Artikel • 27.12.2019

Naturkosmetik-Hersteller auf dem Vormarsch

Natürlich schön

Naturkosmetik-Hersteller auf dem Vormarsch

In Zeiten des wachsenden Umwelt- und Gesundheitsbewusstseins werden auch Naturkosmetik-Hersteller immer beliebter. In den meisten Supermärkten und Drogerien haben natürliche Kosmetika einen festen Platz im Sortiment. Dies liegt unter anderem daran, dass viele Produkte der Naturkosmetikhersteller vegan und schadstofffrei sind. Doch was unterscheidet Biokosmetik eigentlich genau von herkömmlichen Kosmetikprodukten? Wie gehen Naturkosmetik-Hersteller bei der Produktion ihrer Kosmetika vor und welche Vor- und Nachteile haben natürliche Kosmetikprodukte? Wir geben die Antworten auf diese Fragen und zeigen außerdem, bei welchen Herstellern guten Gewissens Naturkosmetik erworben werden kann.

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Welche Naturkosmetik-Hersteller gibt es in Deutschland?

Weltweit gibt es zahlreiche Hersteller von Biokosmetik und sie alle haben eigene Produktangebote und Besonderheiten. Wir wollen uns an dieser Stelle auf deutsche Naturkosmetik-Hersteller beschränken und die bekanntesten unter ihnen vorstellen:

  • lavera: Die Marke lavera steht seit 1988 für zertifizierte Naturkosmetik in den Bereichen „Pflege“ und „Make-up“. Vor allem auf Produkte für Frauen hat sich Lavera spezialisiert und führt in dieser Hinsicht ein umfangreiches Sortiment für jeden Anspruch. Die lavera-Kosmetik ist zu 100 Prozent zertifiziert und zu 95 Prozent vegan. Artikel von lavera gibt es zum Beispiel bei PureNature.
  • alva naturkosmetik: Auch das Unternehmen alva wurde im Jahr 1988 gegründet und setzt ebenfalls auf ein breites Portfolio an dekorativer und pflegender Kosmetik. Auch ätherische Öle und Nahrungsergänzungsmittel gehören zum Angebot von alva naturkosmetik. Viel Auswahl gibt es zum Beispiel im Shop von BioNaturel.
  • SPEICK: Dies ist ein weiterer Naturkosmetik-Hersteller, der sich großer Beliebtheit bei den Kunden erfreut. Das Besondere an den Pflegeprodukten von SPEICK ist die Tatsache, dass in jedem der Produkte die Heilpflanze Speick enthalten ist, die zum Beispiel beruhigend auf das Nervensystem wirkt und den Körper sowie den Geist belebt. SPEICK-Produkte bietet zum Beispiel Douglas an.
  • Eco Cosmetics: Die Pflegeprodukte dieses Herstellers sind zu 100 Prozent natürlich und die Inhaltsstoffe stammen zum größten Teil aus kontrolliert ökologischem Anbau. Zum Portfolio von Eco Cosmetics gehören unter anderem Haar, Körper- und Gesichtspflege sowie Sonnenschutz und Babypflege. Auch EcoCosmetics gibt es bei BioNaturel in großer Auswahl.
  • Weleda: Auch wenn Weleda in der Schweiz ansässig ist, ist das Unternehmen ein Zusammenschluss aus Firmen, die aus der Schweiz und Deutschland stammen. Die Inhaltsstoffe der Weleda-Produkte sind ebenfalls zu 100 Prozent natürlichen Ursprungs und überwiegend aus kontrolliert biologischem Anbau. Weleda-Naturkosmetik kaufen Verbraucher zum Beispiel bei Flaconi ein.

Naturkosmetik vs. herkömmliche Kosmetik: wo liegen die Unterschiede?

Die grundsätzliche Unterscheidung ist eigentlich ganz einfach: Herkömmliche Kosmetik besteht ebenso wie die natürliche Kosmetik aus vielen verschiedenen Inhaltsstoffen. Doch während bei der konventionellen Kosmetik auch synthetische Bestandteile vorhanden sind, arbeiten Naturkosmetik-Hersteller ausschließlich bzw. überwiegend mit Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs. „Natürlich“ bedeutet dabei unter anderem „tier- und umweltfreundlich“. Daher greifen Veganer gerne zu diesen Produkten, denn sie kommen in der Regel ohne tierische Inhaltsstoffe und auch ohne Tierversuche aus.

