Arbeiten in Singapur Sauber, sicher, superschnell

Protokolle von

4. Teil: Mathematik- und Physiklehrer für Auswandererkinder: "Schnell Beruf und Wohnung wechseln"


 Andre Beinert , 39, unterrichtet Mathe und Physik an der Deutschen Europäischen Schule
Marie-Charlotte Maas

Andre Beinert, 39, unterrichtet Mathe und Physik an der Deutschen Europäischen Schule

"In Asien findet man für Familien wohl kein idealeres Land zum Leben und Arbeiten als Singapur. Für unsere Kinder, die hier geboren sind, gibt es sehr gute Betreuungs- und Freizeitmöglichkeiten. Auch meine Frau hat hier beruflich Fuß gefasst. Eine Rückkehr nach Deutschland ist in weite Ferne gerückt.

Das Schönste an Singapur? Die Skyline bei Nacht, die grünen Oasen im Inneren der Insel, die ruhigeren Strände und Parks im Norden. Und die Tatsache, dass man sich überall zu jeder Tages- und Nachtzeit unbesorgt bewegen kann und in der Regel immer freundlich bedient wird, auch oder gerade, wenn die Kinder dabei sind.

Bevor ich nach Singapur gezogen bin, kannte ich natürlich die Vorurteile vom durchregulierten Staat mit drakonischen Strafen. Dies hat sich glücklicherweise im täglichen Leben als wenig zutreffend herausgestellt. Atemberaubend ist für mich als Europäer dagegen die Schnelligkeit des Lebens hier, im Beruf und im Privatleben.

Viele sind schnell wieder weg

Über Jahre hinweg hohe Wachstumsraten der Wirtschaft - das prägt das Stadtbild und auch die Mentalität der Menschen: Die Einheimischen gehen im Vergleich zu Deutschen viel höhere Risiken ein. Arbeitsplätze und Berufe werden viel häufiger gewechselt, Selbständigkeit gilt vielen als Ziel, und auch privat wird versucht, mit teilweise schwindelerregend hohen Krediten vom Immobilienboom zu profitieren. Beispielsweise sind Mietverträge auf zwei Jahre begrenzt, danach wird neu verhandelt. Es gibt nicht wenige, die deshalb alle zwei Jahre umziehen - oder umziehen müssen.

Ich habe hier einen sehr internationalen Freundeskreis, was meinen Horizont erweitert hat. Schade ist, dass viele Leute nur für eine kurze Zeit in Singapur leben und arbeiten und deshalb viele gute Freunde, die man im Laufe der Zeit kennenlernt, das Land recht bald wieder verlassen.

Nicht wenige einheimische Haushalte müssen mit einem Einkommen aus Erwerbstätigkeit beider Ehepartner auskommen, das teilweise deutlich unter dem deutschen Hartz-IV-Niveau liegt. Sie schaffen das - noch. Die steigenden Lebenshaltungskosten waren auch das zentrale Thema der letzten Wahlen."

