In Kooperation mit

Job & Karriere

Atypische Arbeitszeiten 25 Prozent der Beschäftigten arbeiten am Wochenende

Woche ohne Ende statt Wochenende: Jeder vierte Beschäftigte muss regelmäßig samstags oder sonntags arbeiten. Auch abends oder nachts müssen viele Arbeitnehmer ran.
Krankenschwester auf der Intensivstation (Symbolbild)

Krankenschwester auf der Intensivstation (Symbolbild)

Foto: andresr/ Getty Images

Arbeiten im Schichtdienst, nachts oder am Wochenende gilt eigentlich als "atypische Arbeitszeit". Für Millionen Arbeitnehmer in Deutschland ist das aber der Normalfall. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor.

Arbeiten am Wochenende

Jeder vierte Beschäftigte muss demnach regelmäßig am Wochenende ran: Neun Millionen der gut 37 Millionen abhängigen Beschäftigten arbeiten damit an jedem oder zumindest an zwei Wochenenden pro Monat.

Am stärksten betroffen sind die Beschäftigten im Gastgewerbe: Von ihnen müssen laut Bundesregierung 62 Prozent am Wochenende arbeiten. Gleiches galt für 47 Prozent der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung und Erholung sowie 39 Prozent im Handel und in Autowerkstätten.

Arbeiten an Sonn- und Feiertagen

Jeder zehnte Beschäftigte arbeitet laut Bundesregierung an Sonn- und/ oder Feiertagen. Das sind 4,7 Millionen Beschäftigte, die an jedem oder mindestens an zwei Sonn- oder Feiertagen in den letzten vier Wochen vor der Befragung gearbeitet hatten. Hier sind vor allem Angestellte im Gesundheits- und Sozialwesen betroffen: 31 Prozent von ihnen mussten an Sonn- und Feiertagen am Arbeitsplatz erscheinen.

Schichtdienst

Jeder siebte Beschäftigte arbeitet in Schicht. Demnach sind es 5,2 Millionen Beschäftigte, die an jedem Arbeitstag oder an mindestens der Hälfte der Arbeitstage in den letzten vier Wochen im Schichtdienst war.

Abend- und Nachtdienst

Knapp jeder Fünfte arbeitet abends und 5,2 Prozent nachts. Die Zahl der regelmäßig abends Beschäftigten liegt damit bei 6,8 Millionen Menschen, in der Nacht sind es zwei Millionen Arbeitnehmer.

Überlange Arbeitszeiten

1,6 Millionen Beschäftigte arbeiten 49 Stunden oder mehr in der Woche.

Atypische Arbeitszeiten bergen gesundheitliche Risiken, mahnt Linken-Politikerin Susanne Ferschl, die die Anfrage gestellt hat. Schichtarbeiter klagen demnach häufiger über Schlafstörungen, Rücken- und Kreuzschmerzen und körperliche Erschöpfung. Beschäftigte, die am Wochenende arbeiten, berichten häufig von Müdigkeit und Rückenschmerzen.

Diejenigen, die Überstunden leisten, klagen durchgängig häufiger über körperliche und psychische Beschwerden, so Ferschl. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin steigt das Unfallrisiko nach der achten Arbeitsstunde zudem stark an.

Die Bundesregierung bezieht ihre Daten aus dem Mikrozensus. Dieser änderte im vergangenen Jahr die Frageweise, weshalb die neuen Zahlen mit den alten nur noch eingeschränkt vergleichbar sind.

sun/AFP