Artikel • 14.8.2020

Pilze sammeln: Die besten Tipps für die Pilzsuche

Damit kein Giftpilz im Korb landet

Eine Gruppe von braunen Pilzen im Wald

Pilze sammeln – für viele Natur-Fans eine wahre Passion. Wie gut, dass der Spätsommer mit warmem Wetter und etwas Regen die Pilzsaison wieder einläutet. Doch was ist bei der Pilzsuche wichtig und wie gelingt es, auch als Anfänger den Überblick zu behalten?

Der richtige Zeitpunkt zum Pilze sammeln: Wann wächst wer?

Nicht jeder Pilz wächst zu jeder Zeit im Jahr. In der Pilzsaison müssen Temperatur und Niederschlagsmenge stimmen. Gerade nach einem Regenschauer sprießen Speisepilze besonders gut.

Von Juli bis November Steinpilze und Maronen im Wald sammeln

Besonders beliebt sind hierzulande Steinpilze. Sie wachsen zwischen Juli und November in Wäldern mit sandigem Boden. Typische Merkmale des Steinpilzes sind der dicke, nach außen gewölbte Stiel und der braune Hut. Je älter der Pilz, desto stärker verfärben sich die Röhren: Von einem hellen Ocker über Gelb bis hin ins Olivgrüne.

Die Marone ist ebenfalls ein Röhrenpilz, der im Wald wächst. Anders als beim Steinpilz ist der Hut flacher und der Stiel schlanker. Eindeutiges Erkennungszeichen: Die Röhren, wie beim Steinpilz weiß bis gelb-grünlich, verfärben sich auf Druck blau.

Pilze sammeln von Frühling bis Herbst: Speise-Morcheln, Pfifferlinge und die krause Glucke

Die eiförmigen Speise-Morcheln haben bereits im Frühling Saison: Sie wachsen im April und Mai auf feuchten Waldwiesen, vor allem unter Eschen. Mit einer Höhe zwischen 3 und 12 Zentimetern und ihrer graugelben Färbung fallen Speise-Morcheln nicht gleich ins Auge.

Das gilt auch für Pfifferlinge, die von Juni bis Oktober sowohl in Laub-, als auch in Nadelwäldern aus dem Boden sprießen. Die 3 bis 8 cm großen Pilze wachsen besonders gerne auf moosigem Untergrund und zeichnen sich durch ihren fruchtigen Geruch aus, der an Aprikosen erinnert.

Ähnlich wie die Speise-Morchel ist auch die Krause Glucke keine Augenweide – wartet aber mit einem intensiv-nussigen Geschmack auf. Der bis zu 20 cm hohe und bis zu 30 cm breite Pilz wächst auf Baumstämmen und erinnert auf den ersten Blick an ein Hybrid aus Schwamm und Blumenkohl. Aufgrund der unregelmäßigen Oberfläche ist es sinnvoll, den Pilz vor dem Verarbeiten zu zerschneiden und gut zu waschen. Die perfekten Messer dafür gibt es beim Fackelmann.

Ein Korb voller Pfifferlinge - So macht Pilze sammeln Spaß

Auf der Wiese Pilze sammeln: Champignon und Parasol

Nicht nur der Wald hält eine Vielzahl essbarer Pilze bereit: Auf Auen- und Obst-Wiesen und mitunter sogar im Garten fühlen sich Wiesenchampignons und Parasolpilze von Juni bis Oktober wohl. Wiesenchampignons, die auch als Feldegerling bezeichnet werden, haben hell- bis dunkelbraune Lamellen, die nicht am Stiel angewachsen sind. Der Hut kommt auf einen Durchmesser von 5 bis 10 Zentimeter, mitunter können besonders große Exemplare auch einmal deutlich größer werden. Aufpassen: Der Champignon sieht dem giftigen Knollenblätterpilz auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Also Vorsicht beim Pilze sammeln!