insgesamt 69 Beiträge
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Trondesson 01.02.2012
1.
Als ich 1983 das erste Mal dort war, hatten sie gerade die Bugis Street abgesperrt. Trotzdem gab es damals noch einige Viertel, in denen man etwas von der Britischen (Natürlich nicht der deutschen, wie in der ersten Bildunterschrift zu lesen. So etwas darf einfach nicht passieren, SPON!) koloniale Vergangenheit noch spüren konnte. Das ist im Laufe der Zeit jedoch immer weniger geworden; ich konnte von Glück sagen, daß ich einen Bekannten in Ang Mo Kio hatte, bei dem ich wohnen konnte und der mir einige der letzten nicht ganz so sterilen Refugien zeigen konnte. Überraschender Weise konnte auch ich ihm Orte zeigen, an denen er noch nicht gewesen war! Heute kommt mir Singapore wie ein einziger großer Arbeitsplatz vor: sauber, sicher, effizient und schnell, wie im Artikel beschrieben. Aber es hat im Laufe der Jahre den Charme verloren, der es für viele zu einem beliebten Reiseziel gemacht hat. Es unterscheidet sich darin nicht mehr sehr von Dubai. Wie gesagt, zum Arbeiten ist Singapore ein idealer Ort, und immer noch wesentlich angenehmer als arabische Städte (zumindest für meinen Geschmack). Aber zur Entspannung oder um Kultur und Geschichte auch außerhalb von Museen zu erleben, würde ich Penang jederzeit vorziehen.
friedel_3 01.02.2012
2. ?
Zitat von sysopKaugummis ausspucken oder Zigaretten auf der Straße austreten? In Singapur verboten. Streng, effizient und flott geht es im Ministaat zu. Vier Deutsche erzählen, wie sie dort leben - und warum es gar nicht so einfach ist, mit Banken oder Behörden Schritt zu halten. http://www.spiegel.de/karriere/ausland/0,1518,811825,00.html
Solch ein Reservat wie Singapur mit anderen Ländern zu vergleichen erscheint mir schlichtweg unverhältnismäßig. Ich weiß nicht was solche Artikel vermitteln sollen. Vier "Papalangi" in einer ihnen unbekannten Welt, die möglicherweise keine Zusammenhänge erkennen, und einfach visuelle Eindrücke und Selbsterlebtes ohne weitere Reflektion von sich geben.
dommanolito 01.02.2012
3. Singapur ist beeindruckend!
Zitat von sysopKaugummis ausspucken oder Zigaretten auf der Straße austreten? In Singapur verboten. Streng, effizient und flott geht es im Ministaat zu. Vier Deutsche erzählen, wie sie dort leben - und warum es gar nicht so einfach ist, mit Banken oder Behörden Schritt zu halten. http://www.spiegel.de/karriere/ausland/0,1518,811825,00.html
Singapur ist eines der erstaunlichsten und angenehmsten Länder, die ich kenne. Sicherheit und Sauberkeit sind nicht nur für Asien vorbildlich, auch im Vergleich mit deutschen Großstädten wird deutlich, was man in Singapur nicht vermisst: pöbelnde besoffene Schläger im öffentlichen Nahverkehr bei gleichzeitiger Abwesenheit von Service- und Sicherheitspersonal, Narrenfreiheit von Dealern und Straßenräubern, Belästigung durch regelmäßige Aufmärsche von politischen und religiösen Extremisten, Servicedefizite auf Schritt und Tritt etc.pp. Nicht zuletzt der erreichte Wohlstand und die von Arbeitsethos geprägte Gesellschaft stellen Lebensqualitäten dar, auf die die Bevölkerung von Singapur stolz sein kann.
nixkapital 01.02.2012
4. ...
Zitat von dommanolitoSingapur ist eines der erstaunlichsten und angenehmsten Länder, die ich kenne. Sicherheit und Sauberkeit sind nicht nur für Asien vorbildlich, auch im Vergleich mit deutschen Großstädten wird deutlich, was man in Singapur nicht vermisst: pöbelnde besoffene Schläger im öffentlichen Nahverkehr bei gleichzeitiger Abwesenheit von Service- und Sicherheitspersonal, Narrenfreiheit von Dealern und Straßenräubern, Belästigung durch regelmäßige Aufmärsche von politischen und religiösen Extremisten, Servicedefizite auf Schritt und Tritt etc.pp. Nicht zuletzt der erreichte Wohlstand und die von Arbeitsethos geprägte Gesellschaft stellen Lebensqualitäten dar, auf die die Bevölkerung von Singapur stolz sein kann.
na ja...für die einen ist es Sauberland, für die anderen eine Diktatur. Es ist nicht alles Gold was glänzt....
nikaja 01.02.2012
5. Nicht wenige einheimische Haushalte müssen mit einem Einkommen aus Erwerbstätigkeit b
Bei oberflächlicher Betrachtungsweise ist alles spiegelglatt und wenn man zudem noch bei einem dt. Unternehmen angestellt ist, kann man glauben, die Welt sei für alle so schön. Ob die autochthonen Bürger diese Sichtweise unser 3 Deutschen teilen, man mag es bezweifeln. Solche Beiträge brauchen wir nicht, Hochglanz-Brochüren gibt es zu Hauf, dafür brauche ich den Spiegel nicht.
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