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Kinder und Karriere Facebook und Apple zahlen Frauen das Einfrieren ihrer Eizellen

Wie bringt man mehr Frauen in die IT-Industrie? Wer bei Facebook oder Apple arbeitet, kann nun auf Firmenkosten die eigenen Eizellen einfrieren lassen. Die Hoffnung: Frauen können so später Mutter werden und haben Zeit für die Karriere.
Apple Store in New York: Umstrittene Dienstleistung für Mitarbeiterinnen

Apple Store in New York: Umstrittene Dienstleistung für Mitarbeiterinnen

Foto: © Lucas Jackson / Reuters/ REUTERS

Facebook und Apple zahlen ihren Mitarbeiterinnen auf Wunsch das Einfrieren ihrer Eizellen, um das Kinderkriegen hinausschieben und so ungehindert Karriere machen zu können. Das meldet der US-Fernsehsender NBC.

Die beiden IT-Unternehmen übernähmen bis zu 20.000 Dollar (15.800 Euro) der Kosten für die Entnahme der Eier und die jährlichen Kosten für die Aufbewahrung. Die Technik ist in den Vereinigten Staaten unter dem Stichwort "Social Freezing" bekannt, weil für die Maßnahme weniger medizinische als soziale Gründe eine Rolle spielen.

Facebook und Apple wollten den Bericht auf AFP-Anfrage nicht kommentieren. Laut dem Bericht habe Facebook kürzlich begonnen, die Kosten zu übernehmen; Apple werde damit im Januar beginnen, berichtete NBC.

Hintergrund der Maßnahme ist der extrem niedrige Frauenanteil unter den Mitarbeitern der IT-Industrie. Dafür stehen praktisch alle Tech-Konzerne in der Kritik und geloben seit Längerem Besserung. Microsoft etwa teilte Anfang Oktober mit, im Unternehmen arbeiteten nur 29 Prozent Frauen. Bei Google beträgt der Anteil 30 Prozent. Facebook hat einen Frauenanteil von 31 Prozent.

Schwangerschaft nicht garantiert

Die Übernahme der Kosten für das Einfrieren von Eizellen soll die Firmen attraktiver für Frauen machen. Die Fruchtbarkeit von Frauen nimmt bereits mit Mitte 30 deutlich ab, was auf die Qualität der Eizellen zurückgeführt wird. Die Dienstleister werben damit, dass man mit Social Freezing die biologische Uhr anhalten könne.

Kritiker geben zu bedenken, dass es sich um eine relativ neue Technik handle, eine erfolgreiche Schwangerschaft sei nicht garantiert. Auch die sozialen Folgen sind umstritten, weil sich so die Erwartungen an die Familienplanung veränderten: Sie werde noch stärker als bisher ökonomischen Aspekten untergeordnet.

Andererseits gelten die Altersjahre ab Ende 20 bis Mitte 30 als entscheidend für die weitere Karriereentwicklung. Viele Frauen stehen in dieser Zeit vor der Entscheidung: Kind oder Karriere? Dass Frauen selten in Führungsgremien der Wirtschaft anzutreffen sind und deutlich weniger Gehalt als Männer bekommen, wird stark auf diesen Konflikt zurückgeführt.

In den USA warten 20 Prozent der Frauen mit dem Kinderkriegen, bis sie 35 Jahre alt sind, heißt es im Internetforum eggsurance.com unter Berufung auf Daten der US-Regierung. Ein Drittel der Frauen im Alter von 35 bis 39 Jahren habe aber Probleme, schwanger zu werden. In der Altersgruppe der 40- bis 44-Jährigen steige dieser Anteil auf 64 Prozent.

mamk/afp
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