Artikel • 5.9.2020

Refurbished: Elektronik aus zweiter Hand

Generalüberholte Technik für mehr Nachhaltigkeit

Smartphones werden getestet

Der Computer hat den Geist aufgegeben, ein neues Handy ist fällig oder ein Tablet wäre schon praktisch? Wer dafür nicht so tief in die Tasche greifen möchte, kann „refurbished“ kaufen. Das bedeutet: Ein gebrauchtes Gerät, das geprüft, qualitätsgesichert überholt und instandgesetzt wurde. Im Gegensatz zum Second-Hand-Gerät von eBay sind solche Käufe von der Garantien gedeckt und dadurch mit weniger Risiko auf der Käuferseite verbunden. Noch dazu schont der Kauf eines Refurbished-Geräts die Umwelt, wird der Produktlebenszyklus doch maßgeblich verlängert.

Geprüft und generalüberholt: Das bedeutet refurbished

Bei Kleidung und Möbeln ist es inzwischen gang und gäbe, aus zweiter Hand zu kaufen. Warum also nicht auch bei technischen Geräten? Sicher: Die empfindliche Technik ist im Vergleich einem höheren Verschleiß ausgesetzt. Doch wer refurbished kauft, kann sich in der Regel auf die Erfahrung von Profis verlassen, die das Gerät vorher auf Herz und Nieren geprüft und nötige Reparaturen vorgenommen haben. Wenn es nicht unbedingt das neueste Smartphone sein muss, lohnt sich daher der Blick in entsprechende Shops, die generalüberholte Ware anbieten.

Refurbished kaufen: Das ist zu beachten

Wer zum Beispiel einen gebrauchten Computer kauft, sollte nicht mit einem neuwertigen Gerät rechnen. Denn: Gebrauchsspuren mögen zwar nicht das Schönste sein, sind aber bei Geräten aus zweiter Hand meistens nicht zu vermeiden. Doch steht hier schließlich vor allem die Funktion im Vordergrund. Beim Refurbishing wird daher vor allem darauf geachtet, dass die Technik einwandfrei läuft.

Professionelle Shops, die Refurbished-Geräte verkaufen, geben jedoch in der Regel genau an, in welchem Zustand sich der Artikel befindet. AfB sortiert nach „Grade A+“, „Grade A“ und „Grade B“; der Kunde kann Infos zum Zustand dabei ganz einfach über einen Info-Button aufrufen. Verkäufer wie Conrad oder Plattformen wie reBuy verwenden ähnliche Kategorien, deren Beschreibung vor dem Kauf einen Blick lohnt.

Andere Shops, wie asgoodasnew.de etwa, geben den optischen Zustand als „neu“, „wie neu“, „sehr gut“ oder „gut“ an.

Tipp: In jedem Fall sollte beim Kauf von Refurbished-Geräten darauf geachtet werden, die Ware von einem seriösen Händler zu beziehen. Diese lassen sich unter anderem an einem professionell gestalteten Onlineshop mit Impressum, Transparenz und entsprechenden Garantien erkennen. Eher zweifelhaft sind Verkäufer auf eBay, deren Standort nicht zurückverfolgt werden kann. Insbesondere eine unklare Beschreibung von Produkt und Garantie-Regelung sollten Käufer zur Zurückhaltung anhalten.

Garantie und Rückgaberecht

Auch wenn vom IT-Profi generalüberholte Geräte die beschriebenen Funktionen erfüllen: Eine Zusatz-Garantie kann Sinn machen. Eine solche bieten professionelle Shops in der Regel an, wobei der Kunde oft auf Wunsch die Laufzeit aufstocken kann. Wer bei Amazon oder Apple selbst refurbished kauft, hat eine einjährige Garantie standardmäßig dabei, die sich aber nicht verlängern lässt.

Ein Abgleich mit dem Originalpreis und einem vergleichbaren, neuen Produkt ist insbesondere bei High-Performance-Geräten anzuraten. Die Umwelt dankt es dennoch dem, der auch bei kleiner Ersparnis zum generalüberholten Smartphone greift.