Achtung: Naturkosmetik bedeutet nicht automatisch, dass keinerlei tierische Inhaltsstoffe darin enthalten sind. So kann es durchaus sein, dass in Biokosmetik zum Beispiel tierisches Fett oder Bienenwachs enthalten ist. Es ist also in jeden Fall wichtig, auf die Angaben zu den Inhaltsstoffen der Kosmetikartikel zu achten.

Naturkosmetik Hersteller Kräuter

Die Inhaltsstoffe herkömmlicher Kosmetikprodukte

  • Silikone: Diese Inhaltsstoffe stecken in vielen Kosmetikartikeln. Ihre Funktion soll, je nach Einsatzgebiet, polsternd, glättend oder fixierend sein. Silikone legen sich auf Haut und Haar und verschließen sie. Auf lange Sicht trocknen die Haare aus und die Silikone verhindern den Luftaustausch der Haut. Es drohen Pickel und trockene Haut. Silikone sind außerdem nicht biologisch abbaubar. Sie gelangen nach dem Abwaschen direkt ins Abwasser, wo selbst Kläranlagen Schwierigkeiten haben, sie herauszufiltern.
  • Parabene: Dies sind Konservierungsstoffe, die Kosmetikartikel länger haltbar machen sollen. Von Shampoo bis Sonnencreme: Parabene sind ebenfalls in vielen Kosmetikprodukten enthalten. Sie ähneln in ihrer Struktur weiblichen Hormonen. Die Langzeitwirkung von Parabenen ist nicht erforscht, doch können wir davon ausgehen, dass die Zufuhr künstlicher hormonähnlicher Stoffe nicht allzu gut für uns sein kann.
  • Paraffine: Auch Paraffine sind in fast allen herkömmlichen Kosmetikartikeln zu finden. Ihre Wirkung ist umstritten. Paraffine sind Erdölerzeugnisse und kommen unter anderem auch als Schmierstoff für Motoren zum Einsatz. Ebenso wie Silikone bilden auch Paraffine einen Film auf der Haut. Die Poren werden verschlossen und dies wirkt sich langfristig nachteilig auf die Hautgesundheit aus. Paraffine trocknen die Haut unter anderem aus und begünstigen die Faltenbildung.
  • Polythylenglykol: Solche Bestandteile von Kosmetika werden als PEG abgekürzt. Polythylenglykol sorgt zum Beispiel dafür, dass Shampoos und Duschgels schäumen und verleiht Kosmetikprodukten die vom Hersteller gewünschte Konsistenz. Ebenso wie Paraffine wird PEG aus Erdöl hergestellt und dass die Erdölbohrungen viele negative Auswirkungen mit sich bringen, ist längst bekannt. PEG kann aber auch Allergien auslösen und die Haut anfälliger für Reizungen machen.

