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Wegen 2G am Arbeitsplatz Musicaldarstellerin scheitert mit Kündigungsschutzklage

Weil sie ungeimpft war, wurde einer Musicaldarstellerin noch vor Vertragsbeginn gekündigt. Die Frau sah darin eine unzulässige »Maßregelung« und klagte. Doch das Berliner Arbeitsgericht gab dem Arbeitgeber recht.
Eine ungeimpfte Musicaldarstellerin wurde vom Berliner Arbeitsgericht mit ihrer Klage abgewiesen

Eine ungeimpfte Musicaldarstellerin wurde vom Berliner Arbeitsgericht mit ihrer Klage abgewiesen

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Eine Musicaldarstellerin aus Berlin ist mit einer Kündigungsschutzklage im Zusammenhang mit einer unternehmensinternen 2G-Pflicht gescheitert. Das Berliner Arbeitsgericht gab in dem Rechtsstreit nach eigenen Angaben  dem von der Frau verklagten Arbeitgeber recht. Ein Betrieb, in dem Musicals aufgeführt werden, dürfe unter seinen Beschäftigten ein 2G-Modell durchsetzten und der ungeimpften Frau, die gerade neu eingestellt worden war, noch vor Vertragsbeginn kündigen, argumentierten die Richter (Akteinzeichen: 17 Ca 11178/21). Inwieweit dies auf andere Betriebe übertragbar ist, blieb nach den Urteilsgründen unklar.

Tägliche Tests reichten den Richtern nicht aus

In dem Fall hatte die Klägerin mit zwei Veranstaltungsgesellschaften Arbeitsverträge für die Proben und die Beschäftigung in einem Musical geschlossen. Vor Vertragsbeginn erfuhren die Arbeitgeber, dass die Klägerin ungeimpft war und kündigten die Arbeitsverhältnisse ordentlich fristgerecht. Das war rechtens, wie das Berliner Arbeitsgericht nun mitteilte.

Die Frau hatte nach Gerichtsangaben eine arbeitsrechtlich unzulässige »Maßregelung« und einen Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgesetz beklagt. Dies sahen die Richter anders. Sie argumentierten, dass die Haltung der Firma keine Maßregelung aufgrund einer persönlichen Entscheidung gegen eine Coronaimpfung sei. Ein 2G-Modell im Betrieb durchzusetzen, sei vielmehr eine zulässige unternehmerische Entscheidung.

Laut Gericht hatte die Darstellerin angeboten, statt einer Impfung täglich einen Coronatest vorzulegen. Damit wäre nach Auffassung der Richter aber eine stärkere Beeinträchtigung der Betriebsabläufe und ein höheres Risiko für Personalausfälle verbunden, weil ungeimpfte Beschäftigte bei Infektionen strengeren Quarantäneregeln unterlägen.

Die Klägerin könne nicht verlangen, dass die Firma ihretwegen ein mit einem »höheren Kosten- und Personalaufwand« verbundenes Schutzkonzept umsetze. Das Unternehmen müsse außerdem die Gesundheit der übrigen Beschäftigten berücksichtigen, betonte das Gericht. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Dagegen kann Berufung eingelegt werden.

faq/AFP/jur
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