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Merkel kritisiert Unternehmen für Frauenquote "Das grenzt an Verweigerungshaltung"

Die Bundeskanzlerin fordert die Wirtschaft mit scharfen Worten auf, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Andernfalls gebe es Sanktionen.
Foto: LUKAS BARTH-TUTTAS/EPA-EFE/REX

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Wirtschaft mit weiteren Maßnahmen gedroht, falls sich der Frauenanteil in Führungspositionen nicht erhöht.

Zwar gebe es heute immerhin 30 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten der 100 größten börsennotierten Unternehmen. Aber in den Vorständen dieser Unternehmen sehe es für Frauen immer noch deprimierend schlecht aus, sagte Merkel am Donnerstag bei der Jahresversammlung des Verbandes deutscher Unternehmerinnen in Berlin.

In den Vorständen seien nur 8,5 Prozent Frauen. "Das grenzt schon auch irgendwo an Verweigerungshaltung", sagte Merkel. Es werde oft über zu viel staatliche Regulierung geschimpft, und sie könne nur hoffen, dass sich das von allein entwickelt. Aber, so die Kanzlerin weiter: "Wenn uns Unternehmen in Zukunft wieder die Zielgröße null mitteilen, dann werden wir das in irgendeiner Weise sanktionieren müssen." Es fänden sich potenziell gute Frauen, wenn man nur wolle.

Tatsächlich hatten 53 Aufsichtsräte von börsennotierten Firmen zuletzt das Ziel "null Frauen" im Vorstand formuliert.

Merkel appellierte daran, dass überall in der Gesellschaft Parität geschaffen werden müsse. Das gelte für Unternehmen, Universitäten, die Kultur, Medien und auch für die Politik.

sun/dpa