Weitere Streiks abgewendet Klinikärzte einigen sich im Tarifstreit mit Kommunen

An Hunderten deutschen Kommunalkrankenhäusern soll es vorerst keine weiteren Streiks geben. Die Vereinbarung, die Ärztegewerkschaft und Arbeitgeber schlossen, bringt Vorteile für mehr als 50.000 Ärzte.

Ärzte in einem Krankenhaus
Alvarez/ Getty Images

Ärzte in einem Krankenhaus


Patienten in mehr als 500 kommunalen Krankenhäusern in Deutschland müssen vorerst keine weiteren Ärztestreiks befürchten. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, erzielten die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und die kommunalen Arbeitgeberverbände eine Grundsatzeinigung, die mehr als zwei Jahre lang laufen soll.

Demnach bekommen die rund 55.000 betroffenen Ärzte rückwirkend zum Beginn des Jahres 2,5 Prozent mehr Geld. 2020 und 2021 steigen die Gehälter noch einmal um jeweils zwei Prozent. Ab Juli sollen außerdem die Arbeitszeiten elektronisch erfasst und Wochenenddienste beschränkt werden. Mindestens zwei Wochenenden im Monat werden ab 2020 arbeitsfrei.

"Wir werden jetzt in den kommunalen Krankenhäusern für mehr als zwei Jahre Ruhe haben", sagte der Vorsitzende des Marburger Bunds, Rudolf Henke. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) teilte mit, man sei bei den Verhandlungen hart an die Grenze des Machbaren gegangen. "Das sind erhebliche Belastungen für die Krankenhäuser, die erstmal verkraftet werden müssen", sagte VKA-Verhandlungsführer Dirk Tenzer.

Auf die Kliniken kommen demnach Zusatzkosten von rund einer halben Milliarde Euro zu. Wegen der strengeren Auflagen für Dienstzeiten wird den Arbeitgebern zufolge an einigen Kliniken auch mehr Personal notwendig werden.

Der Einigung waren demnach mehr als 24-stündige Verhandlungen vorausgegangen. In den vergangenen Monaten hatte die Gewerkschaft mit mehreren Warnstreikaktionen Druck gemacht. Teilweise mussten deswegen Operationen verschoben werden. (Lesen Sie hier, was Klinikärzte über ihre Arbeitsbedingungen berichten)

fek/dpa



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