Artikel • 3.3.2020

Sprachassistenten im Vergleich: Was können Siri, Alexa und Co?

Smarte Alltagshelfer

Sprachassistenten im Vergleich: Was können Siri, Alexa und Co?

„Alexa, wo liegt die nächste Bäckerei?“. „Hallo. Die nächste Bäckerei befindet sich 100 Meter von dir entfernt“. So oder so ähnlich laufen seit einiger Zeit in unzähligen Haushalten die Gespräche mit Sprachassistenten ab, die den Nutzern das Leben in vielerlei Hinsicht erleichtern (sollen). Digitale Assistenten erfreuen sich wachsender Beliebtheit und die Nutzer haben die Wahl aus unterschiedlichsten Voice-Dienst-Angeboten. Wir haben uns die bekanntesten Sprachassistenten angeschaut und geprüft was sie können.

1. "Alexa": der Amazon-Voice-Dienst

Hinter dem Namen Alexa verbirgt sich der Voice Service des Versandriesen Amazon. Mit Alexa lassen sich Informationen aufrufen oder das eigene Zuhause automatisieren. Auf Zuruf nimmt die Sprachassistentin mit der freundlichen Stimme den Nutzern viel Arbeit ab und erleichtert mit den richtigen Skills den Alltag ungemein. Das eigene Wissen bezieht Alexa aus dem Internet oder über Apps wie Wetter- und Verkehrs-Apps. Ein Projekt mit dem Namen Alexa Answers soll dem Voice-Dienst helfen zu lernen und den Wissensschatz zu erweitern.

  • Bedienung: Um Alexa zu aktivieren reicht es ihren Namen zu sagen. Wer will kann das Codewort für die Aktivierung ändern. Zu diesen gehört Amazon, Computer oder Echo.
  • Funktionen und Skills: Ob es nun die Nachrichten oder die Wetterdaten sein sollen – ein Kommando reicht, um an die gewünschten Informationen zu kommen. Alexa kann aber auch den Wecker stellen, Einkäufe erledigen oder die Hausautomation steuern. Neben den Standardfunktionen lässt sich die Palette der Möglichkeiten mithilfe der sogenannten Alexa Skills erweitern.
  • Endgeräte: Alexa gibt es zum Beispiel für Amazon Echo, für den Echo Dot, Echo Show sowie für den FireTV Stick. Doch auch als App ist die digitale Assistentin verfügbar. Smarthome-Komponenten aller Art können mit Amazons Sprachassistentin ebenfalls gesteuert werden.
  • Datenschutz: Alle Befehle, die Alexa durch ihre Benutzer empfängt, werden an die Server von Amazon weitergeleitet. Dort gelangen sie an die Spracherkennungssysteme und werden weiterverarbeitet. Eine Aufzeichnung der Befehle erfolgt laut Hersteller nicht und jeder Benutzer kann Alexa auf Wunsch einfach stummschalten.
Alexa Amazon

2. "Hey Siri": Apples Sprachassistentin

Siri ist die Sprachassistentin von Apple. Der intelligente Voice-Dienst nimmt den Nutzern zahlreiche Aufgaben ab. Siri ist neben Alexa die bekannteste Sprachassistentin, die mehr kann, als das iPhone über die Sprache zu steuern. Auch Siri bezieht ihr Wissen aus unterschiedlichen Quellen, etwa dem Internet oder bestimmten Apps. Zudem können Nutzer mit Siri einfache Gespräche führen und sich sogar Witze erzählen lassen.

  • Bedienung: Siri wir dem Befehl „Hey Siri“ aktiviert. Alternativ wird die Home-Taste des iPhones oder iPads gedrückt, um Siri zu starten und losgelassen, wenn die Anweisung fertig ist.
  • Funktionen und Skills: Siri nimmt Anrufe entgegen, verschickt Nachrichten oder verfasst E-Mails. Wecker, Timer und Erinnerungen sind mit der Sprachassistentin von Apple ebenfalls kein Problem. Auch eine intelligente Steuerung fürs eigene Zuhause lässt sich mit Siri realisieren – vorausgesetzt, die Nutzer statten sich mit kompatiblen Geräten aus.
  • Endgeräte: Wie es für Apple typisch ist, ermöglicht das Unternehmen die Nutzung des Sprachassistenten ausschließlich mit hauseigenen Geräten, wie iPhone, iPad, AirPods, HomePod oder Apple Watch.
  • Datenschutz: Apple leitet die Anweisungen an die eigenen Server weiter, wo eine Auswertung und Weiterverarbeitung erfolgt. Zu den Daten, die weitergesendet werden, gehören unter anderem die Adressbuchkontakte, die Titel in der Mediathek sowie die Standortdaten bei der Aktivierung von Siri. 

3. "Hey Google": der Google Assistant

Google hat es sich nicht nehmen lassen, mit Google Assistant einen eigenen sprachgesteuerten Helfer zu entwickeln. Die vielseitigsten Aufgaben im Alltag kann dieser Voice-Dienst erledigen und ist in Kombination mit den verschiedensten Endgeräten einsetzbar. So kann der Google Assistant zum Beispiel einen Tisch in einem Restaurant reservieren oder einen Termin für den Firseurbesuch buchen. Um die Nutzer mit Informationen zu versorgen und ihre Anweisungen umzusetzen, greift der Sprachassistent auf die Informationen von Google zu und nutzt Dienste, die Google den eigenen Nutzern über die Suchmaschine anbietet.