Dank des gesetzmäßigen Rückgaberechts ist der Käufer immerhin abgesichert und kann das Gerät in der Zeit selbst intensiv prüfen. Zum Beispiel, was die Akku-Laufzeit angeht, ist die Überprüfung der angegebenen Daten zu empfehlen. Schon allein aufgrund des Rückgaberechts ist der Kauf von Refurbished-Geräten weitaus sicherer, als bei eBay gebrauchte Ware zu kaufen – insbesondere für den, der technisch wenig versiert ist.

Neben einem weißen Laptop stehen ein Espresso, ein Smartphone und ein Notizblock
Bevor Refurbished-Geräte verkauft werden, werden sie generalüberholt und getestet

Refurbished versus B-Ware: Was sind die Unterschiede?

Neben generalüberholten Geräten bieten viele Shops auch B-Ware zu günstigen Preisen an, beispielsweise notebooksbilliger.de. Sowohl B-Ware als auch Refurbished-Geräte schonen Geldbeutel und Umwelt. Dennoch gibt es ein paar Unterschiede, auf die Käufer je nach der benötigten Ausstattung achten sollten.

Vor- und Nachteile bei B-Ware

Bei B-Ware handelt es sich um neue, ungenutzte Geräte, die mit Schäden kommen. Das kann entweder heißen, dass lediglich die Verpackung beschädigt ist oder fehlt. Manchmal hat auch das Gehäuse Kratzer. Außerdem ist B-Ware meist ein Rückläufer – also ein Gerät, das von einem anderen Kunden bestellt und wieder zurückgesendet wurde.

Größter Vorteil: Wem es auf Aktualität ankommt, der ist mit B-Ware möglicherweise besser bedient. Denn trotz möglicher Schäden – die meist nur optischer Natur sind – bekommt der Käufer hier ein neues Gerät zum attraktiven Preis.

Nach einem Rücklauf wird auch B-Ware selbstverständlich geprüft, insbesondere, was die Akkuleistung betrifft. Die Geräte werden jedoch nicht in dem Sinne generalüberholt, wie es bei refurbished der Fall ist.

Refurbished: Stärken und Schwächen generalüberholter Geräte

Statt beschädigter Ware oder Rückläufern sind es bei Refurbished-Ware Ausstellungsstücke, Leasing-Rückläufe oder Produkte aus Teststellungen. In der Regel waren die Geräte ein bis drei Jahre in großen Unternehmen eingesetzt. Dort konnten die Laptops, PCs oder Smartphones ihre einwandfreie Leistung also schon unter Beweis stellen.

Größter Vorteil: Refurbished Laptops und Co. werden von IT-Spezialisten genau unter die Lupe genommen und gegebenenfalls neu instandgesetzt.

Refurbished bedeutet auch, dass die gebrauchte Hardware professionell gereinigt und vorhandene Datenträger nach zertifizierten Prozessen gelöscht wurden. Im Gegensatz zu B-Ware handelt es sich allerdings um Modelle, die schon länger auf dem Markt sind und daher möglicherweise nicht mehr ganz dem „State of the Art“ der neusten Technik entsprechen.

Eine Person hält ein Smartphone in der Hand
Besonders Smartphones und Laptops können bei Refurbished-Anbietern günstig erworben werden

Fazit: Refurbished geprüft und für gut befunden

Wenn das neue Tablet nicht gerade brandneu sein muss, ist refurbished ein guter Weg, für verhältnismäßig wenig Geld an gute Geräte zu kommen. Allerdings sollte der Verkäufer einen seriösen Eindruck machen. Auch eine entsprechende Garantie auszuwählen, ist nicht verkehrt – natürlich sollte dabei immer das Verhältnis zum Original-Preis im Blick bleiben.

Die Kategorien des jeweiligen Shops genau anzusehen, hilft die Funktionalität des Geräts richtig einzuschätzen und Überraschungen zu vermeiden. Im Notfall bietet aber auch das gesetzliche Widerrufsrecht noch eine Sicherheit. Somit ist der Kauf generalüberholter Hardware vom seriösen Shop eine sichere und umweltschonende Möglichkeit, sich mit „neuen“ generalüberholten technischen Geräten auszustatten.

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