"Toxische" Arbeitsbedingungen Amnesty schmeißt Führungsriege raus

Stress und starker Druck: Amnesty International reagiert auf einen Bericht über "toxische" Arbeitsbedingungen und tauscht die Führung aus. Protest gibt es wegen der Abfindungen.

Der Südafrikaner Kumi Naidoo ist seit August 2018 Generalsekretär von Amnesty International
Vesa Moilanen/ Lehtikuva/ picture alliance

Der Südafrikaner Kumi Naidoo ist seit August 2018 Generalsekretär von Amnesty International


Amnesty International entlässt fünf der sieben Mitglieder der Generaldirektion in London. Damit reagiert die Menschenrechtsorganisation auf einen Bericht über "toxische" Arbeitsbedingungen.

Kumi Naidoo, der Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation, habe Anfang Mai intern die Wechsel in der Führungsspitze verkündet, sagte ein Sprecher. Die Mitarbeiter sollen bis spätestens Oktober im Amt bleiben. Eine Übergangsmannschaft soll die Geschäfte leiten, bis Nachfolger für die Spitzenposten gefunden werden.

Der Bericht über die Arbeitsbedingungen wurde nach Suiziden von Mitarbeitern in Genf und Paris im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben. Bei der Veröffentlichung im Januar attestierten externe Gutachter dem Unternehmen schließlich "Schwachstellen in der Organisationskultur und dem Management". Mitarbeiter hätten über starken Druck und Stress geklagt und die Arbeitsbedingungen oft als "toxisch" beschrieben. Daraufhin hatte Generalsekretär Naidoo Konsequenzen angekündigt.

Einem Bericht der britischen Zeitung "The Times" zufolge hatten Angestellte allerdings "großzügige" Abfindungen für die fünf gekündigten Mitglieder der Generaldirektion kritisiert. Der Amnesty-Sprecher erklärte nun, die Führungsmitglieder erhielten geringere Entschädigungen als andere Mitarbeiter.

faq/afp



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könig der jogis 29.05.2019
1. Wechseln
Was für ein wirrer Bericht mal wieder. Amnesty schmeisst Führungsriege raus...Gehört der Generalsekretär etwa nicht zu Führungsriege? Suizide gabs in Genf und Paris, aber in London wurden Führungsmitglieder entlassen, bleiben aber bis "spätestens Oktober im Amt", obwohl eine " Übergangsmannschaft die Geschäfte leiten soll..... Ja was nun ? Und was bedeutet eigentlich " toxisch"? Auf deutsch heisst das giftig, aber was wollte der Autor damit sagen, es wird nicht erklärt, was das konkret bedeutet. "Amnesty International entlässt fünf der sieben Mitglieder der Generaldirektion in London. Damit reagiert die Menschenrechtsorganisation auf einen Bericht über "toxische" Arbeitsbedingungen. Kumi Naidoo, der Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation, habe Anfang Mai intern die Wechsel in der Führungsspitze verkündet, sagte ein Sprecher. Die Mitarbeiter sollen bis spätestens Oktober im Amt bleiben. Eine Übergangsmannschaft soll die Geschäfte leiten, bis Nachfolger für die Spitzenposten gefunden werden. Der Bericht über die Arbeitsbedingungen wurde nach Suiziden von Mitarbeitern in Genf und Paris im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben. Bei der Veröffentlichung im Januar attestierten externe Gutachter dem Unternehmen schließlich "Schwachstellen in der Organisationskultur und dem Management". Mitarbeiter hätten über starken Druck und Stress geklagt und die Arbeitsbedingungen oft als "toxisch" beschrieben. Daraufhin hatte Generalsekretär Naidoo Konsequenzen angekündigt. Einem Bericht der britischen Zeitung "The Times" zufolge hatten Angestellte allerdings "großzügige" Abfindungen für die fünf gekündigten Mitglieder der Generaldirektion kritisiert. Der Amnesty-Sprecher erklärte nun, die Führungsmitglieder erhielten geringere Entschädigungen als andere Mitarbeiter." Irgendwie scheint die Autor/in des Artikel selbst nicht zu wissen, worum es eigentlich geht. Irgendwie verwirrt.
gruffelo 29.05.2019
2. gleich ganz abschaffen
Amnesty Intl können sie auch ruhig gleich ganz abschaffen. Eine Organisation, die "schwere Kritik an Deutschland's Flüchtlingspolitik" übt und Deutschland vorwirft, keine offenen Zugänge für Asylsuchende einzurichten, die Flüchtlingsunterkünfte nicht ausreichend zu schützen, usw. - eine solche Organisation hat offensichtlich keine wirklichen Missstände mehr zu beanstanden und kann daher auch gleich ganz abgeschafft werden.
chrismuc2011 29.05.2019
3.
Die Abfindungen werden in einem Vertrag festgelegt sein, indem sich die ehemaligen Mitarbeiter zum Schweigen verpflichten müssen.
sunshine422 29.05.2019
4. Tja.... überall
das Selbe. Andere kritisieren und dann selber nicht viel besser sein. Klar will ich hier nicht die Gräueltaten gewisser Staaten rsp Regierungen in Abrede stellen oder runter reden. Aber wo bleibt die tiefere und bösere Kritik und wo bleiben die Opfer? Ach ja, Amnesty ist halt eine tolle Organisation, dann ist das halt nicht so tragisch. Es werden ein paar Mitarbeiter ausgewechselt und mit goldenem Fallschirm freundlich verabschiedet, wie bei Grossbanken. Wo bleiben jetzt die Demos? Ich will damit damit sagen, das es bei gewissen Organisationen und Parteien anscheinend völlig in Ordnung ist, wenn man sagt, uns ist ein Fehler passiert und handelt und bei anderen reicht das nicht.
viaspericolata 29.05.2019
5. Habe schon mehrfach gehört,
auch aus meinem direkten Bekanntenkreis, dass die Arbeitsbedingungen bei NGOs und karitativen Einrichtungen häufig katastrophal sind. Wie kann das sein, dass Unternehmen, die sich für die Rechte schwacher Menschen stark machen, die Rechte der eigenen Mitarbeiter häufig so missachten.
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