  • Bedienung: der Google Assistant wird mit dem Befehl "Hey Google" aktivieren.
  • Funktionen und Skills: Zu den Möglichkeiten des Sprachassistenten von Google gehört die Planung des eigenen Tages, das Erhalten von Informationen aller Art sowie die Steuerung des eigenen Smart Homes. Auch Gespräche können Nutzer mit diesem digitalen Assistenten führen.
  • Endgeräte: Der Google Assistant funktioniert auf einer Reihe verschiedener Endgeräte, wie Smartphones, Tablets, TV-Geräte, Smartwatches oder Auto-Navis. Auch Smart Speaker und Smart Displays aus dem Hause Google lassen sich mit der Sprachsteuerung ausstatten.
  • Datenschutz: Google teilt in den eigenen AGBs mit, dass jeder Nutzer selbst entscheidet, welche Daten geteilt werden sollen. Alle Daten, die Google bei der Benutzung des Sprachassistenten speichert, sind aufrufbar und lassen sich nachvollziehen.
Sprachassistenten für Alltag

4. "Hey Cortana": die Sprachassistentin von Microsoft

Wenn es um digitale Assistenten geht, darf Cortana nicht fehlen. Es ist eine Sprachsoftware von Microsoft, die Siri und Co. Konkurrenz machen möchte. Cortana wurde im Jahr 2014 vorgestellt.

  • Bedienung: Mit „Hey, Cortana“ wird der Sprachassistent gesteuert.
  • Funktionen und Skills: Cortana kann Musik abspielen, Anrufe tätigen, Termine verwalten, Nachrichten und E-Mals schreiben, Internetsuchen durchführen und vieles mehr.
  • Endgeräte: Cortana sollte ursprünglich nicht nur auf Windows-Geräten und der Xbox One verfügbar sein, sondern auch auf iOS- und Android-Endgeräten. Auf diesen ist seit dem 31. Januar 2020 Cortana allerdings nicht mehr verfügbar.
  • Datenschutz: Am besten funktioniert Cortana mit einer Anmeldung über ein Microsoft-Konto. Es werden zum Beispiel Internetsuchen, Kalendereinträge und Kontakte gespeichert. Cortana funktioniert aber auch ohne Anmeldung.

5. "Hi Bixby": Samsungs Antwort auf Alexa und Co.

Der Voice-Dienst Bixby ist der Sprachassistent von Samsung. Ebenso wie die anderen Sprachassistenten basiert Bixby auf künstlicher Intelligenz und stellt sich mit der Zeit immer weiter auf den Nutzer ein – nicht zuletzt mithilfe der Routinen, mit denen Bixby immer mehr über die täglichen Gewohnheiten des Nutzers lernt.

  • Bedienung: Um Bixby zu aktivieren, können Nutzer „Hi Bixby“ sagen, die Bixby-Taste ihres Smartphones drücken oder das Bixby-Symbol auf den unteren linken Bildschirmrand antippen
  • Funktionen und Skills: Die Funktionspalette von Bixby lässt sich in vier Themengebiete aufteilen. Mit „Bixby Voice“ erteilen Nutzer Sprachbefehle oder stellen Fragen. Mit „Bixby Vision“ bekommen Nutzer zahlreiche Möglichkeiten, die auf Bilderkennung basieren. Der „Bixby Reminder“ ist bei der Planung des Alltags behilflich. Bei „Bixby Home“ handelt es sich um die Hauptseite, die alle Dienste und genutzte Apps auf einen Blick präsentiert
  • Endgeräte: Bixby ist für die Verwendung auf Samsung Galaxy Smartphones entwickelt worden
  • Datenschutz: Ob die Sprachbefehle bei Bixby gespeichert werden und damit personalisierte Antworten möglich sind, stellen die Nutzer selbst ein. Trotzdem werden auch bei diesem Sprachassistenten die Befehle zunächst an die Server geschickt, um sie weiterzuverarbeiten

6. "Hey Chris": Sprachassistent für Autofahrer

Die intelligente Software Chris soll den Autofahrern das Leben ungemein erleichtern. Nutzer bekommen viele praktische Hilfestellungen und können die Funktionen sowohl mit ihrer Stimme als auch mit Gesten steuern. Selbst offline ist Chris verfügbar und kann einen wertvollen Begleiter im Straßenverkehr darstellen.

  • Bedienung: Mit “Hey Chris” aktivieren die Nutzer den Autoassistenten
  • Funktionen und Skills: Beim Autofahren kann Chris Anrufe annehmen, SMS und WhatsApp-Nachrichten schreiben, Musik abspielen und die Fahrer zu ihrem Zielort navigieren. Per Gestensteuerung wechseln die Nutzer die Musiktitel oder stellen die Lautstärke ein
  • Endgeräte: Der digitale Sprachassistent lässt sich in allen Autos installieren, egal für welches Modell und welches Baujahr. Die Software funktioniert sowohl auf iOS- als auch auf Android-Geräten
  • Datenschutz: Das Unternehmen hinter “Chris” speichert bestimmte personenbezogene Daten sowie Daten wie Standort, Musikauswahl und Kontakte. Die Nutzer können die erhobenen Daten allerdings löschen lassen bzw. der Weiterverarbeitung widersprechen
Sprachassistenten Navigation

Mit digitalen Sprachassistenten den Alltag meistern

Welcher Sprachassistent es für den eigenen Alltag sein soll, entscheidet in erster Linie die persönliche Vorliebe der Nutzer. Jeder der vorgestellten digitalen Assistenten hat eigene Vorzüge und jeder von ihnen ist noch lange nicht am Ende der eigenen Möglichkeiten angelangt. Denn hinter Siri und Co. stehen ganze Armeen an schlauen Köpfen, die allesamt daran arbeiten, ihren Sprachassistenten immer besser und immer intelligenter zu machen.

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