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Wie wir nach der Pandemie arbeiten New Work? Kenn ich nicht!

Personaler glauben oft, dass sie Fachkräfte mit New Work locken können. Dabei können mit dem Begriff laut einer Umfrage viele gar nichts anfangen. Wichtig sind den meisten demnach ganz andere Dinge.
Laptop auf – und fertig: Seit der Pandemie sind ortsunabhängige Jobs gefragter

Laptop auf – und fertig: Seit der Pandemie sind ortsunabhängige Jobs gefragter

Foto: Brenda Liu / Getty Images

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Spätestens mit dem Einzug ins Homeoffice sind Rufe nach agilen Arbeitsmethoden in vielen Unternehmen Realität geworden. Jedenfalls in den Personalabteilungen. Mögliche Bewerberinnen und Bewerber verstehen nur Bahnhof, wie eine Umfrage des Recruiting-Unternehmens Softgarden zeigt: Rund 40 Prozent der Jobsuchenden können mit dem Begriff New Work auch nach der Pandemie nichts anfangen. Bei den Akademikern kennt jeder Dritte New Work nicht, bei den Nichtakademikern fast jeder Zweite.

Flache Hierarchien, neue Arbeitsformen, zeitliche Flexibilität – man sollte meinen, dass solche Strukturen Bewerber und Belegschaft interessieren und auch für Arbeitgeber begeistern können. Das wird angesichts des Fachkräftemangels immer wichtiger. Leider reden Personaler und Kandidaten aber offenbar aneinander vorbei.

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An der Online-Umfrage haben 3561 Bewerber sowie 251 Personalverantwortliche teilgenommen. Die Bewerber haben sich in den unterschiedlichsten Branchen beworben, etwa im Handel (17,9 Prozent), in der Industrie und im Maschinenbau (9,5 Prozent) oder in Werbung und Medien (7,0 Prozent). Rund ein Drittel der Bewerber hat einen Universitätsabschluss (28,8 Prozent), 21 Prozent einen Realschulabschluss und rund 14 Prozent jeweils einen Fachhochschulabschluss oder Abitur. Die Teilnehmer arbeiten unter anderem als Recruiter, Personalreferenten, sind Spezialisten im Employer Branding oder Geschäftsführer. Auch sie stammen aus den unterschiedlichsten Branchen: IT und Internet (16,4 Prozent), Industrie und Maschinenbau (9,1 Prozent) oder Öffentlicher Dienst (8,2 Prozent).

Wie sehr die Diskussion rund um New Work an Jobsuchenden vorbeigeht, zeigt auch eine andere Frage: Demnach glauben drei Viertel der Personaler, dass Angebote rund um New Work nach Corona eine größere Rolle spielen, um Jobinteressierte von einem Arbeitgeber zu überzeugen – aber nur knapp 40 Prozent der Bewerber sehen das auch so.

Die Umfrage zeigt außerdem, wie attraktiv das Arbeiten von zu Hause aus seit Beginn der Pandemie geworden ist: Mehr als 70 Prozent der Bewerber suchten in diesem Sommer bereits nach ortsunabhängigen Jobs. Diesem Wunsch kommen aber bislang nur wenige Personaler oder Recruiter nach: Lediglich 23 Prozent veröffentlichen aktuell Anzeigen für die Arbeit außerhalb des Büros.

»Remote Working als Angebot an Jobinteressenten stellt schon jetzt einen Wettbewerbsvorteil im Recruiting dar«, so Geschäftsführer Mathias Heese. Aber: »Noch zu wenige Firmen nutzen die damit verbundenen Chancen.« Sein Unternehmen rät Arbeitgebern, ihre ortsunabhängigen Jobs in Jobbörsen als »remote« zu kennzeichnen – um moderner und attraktiver für potenzielle Bewerber zu wirken.

Weitere Erkenntnisse der Umfrage:

  • Zwei Drittel der Bewerber erwarten, dass Arbeitgeber ihre technische Ausstattung und digitalen Prozesse seit der Pandemie verbessert haben. Dazu gehört, dass Bewerber überhaupt die Chance bekommen, das Bewerbungsgespräch per Video zu führen. Eine große Mehrheit von Bewerbern erwartet auch, dass Bewerbungen künftig schneller bearbeitet und sie über die nächsten Schritte gut informiert werden. Knapp drei Viertel der Personaler sehen sich dafür generell gut aufgestellt.

  • Worauf legen Bewerberinnen und Bewerber seit Corona am meisten Wert? Die höchste uneingeschränkte Zustimmung erzielen nicht New-Work-Klassiker wie Sinn (38 Prozent), Führungskräfte als »Möglichmacher statt Bestimmer« (34 Prozent) oder größere Eigenverantwortung beim Arbeiten (22 Prozent). Wichtiger waren offene Kommunikation (51 Prozent), gutes Gesundheitsmanagement (46 Prozent) und Jobsicherheit (45 Prozent).

Was aber können Unternehmen nun aus diesen Erkenntnissen schließen? Mit dem Begriff New Work um Fachkräfte zu werben, kann man sich wohl eher schenken. Das heißt aber nicht, dass Personaler nicht umdenken müssen. Zur offenen Kommunikation gehört eben auch, dass man die Sprache der Leute spricht, die man für das Unternehmen gewinnen möchte, und ihnen klar sagt, welche Firmenkultur angestrebt wird.

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Vielen Bewerbern ist es wichtig, dass der Arbeitgeber sich um die Gesundheit der Angestellten kümmert. Das könnten etwa Sportkurse, Vorsorgeuntersuchungen oder ergonomisch eingerichtete Arbeitsplätze sein. Pluspunkte sind auch, wenn ein Unternehmen zeigen kann, dass es mit Problemen und Krisen offen umgeht und den Mitarbeitenden große Handlungsspielräume einräumt – sowohl bei der Ausgestaltung der Arbeit als auch bei der Wahl des Arbeitsortes. Vorgesetzte sollten dabei eher eine helfende als eine von oben herab delegierende Rolle einnehmen. Das mag alles New Work sein. Aber es zählt wohl auch zur geglückten Kommunikation, einfach zu sagen, was man neuen Leuten bieten will – statt sie mit unverständlichen Vokabeln zu verschrecken.

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