Der Parasolpilz wird auch gemeiner Riesenschirmling genannt – und macht seinem Namen alle Ehre. Der Durchmesser des Pilzhutes kann bis zu 30 Zentimeter betragen. Mit einem verschiebbaren Ring ausgestattet, der als wichtigstes Unterscheidungskriterium zu anderen ungenießbaren Riesenschirmlingen gilt, wird der Stiel bis zu 40 Zentimeter hoch. Weitere optische Besonderheiten: Die Lamellen sind weiß, der Hut genattert. So bezeichnen Kenner die dunklen Hautreste auf der Oberfläche des Schirms.

Achtung, Vergiftungsgefahr: Nur essbare Pilze sammeln

Erfahrene Pilzsammler können Speisepilze problemlos von Giftpilzen unterscheiden. Wer weniger Übung hat, sollte beim Pilze sammeln vorsichtig sein und unbedingt ein Bestimmungsbuch nutzen. Ein solches gibt es u.a. beim Thalia. Mit dem passenden Gutschein gibt es das Buch sogar etwas günstiger. Bestehen weiterhin Zweifel, sollten Prachtexemplare lieber stehen bleiben. Eine ernsthafte Verwechslungsgefahr besteht zwischen Knollenblätterpilz (tödlich) und Champignon (essbar).

Mehr als 90 Prozent der tödlichen Pilzvergiftungen gehen hierzulande auf den Knollenblätterpilz zurück. Das Haupt-Unterscheidungskriterium sind die Lamellen: Während der Knollenblätterpilz weiße Lamellen hat, verfügt der Champignon über rosafarbene bzw. hell- bis dunkelbraune Lamellen. Weiß sind die Lamellen vom Champignon niemals! Beim Pilze sammeln gilt insbesondere darauf besonders zu achten.

Wichtig: Eine Pilzvergiftung ist ein akuter Notfall, der sofortige, notärztliche Versorgung erfordert. Besteht der Verdacht auf eine Pilzvergiftung, kann umgehendes Handeln Leben retten.

Eine Person mit seiner Beute vom Pilze sammeln

Pilze sammeln wie ein Profi: Das ist dafür notwendig

Folgen auf Regen warme Temperaturen, dann ist dies die beste Zeit, um „in die Pilze“ zu fahren, wie vielerorts gesagt wird. Zum notwendigen Equipment gehört neben einem Bestimmungsbuch und einem Messer (gute Messer gibt es z.B. bei OTTO), mit dem sich die Pilze kurz über dem Boden abtrennen lassen, auch ein Korb oder ein Baumwollbeutel. Darin sollten die Pilze locker gesammelt werden, damit das Pilzfleisch nicht beschädigt wird.

Wichtig: Plastikbeutel sind für die Pilzsuche nicht geeignet. Durch den Wärmestau in einer Tüte verderben die Pilze schnell.

Beim Pilze sammeln gilt die sogenannte „Handstraußregel“. Das bedeutet: Speisepilze sollten nicht in rauen Mengen, sondern nur für den Eigenbedarf gesammelt werden. Welche genaue Menge darunter gemeint sind, ist gesetzlich nicht geregelt. Fest steht: Da Pilze nach dem Sammeln zügig verarbeitet werden und Pilzgerichte zudem nicht aufgewärmt werden sollten, ist es sinnvoll, nicht allzu viele Pilze zu sammeln.

Pilze sammeln: Ein Erlebnis für alle Sinne

Die Pilzsuche ist ein echtes Erlebnis. Neben Bewegung an der frischen Luft, ist auch voller Sinneseinsatz gefragt. Und der wird schließlich belohnt, wenn sich der Korb langsam mit den heimischen Delikatessen füllt.

Je nach Sorte lassen sich die Pilze dünsten, braten oder als würzige Beigabe in einer Suppe verkochen. Große Exemplare, wie beispielsweise der Parasolpilz, geben auch als vegetarischer Schnitzelersatz mit Panade eine gute Figur ab. Hier sind der kulinarischen Kreativität keine Grenzen gesetzt!

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