Diese Inhaltsstoffe sind in natürlichen Kosmetikartikeln enthalten

  • Natürliche Öle: Zu den natürlichen Ölen, die bei Kosmetikartikeln zum Einsatz kommen, gehören zum Beispiel Arganöl, Sojaöl oder Olivenöl. Solche Öle sind reich an Antioxidantien, versorgen die Haut und das Haar auf natürliche Weise mit Feuchtigkeit und beschweren sie nicht. Sie ziehen ein und hinterlassen keinen Film auf Haar und Haut.
  • Ätherische Öle: Es gibt viele verschiedene ätherische Öle, die in der Kosmetikindustrie Verwendung finden. Sie haben je nach Öl entzündungshemmende, entspannende, belebende, regenerierende oder beruhigende Wirkungsweisen. Außerdem können ätherische Öle eine natürliche konservierende Wirkung haben. Wer allerdings Allergien hat oder schwanger ist, sollte sich gut über die Wirkung der ätherischen Öle in den Kosmetikartikeln informieren.
  • Kräuterextrakte: Solche Inhaltsstoffe werden bei Naturkosmetik-Herstellern immer beliebter. Kräuterextrakte sind unter anderem dazu da, die Wirkung der anderen Inhaltsstoffe zu verstärken. Vor allem Menschen mit Allergien und empfindlichen Haaren und Haut sollten zu Biokosmetik zurückgreifen, die Kräuterextrakte enthält. Jedes Extrakt hat dabei eine eigene Wirkung, sodass der Verbraucher nach Bedarf genauer auf die Zusammensetzung der Biokosmetik schauen sollte.
  • Pflanzliche Fette: Zu diesen Bestandteilen von Naturkosmetik gehören zum Beispiel Kokos- und Kakao-Fett sowie Sheabutter. Pflanzliche Fette verleihen den Cremes ihre Konsistenz, pflegen das Haar und machen die Haut weich und zart.
  • Achtung: Die Aufteilung der Inhaltsstoffe der herkömmlichen und natürlichen Kosmetik bedeutet nicht, dass in herkömmlicher Kosmetik keine natürlichen und in natürlicher Kosmetik keine synthetischen Inhaltsstoffe vorhanden sind. Es gibt nämlich keine genaue Definition darüber, wann ein Hersteller sein Produkt als „natürlich“ bezeichnen kann.
Naturkosmetik

Welche Vorteile haben Biokosmetik-Produkte und wo liegen die Nachteile?

Wie bereits an den Bestandteilen der Kosmetikprodukte zu sehen war, ist herkömmliche Kosmetik mit vielen synthetischen Inhaltsstoffen versehen. Zu vielen dieser Inhaltsstoffe gibt es entweder keine oder höchst umstrittene Studien. Der Grund dafür, dass noch immer so viel Synthetisches in unseren Kosmetikartikeln ist, liegt unter anderem auch darin, dass viele Verbraucher durchaus die Vorzüge genießen, die mit einigen der synthetischen Inhaltsstoffe einhergehen.

  • Während herkömmliche Deodorants eine Wirksamkeit von bis zu 48 Stunden haben, haben Deos mit rein natürlichen Wirkstoffen keine so lange Wirkung. Auf der anderen Seite müssen sich Nutzer um Aluminium und Co. keine Gedanken machen und bekommen die Naturprodukte meist in umweltschonenden Glasflaschen.
  • Duschgels aus natürlichen Inhaltsstoffen machen die Haut ebenso sauber, schäumen allerdings nicht ganz so stark wie herkömmliche Duschgels, die mit synthetischen „Schäumungshilfen“ arbeiten. Natürliche Duschgels kommen weiterhin ohne Konservierungsstoffe, Mikroplastik und Co. aus.
  • Bei Naturshampoos müssen sich Nutzer keine Gedanken um synthetische Duftstoffe und Silikone machen. Auf der anderen Seite drohen Verkeimungen, da keine Konservierungsstoffe enthalten sind.
  • Gesichtscremes der Naturkosmetik-Hersteller sind ebenfalls nicht allzu lange haltbar, denn auch hier können Keime Einzug halten. Nutzer sollten also auf einen kühlen Lagerungsort achten und ihre Hände sowie ihr Gesicht besonders gründlich reinigen, bevor sie die Creme auftragen.

Naturkosmetik ist nicht gleich Naturkosmetik: darauf ist beim Kauf zu achten

Dass es keine exakte Definition darüber gibt, wann ein Kosmetikprodukt als „natürlich“ deklariert werden kann, wurde bereits erwähnt. Was können Verbraucher also tun, wenn sie ausschließlich Kosmetikprodukte nutzen wollen, die gut für Mensch und Natur sind? Bestimmte Siegel können dabei helfen, ein Kosmetikprodukt hinsichtlich seiner „Natürlichkeit“ einzuschätzen. Dazu gehört zum Beispiel das NATRUE-Siegel, das auf der ganzen Welt einheitlich ist und anerkannt wird. Produkte mit diesem Siegel sind so natürlich wie nur möglich. Das BHID-Prüfzeichen steht ebenfalls für kontrollierte Naturkosmetik. Auch Ecocert und Demeter sind Siegel, auf die sich Käufer verlassen können und die nur Produkten verliehen werden, die strenge Kriterien erfüllen.

Kosmetik für Bad