aufs Meer und neben ihnen steht ein abgeschlossenes Fahrrad

Die Qual der Wahl bei der Wahl der Fahrradversicherung

Es gibt viele Möglichkeiten, sein Fahrrad versichern zu lassen. Bei Anbietern wie Wertgarantie oder Hepster gibt es ein umfangreiches Leistungsspektrum, das nicht nur den Fahrraddiebstahl beinhaltet, sondern auch Reparaturen und dergleichen. Bei Fahrradversicherungen, die zusätzlich zu einer Hausratsversicherung abgeschlossen werden, sind in der Regel nur der Diebstahl versichert – alles andere muss dann aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Je nach Anforderungen gibt es also das passende Angebot. Aber egal worauf die Wahl trifft: eine Fahrradversicherung ist zu empfehlen. Denn so ein Fahrrad ist schnell entwendet und niemand möchte in der früh das Haus verlassen um dann zu bemerken, dass an diese

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